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Youth-Letter

Der Newsletter der Astronomie-Jugend.
Ausgabe 22. Erschienen 01.12.2024

Dezember 2024

Hallo du,
diesen Monat haben wir für dich Neues von der Parker Solarprobe, die erste detaillierte Nahaufnahme eines Sterns außerhalb unserer Galaxie, und Pläne für ein Projekt zur Detektion von Axionen. Außerdem haben wir wie immer zwei Beobachtungstipps für dich und ein tolles Astrofoto.

Klare Nächte, eine schöne Adventszeit und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschen
Theo, Lucia, Timo, Jace

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Astrofoto des Monats

Jeden Monat wird auf Instagram für ein Astrofoto des Monats abgestimmt.
Diesen Monat: der Nebel NGC 1333.
Fotograf: Astro-Gymnasium Nordenham (Instagram: @astrogymnordenham)
Teleskop: Sternwarte mit Askar 140 mm Teleskop, 0,8x Reducer
Kamera: ZWO ASO 2600mc -- Belichtungszeit: ca. 131 x 120 sec.

Aus der Forschung

  1. Die Parker Solar Probe hat Turbulenz in der Sonnenkorona vermessen. Als Turbulenz beschreibt man chaotische Verwirbelungen in Gasen oder Flüssigkeiten. Man kann sie z.B. bei Rauch beobachten, der einen Schornstein verlässt. Dass Turbulenz chaotisch ist, bedeutet, dass eine kleine Veränderung am System, z.B. dem Schornstein oder der Lufttemperatur, zu völlig anderen Verwirbelungen führen kann. Auch im Sonnenwind gibt es Turbulenz. Wie und wo genau sie entsteht, ist nicht abschließend geklärt, kann aber insbesondere mit Messungen nahe der Sonne untersucht werden. Forschende haben mit der Parker Solar Probe die Turbulenz in der Sonnenkorona vermessen, dem obersten, heißesten Teil der Sonnenatmosphäre. Turbulenz lässt sich dadurch charakterisieren, wie häufig Verwirbelungen eines bestimmten Durchmessers auftreten. Das nennt man das Turbulenzspektrum. Die Messungen mit der Parker Solar Probe zeigen, dass die Turbulenz in einem Abstand von drei Sonnenradien von der Sonne einem bestimmten Zusammenhang folgt, der erstmals 1941 von Andrey Kolmogorov beschrieben wurde. Diese Art von Turbulenz trifft häufig auf, z.B. auch in der Erdatmosphäre. Turbulenz ist ein mathematisch schwer zu beschreibendes, aber für viele Bereiche der Astrophysik wichtiges Phänomen. Sie beeinflusst z.B. wie schnell sich Gase mischen, wie Energie in der Sonnenkorona transportiert wird und ermöglicht die Beschleunigung von kosmischer Strahlung auf immense Energien. Weiterlesen: Messungen als Video (ESA), APJ Letters (Paper), Physik in unserer Zeit, Veritasium Video zu Turbulenten Strömen, 3Blue1Brown Video zu Kolmogorov-Turbulenz.
  2. Eine Supernova in unserer Galaxie könnte helfen, dunkle Materie zu finden. Eine Hypothese, was sich hinter dunkler Materie verbergen könnte, liegt in den sogenannten Axionen. Falls diese existieren, könnten sie während einer Supernova in den ersten 10 Sekunden nach dem Kernkollaps in großen Mengen produziert und anschließend in hochenergetische Gammastrahlen umgewandelt werden. Diese Strahlung könnte möglicherweise detektiert werden. Dazu fehlt allerdings noch die Supernova. Diese Supernova, die zur Detektierung notwendig wäre, müsste in unserer Nähe stattfinden. Die letzte Supernova dieser Art fand 1987 in der Großen Magellanschen Wolke statt. Forschende schlagen vor, dass diese Detektion bei der nächsten Supernova (die jederzeit passieren könnte) sicher funktionieren kann, indem Gammastrahlenteleskope den gesamten Himmel rund um die Uhr beobachten. Das Projekt soll in dem Vorschlag GALAXIS (GALactic AXion Instrument for Supernova) heißen. Die größte Sorge der Forschenden ist momentan, dass die nächste Supernova stattfindet, bevor alle notwendigen Geräte und Instrumente für die Detektion fertiggestellt sind. Weiterlesen: sciencedaily, Uni Berkeley (Pressemitteilung), PRL (Paper).
  3. Erste detaillierte Nahaufnahme eines Sternes außerhalb der Milchstraße wurde erfolgreich aufgenommen. Das Very Large Telescope Interferometer des European Southern Observatory ist ein Zusammenschluss aus vier großen Hauptteleskopen und vier kleineren, beweglichen Hilfsteleskopen. Diese können zu einem Interferometer zusammengeschaltet werden. Dieses Interferometer hat nun eine Nahaufnahme des in der Großen Magellanschen Wolke befindenden roten Riesen WOH G64 ermöglicht. Es ist die erste Aufnahme eines so weit entfernten Objektes. Dadurch wurde entdeckt, dass der Stern in den letzten zehn Jahren dunkler geworden ist. Wahrscheinlich liegt das daran, dass Rote Riesen am Ende ihrer Lebenszeit ihre äußeren Gas- und Staubschichten ausstoßen. Astronom:innen vermuten, dass der Stern kurz davor steht, zu explodieren. Kurz davor bedeutet hier “in ein paar tausend Jahren”. Allerdings überrascht die Form des Staubkokons, der nämlich eiförmig ist, was durch den Einfluss eines noch unentdeckten Begleitsterns erklärt werden könnte. Weiterlesen: sci.news, ZDF, Astronomy & Astrophysics (Paper).

Aktuelles

  • Adventskalender rund um Physik und Astronomie: Physik im Advent
  • Seit 1.11.: Studierende können sich auf 3-6 monatige Praktika bei der ESA bewerben. Infos und Übersicht über Projekte
  • Bis 10.04.25: Anmeldung für Beamline for Schools. Schüler:innen können sich in Teams mit einer Forschungsidee auf Strahlzeit am CERN bewerben. Infos
  • Bis 16.04.25: Sonderausstellung zu Astronomie mit regelmäßigen Veranstaltungen im Carl-Bosch-Museums Heidelberg. Infos
Youtube-Tipp: Videos zum aktuellen Themen der Astronomie findet ihr auf Astrum.

Astronomische Ereignisse

01.12. Neumond
07.12. Jupiter in Opposition
14.12. Maximum der Geminiden
15.12. Vollmond
18.12. Marsbedeckung durch den Mond (Nicht aus Europa sichtbar)
21.12. Wintersonnenwende
22.12. Maximum der Ursiden
25.12. Merkur in größter westlicher Elongation
30.12. Neumond
04.01. Erde am Perihel
10.01. Venus in größter östlicher Elongation
13.01. Vollmond
16.01. Mars in Opposition
29.01. Neumond

Beobachtungstipp für Anfänger:
Diesen Monat würden wir dir als Beobachtungsobjekt den Mars empfehlen. Er geht abends auf und ist ab dem späten Abend gut sichtbar. Mit einem Teleskop ab 1200mm Brennweite kannst du die Polkappen und mit etwas Glück sogar ein paar Oberflächenstrukturen erkennen. Mit kleinere Teleskopen mit Barlowlinsen könnte es auch klappen.

Beobachtungstipp für Fortgeschrittene:
Falls du schon etwas fortgeschrittener bist, haben wir diesen Monat als Vorschlag für dich die beiden Galaxien M81 und M82. M81 ist eine schöne Spiralgalaxie, während es sich M82 eine aktive Starburstgalaxie handelt. Mit einem Teleskop ab ca. 127mm Durchmesser kannst du diese beiden Galaxien gut fotografisch sichtbar machen.

Web-Tipp: Mit dem Okularrechner der Sternenfreunde Münster kannst du prüfen, was du mit welchem Teleskop beobachten kannst.

Falls du Fotos machst, schick sie uns gerne, vielleicht landen sie ja als
Foto des Monats im nächsten Newsletter!

Spaßecke

  • Alternatives Himmelsereignis: Die FDP ist in Opposition, aber nicht der hellste Stern am Himmel.
  • Man munkelt, dass es bald politische Astrologie gibt …
  • Man munkelt, dass es unfair ist, dass Kepler und Tycho Brahe beide eine Supernova gesehen haben und es seitdem keine mehr in der Milchstraße gab.
  • Man munkelt, dass die Parker Solar Probe einfach schon zu lange glücklich unbeschwert existiert, das könne nicht gesund sein.
  • Man munkelt, dass der Mars ein leckeres Dessert abgibt.
  • Anscheinend ist mit Nachtleben nicht Hobbyastronomie gemeint.

Impressum

Der Youth-Letter ist ein gemeinsames Projekt der Fachgruppe Jugendarbeit der VdS e.V. und der VEGA e.V. Unser Ziel ist die Vernetzung und Förderung junger Menschen mit einer Begeisterung für Astronomie.
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