Share this emailCopy the public link or share it on your favorite channel.
VdS-Logo-Jugendarbeit_Dunkel-auf-Hell_Transparent

Youth-Letter

Der Newsletter der Astronomie-Jugend.
Ausgabe 37. Erschienen 01.06.2026

Juni 2026

Hallo du,
diesen Monat geht es um die Suche nach Leben im All und um supermassive schwarze Löcher. Außerdem gibt es wie immer ein paar Beobachtungstipps für die Hobbyastronomen unter euch.
Viele Grüße und viel Spaß beim Lesen,
Theo, Nour, Sam und Timo

Du bist noch nicht auf Discord? Einladungslink
Der Youth-Letter jeden Monat in deiner E-Mail Inbox? Anmeldung Youth-Letter
Interessiert dich Astronomie? Interessiert dich Schreiben?
Wir suchen aktuell weitere Redaktionsmitglieder. Falls du eine jugendliche Person mit Interesse am Schreiben und an Physik bist, melde dich gern bei uns
über Discord, per Mail an youth-letter@sternfreunde.de
oder auf Instagram an @astro.youthletter.vds.

Astrofoto des Monats

Jeden Monat wird auf Instagram für ein Astrofoto des Monats abgestimmt.
Diesen Monat: Der Mond (moon joy!)
Fotograf: Niko Heinz (Instagram: @niko__astro) Teleskop: Skywatcher 200/1000 Newton Montierung: Skywatcher HEQ-5 Kamera: Canon 650Da Objektiv Bearbeitung: DSS, Siril und GIMP Belichtungszeit: ca. 70*300s (ca. 3,5h)

Aus der Forschung

  1. Übersehen wir mögliches Leben im All? Bei jedem Test gibt es Möglichkeiten, dass Ergebnisse nicht richtig interpretiert werden. So gibt es falsch-positive und falsch-negative Ergebnisse (vermutlich erinnern wir uns alle aus Pandemiezeiten noch an falsch-positive Tests). Bei der Suche nach Leben wird vor allem versucht, falsch-positive Ergebnisse zu verhindern - also zu verhindern, dass ein Test sagt, wir hätten Leben gefunden, obwohl da keines ist. Eine Studie der FU Berlin hat jetzt untersucht, welche Faktoren für falsch-negative Ergebnisse sorgen können, also dafür, dass Lebenszeichen auf anderen Planeten übersehen werden. Im Gegensatz zu vielen anderen wissenschaftlichen Disziplinen wie der Epidemiologie oder Umweltphysik, stellen falsch-negative Ergebnisse bei der Suche nach Leben keine große Gefahr dar, weshalb sie bisher in der Astrobiologie quasi nicht beachtet werden. Die Risiken für diese falsch-negativen Ergebnisse liegen laut dieser Studie vor allem in den Annahmen über:
    1. Größe und Verbreitung des Lebens auf dem Planeten. Die bisher abgeschätzte untere Grenze, wie groß einzelne Organismen sein könnten, könnte zu hoch gesetzt sein. Außerdem wird bisher meistens angenommen, dass mögliches Leben in relativ großen Mengen auf dem ganzen Planeten verteilt ist. Das kann dafür sorgen, dass weniger O_2 produziert wird, als man in der Atmosphäre erwarten würde.
    2. Ort auf dem Planeten, an dem es Leben geben könnte. Auf der Erde kann Leben an sehr unwahrscheinlichen Orten entstehen, bspw. in tiefen Ozeanen, unter Eisschichten oder unter Felsen. Falls Leben unter der Oberfläche existiert, kann es mit Oberflächenbeobachtungen nicht gefunden werden.
    3. Spuren von Leben. Jedes Leben hinterlässt Spuren in irgendeiner Form, auch wenn diese Spuren nicht unbedingt lange und gut erhalten bleiben. Die Abwesenheit von solchen Spuren heißt also nicht unbedingt, dass es auf dem Planeten kein Leben gibt. Außerdem wird aktuell nur nach direkten Spuren gesucht, nicht nach indirekten Spuren, die erst nach einiger Zeit entstehen.
    4. Chemische Signaturen für Leben. Oft werden Atmosphären mit Spektroskopie untersucht, um bestimmte Moleküle nachzuweisen. Einige Moleküle sind da allerdings sehr ähnlich zueinander, bspw. CO_2 und Ozon. Modelle könnten weiter darauf angepasst werden, die Molekülsignaturen mehr im Kontext ihrer Umwelt zu betrachten.
    5. Messinstrumente. Allein in den letzten 30 Jahren haben sich viele unserer Messinstrumente sehr weiterentwickelt, dennoch gibt es viele Lebenssignaturen, die wir auch mit den aktuellen Instrumenten nicht nachweisen können.
    Zusätzlich gibt es auch Faktoren, die nicht in unserem Einflussbereich liegen. Beispielsweise können viele Exoplaneten gar nicht erst mit weit verbreiteten Methoden wie der Transitmethode gefunden werden, da sie den falschen Winkel zu unserem Sonnensystem haben. Wenn Leben fundamental anders aufgebaut ist, kann es außerdem sein, dass wir Lebenszeichen nicht erkennen. Die Studie ruft dazu auf, diese Faktoren mehr zu berücksichtigen und eine systematische Strategie zum Vermeiden dieser falsch-negativen Ergebnisse zu entwickeln. FU Berlin; Astronews; Nature
  2. Supermassereiche Schwarze Löcher im Zentrum von Galaxien agieren als ihr Motor. Sie werden als Aktive Galaktische Kerne (AGN) bezeichnet und machen einer der hellsten Objekte im Weltraum aus.
    Je nach Blickwinkel beobachten Astronomen dabei verschiedene Phänomäne : Quasare, Radiogalaxien oder die besonders hellen Blazare.
    Eine Herausforderung dieses traditionellen klassifizierungs Modells blieb über Jahrzehnte bestehen. Warum senden Objekte der Familie der AGNs (wenn sie denn nur dasselbe Phänomen aus verschiedenen Blickwinkeln ist) so völlig unterschiedliche Energiesignale aus?
    Ein Team des IPARCOS-Instituts an der Universität Complutense Madrid (UCM) hat nun die Antwort gefunden: Ein perspektivischer Effekt, den sie "geometrische Maskierung” nennen. In der Fachzeitschrift Astronomy & Astrophysics erklären sie, dass ein solcher Jet aus zwei Schichten besteht. Einem extrem energiereichen Kern und einer breiteren, schwächeren Lichthülle (Der Maske), die den Kern umhüllt.
    Das Problem: Zeigt der Jet exakt auf die Erde, leuchtet die äußere Maske so extrem, dass sie den energiereicheren Kern überblendet.
    Durch die Analyse von 18 Jahren Gammastrahlen-Daten des Fermi.Weltraumteleskops entdeckten die Forschenden, dass die Jets wie ein Kreisel leicht taumeln. Erst wenn der Strahl etwas von der Erde wegschwenkt und die Gesamthelligkeit scheinbar sinkt, lässt die Blendung nach und der Kern wird sichtbar.
    “Was wir bisher als Ruhestand interpretiert haben, ist oft gar keine geringere Aktivität”, erklärt der Doktorand Adithiya Dinesh. “Es ist einfach der Moment, in dem der Jet uns nicht mehr blendet.”
    Dies hat zur Folge, dass man große Aspekte der Kosmologie, insbesondere die, die die Formation von Galaxien und die Rolle von schwarzen Löchern in dessen Regulation betreffen, neu bedenken muss. Auf die Weise würde extreme Teilchenbeschleunigung viel häufiger auftreten als bisher angenommen und durch diesen perspektivischen Effekt verborgen bleiben. UCM

Aktuelles

Tipp für Schüler:innen: Schaut euch mal die Angebote auf der Webseite der Astronomieschule vom Haus der Astronomie in Heidelberg an. Insbesondere die Astrocamps könnten interessant für euch sein. Außerdem gibt es im Mai einen Studieninfotag über das Physikstudium in Heidelberg.
Youtube-Tipp: Videos zum aktuellen Themen der Astronomie findet ihr auf Astrum.

Astronomische Ereignisse

12.06. Drei Planeten Konstellation (Jupiter, Venus, Merkur)
13.06. Mond nahe Plejaden
15.06. Merkur in größter östlicher Elongation
15.06. Neumond
21.06. Sommersonnenwende
29.06. Vollmond
14.07. Neumond
29.07. Vollmond

Beobachtungstipp für Anfänger:innen:
Diesen Monat wollen wir dir als einfaches Objekt den Hantelnebel im Schwan vorschlagen, dieser planetarische Nebel ist sehr hell und kann mit einem kleinen Teleskop schon gut beobachtet werden.

Beobachtungstipp für Fortgeschrittene:
Abends geht im Osten der Nordamerikanebel auf, diesen großflächigen hellen Nebel kann man sehr schön fotografisch sichtbar machen, alternativ bietet sich für Beobachtende mit kleinerem Blickfeld der im Nordamerikanebel liegende Pelikannebel an.

Falls du Fotos machst, schick sie uns gerne, vielleicht landen sie ja als
Foto des Monats im nächsten Newsletter!

Impressum

Der Youth-Letter ist ein gemeinsames Projekt der Fachgruppe Jugendarbeit der VdS e.V. und der VEGA e.V. Unser Ziel ist die Vernetzung und Förderung junger Menschen mit einer Begeisterung für Astronomie.