C/2009 R1 (McNaught) – ein Fernglaskomet

12. Juni 2010 - g.grutzeck

Normalerweise sind die Sommerwochen für uns Kometenfreunde eine Saure-Gurken-Zeit. In diesem Jahr ist alles anders: Der Komet C/2009 R1 (McNaught) ist eine prachtvolle Erscheinung am Morgenhimmel. Anfang Juni stand er im Sternbild Andromeda, wanderte dann in den Perseus und steht Ende des Monats schließlich im Fuhrmann. In diesem Monat bestehen die besten Beobachtungsaussichten. Die Helligkeit beträgt derzeit reichlich 6mag, mit einem weiteren Anstieg des Glanzes ist zu rechnen.
Der Schweifstern lässt sich am besten am Morgenhimmel zu Dämmerungsbeginn sehen. Es lohnt sich, etwa 1h30 MESZ mit der Beobachtung zu beginnen. Zur Orientierung kann Mitte des Monats Mirfak (alpha Persei) dienen, ab dem 20. Juni steht der Schweifstern unterhalb von Capella im Fuhrmann. Winnie hat auf seinen Kometenseiten eine Aufsuchkarte hinterlegt: http://www.ki.tng.de/~winnie/kometen/aktuell.html . Weitere Informationen, Bahndaten sowie Fotos/Zeichnungen könnt ihr über die Internetseiten der Fachgruppe Kometen abrufen: http://kometen.fg-vds.de .
Im Verlauf der folgenden Stunde steigt der Komet immer höher, der Himmel wird jedoch auch heller. Die beste Sichtbarkeit besteht bei etwa 15° Höhe und merklich aufgehelltem Himmel. Zum Glück macht es uns der Komet mit seiner großen Gesamthelligkeit leicht.
Da wir ohnehin einen aufgehellten Hintergrund akzeptieren müssen, stört der Mond nicht besonders. Für viele von uns lohnt es sich aus demselben Grund nicht, vom dem Wohnort ins Dunkle zu fahren: Einfach einen Platz mit Horizontsicht im Nordosten suchen.
Die Prognosen reichen bis zu einer Helligkeit von 3m, also heller als die Andromedagalaxie. Damit ist der Komet ein leichtes Fernglasobjekt und bei extrem klaren Himmel vielleicht sogar mit dem freien Auge zu sehen. Es lohnt sich also, dort einfach einmal hinzusehen.
Klaren Himmel wünscht
euer Uwe Pilz, Fachgruppe Kometen