Mond trifft Venus

18. April 2010 - g.grutzeck

Seit Anfang April konnte man an klaren Abenden die sonnennahen Planeten Merkur und Venus in der Abenddämmerung sehen (wir berichteten). Der schnelle Merkur war am 16. leider nicht mehr zu sehen, dafür prangte über dem Abendstern Venus eine schmale Mondsichel. Eine sehr hübsche Konstellation, die wir für Sie im Bild festgehalten haben.

Neben dem ästhetischen Reiz hat das Bild aber noch mehr zu bieten. Wir haben die Aufnahme weiter unten um die Ekliptik, die Bahn von Sonne, Mond und Planeten vor den Sternen, ergänzt. Auf den ersten Blick sieht man: Der Mond steht ein gutes Stück neben der Ekliptik (an diesem Abend waren es etwas über 3 Grad). Daher stand der Mond fast senkrecht über der Venus am Himmel, obwohl die Ekliptik leicht schräg von links oben nach rechts unten verlief.
Außerdem war neben der schmalen Mondsichel des zunehmenden Mondes auch die ganze Mondscheibe im "aschfahlen" Licht zu sehen. Das aschfahle Licht entsteht, wenn der Mond noch jung ist (also in den Tagen nach Neumond). Dann sieht man vom Mond aus die Erde als "Vollerde", der Mond wird vom Erdlicht erhellt. Was von der hellen Erde zum Mond und wieder zurück zur Erde reflektiert wird, erscheint uns als gräuliche Aufhellung des ansonsten dunklen Teils des Mondes. Diese Erscheinung bezeichnet man als "aschfahles Licht".