Komet 103P/Hartley: Ein schönes Fernglasobjekt

1. Oktober 2010 - g.grutzeck

Der Komet Hartley wird Ende Oktober der Erde so nahe kommen wie kein anderer Schweifstern seit Hyakutake im Jahr 1996. Deshalb erscheint die Koma am Himmel sehr groß, der Komet wird ein reizvolles Fernglasobjekt. Da die Flächenhelligkeit gering ist, sollte ein dunkler Beobachtungsort aufgesucht werden.

Der Komet gehört zur sogenannten Jupiterfamilie: Das sind Schweifsterne, die durch den Großplaneten aus ihrer ursprünglichen Bahn gezogen wurden und deren Perihel in der Nähe der Jupiterbahn liegt. Daraus resultieren kurze Umlaufzeiten, im vorliegenden Fall 6,5 Jahre.

Der gegenwärtige Umlauf ist sehr günstig: Am 28. Oktober erreicht der Kleinköroper den sonnennächsten Punkt und damit seine größte Helligkeit. Wenige Tage zuvor, am 20. Oktober, befindet er sich in Erdnähe und ist nur 0,12 AE von uns entfernt. Die Helligkeit wird dann etwa 6 mag betragen. Damit wäre Hartley ein Objekt für das bloße Auge. Da die Koma sehr diffus und lichtschwach ist, dürfte eine solche Sichtung nur von Extremstandorten gelingen. Unter einem normalen Landhimmel wird er jedoch ein schönes Fernglasobjekt sein.

103 P durchläuft Ende des Monats das Gebiete Perseus – Fuhrmann – Zwillinge und steht nahezu im Zenit. Leider stört der Mond: Letztmalig ohne dessen Störung ist Hartley am Morgen des 19. Oktober zu beobachten, der Mond geht gegen 4°° MESZ unter. Erst am Abend des 30. Oktobers bleibt ein kleines Beobachtungsfenster bis zum Mondaufgang: Der Komet steht dann knapp über dem Osthorizont. Danach werden die Bedingungen von Tag zu Tag besser.

Informationen zum Komet findet ihr auf der Webseite der Fachgruppe: http://kometen.fg-vds.de . Michael “Winnie” Hahn hat wieder eine Aufsuchkarte bereitgestellt: http://www.ki.tng.de/~winnie/kometen/aktuell.html .