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Youth-Letter
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Der Newsletter der Astronomie-Jugend. Ausgabe 36. Erschienen 01.05.2026
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Mai 2026
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Diesen Monat haben wir Neuigkeiten über neue Moleküle auf dem Mars, die Rotationsbewegung der Erde und das Heavyseed-Modell über die Entstehung des Universums.
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Viele Grüße und viel Spaß beim Lesen,
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Jeden Monat wird auf Instagram für ein Astrofoto des Monats abgestimmt. Diesen Monat: Der Mond (moon joy!)
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Fotograf: Timo Heinz (Instagram: @timo_astro04) Kamera: Canon 700Da mit 400mm f6.3 Objektiv Bearbeitung: AutoStakkert3!, RegiStax6 Belichtungszeit: ca. 50* 1/250 s
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Aus der Forschung
- Der Curiosity Rover entdeckt 7 neue Moleküle auf dem Mars. Nach jahrelanger Analyse von 2020 entnommenen Gesteinsproben verkünden die Forschenden der NASA jetzt, dass es sich bei der Probe um die diverseste Probe organischer Moleküle handelt, die je auf dem Mars entdeckt wurden. Von den 21 festgestellten Molekülen wurden 7 zum ersten Mal detektiert. Obwohl nicht festgestellt werden kann, ob die Moleküle auf organische oder geologische Weise entstanden sind, ist dies ein weiteres Indiz dafür, dass der Mars früher einmal die richtigen Bedingungen hatte, um Leben zu beherbergen. Die Erfolge des Rovers darin, Bodenproben vollständig vor Ort zu untersuchen, zeigen sich außerdem vielversprechend für zukünftige Missionen wie Dragonfly zum Saturnmond Titan, da dort ähnliche Geräte ebenfalls eingesetzt werden sollen. NASA Artikel, Paper
- Die Fluktuationen der Erdrotation werden von der Forschungsgruppe RING (Rotationsbewegungen in der Physik, Geophysik und Geodäsie) untersucht. Die Erde rotiert um die Sonne und um sich selbst. So weit, so einfach, oder doch nicht? Anders als bei einem Globus ist die Rotationsachse der Erde nicht statisch. Sie ist vielen Kräften ausgesetzt, was sie ins “taumeln” bringt, zum Beispiel dadurch, dass sie nicht ganz Kreisrund, sondern am Äquator etwas dicker ist. Diese taumelnden Bewegungen nennen sich Präzession und Nutation. Und um diese messen zu können, wird unter anderem der Sagnac-Effekt zu Hilfe geholt. Hier wird eine Lichtquelle auf das zu messende Objekt platziert, um die gleiche Rotationsfrequenz zu besitzen. Von der Lichtquelle emittierte Lichtstrahlen werden einmal im Uhrzeigersinn und einmal gegen den Uhrzeigersinn im Kreis geleitet, bis sie von einem Detektor erfasst werden. Zwischen den beiden Lichtstrahlen kommt es zu einer Differenz der Laufzeit, aus welcher die Rotation berechnet werden kann. Auf den ersten Blick wirkt dies wie ein Widerspruch zur speziellen Relativitätstheorie, welche besagt, dass sich Licht mit der konstanten Geschwindigkeit c ausbreitet und nichts schneller als Licht ist. Allerdings gilt diese nur in Inertialsystemen und die Rotation im Sagnac-Effekt führt dazu, dass das dort gemessene Bezugssystem beschleunigt ist. Die Ergebnisse der Forschungsgruppe zur Rotationsbewegung der Erde sind von immenser Bedeutung für globale Navigationssysteme, die Erforschung des Klimawandels und mit weiter gesteigerter Präzision der eingesetzten Laser könnte auch die Raum-Zeit-Verzerrung durch die Erdrotation vermessen werden, was ein Beweis für Einsteins allgemeine Relativitätstheorie bedeuten würde. Deutscher Artikel, Paper
- Little Red Dots und was sie über das frühe Universum aussagen: Seit der Inbetriebnahme des James-Webb-Weltraumteleskops im Jahr 2021 hat sich die vorherige Beobachtungsgrenze des frühen Universums signifikant verschoben. Es ermöglicht Astronom*innen bis in die sogenannte Reionizationsphase (wenige hunderte Millionen Jahre nach dem Urknall) zu blicken.
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Eine der zentralen Herausforderungen für das aktuelle “Lambda Cold Dark Matter-Modell” ist die Detektion supermassenreicher Schwarzer Löcher (SMBH) mit Massen von bis zu 10^8 Sonnenmassen bei einer Rotverschiebung von z > 6. Diese generiert einen zeitlichen Widerspruch zur aktuellen Theorie der Universumsentstehung.
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Traditionell wird das Wachstum dieser SMBHs über das “Light-Seed” Szenario erklärt, bei dem stellare Überreste (Population III Sterne, die hypothetische erste Generation von Sternen nach dem Urknall, entstanden aus primordialem Gas (Wasserstoff, Helium)) als eine Art “Keime” aggieren. Die dafür notwendigen Akkretionsraten (Rate an Vergrößerung eines Objekts durch Ansammlung von Materie), um aus diesen Sternen SMBHs zu formen überschreitet jedoch den größten Energiefluss, der durch eine hydrostatische Gas-Schichtung mittels Strahlung hindurch transportiert werden kann, bevor der Strahlungsdruck den hydrostatischen Druck überwindet. Dies begrenzt das maximale Wachstum von Pop-III-Sternen und ihrer schwarzen Löcher, durch das behindern von weiterer Akkretion.
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Im Gegensatz dazu vermutet die Hypothese des “Heavy-Seed” Modells, die unmittelbare Formation SMBHs durch den gravitativen Kollaps primordialer Gaswolken.
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Im Frühjahr 2026 veröffentlichte ein Team an Astrophysiker*innen der University of Texas Ergebnisse zur Beobachtung der “Little Red Dots”(LRD) in diesem Bereich der Reionization. Diese entpuppten sich durch enormer Rechenpower moderner Supercomputer als SMBHs und es konnte eine signifikante Übereinstimmung zwischen LRD Populationen und dem Heavy-Seed Modell nachgewiesen werden. Englischsprachiger Artikel, Paper
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Aktuelles
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Tipp für Schüler:innen: Schaut euch mal die Angebote auf der Webseite der Astronomieschule vom Haus der Astronomie in Heidelberg an. Insbesondere die Astrocamps könnten interessant für euch sein. Außerdem gibt es im Mai einen Studieninfotag über das Physikstudium in Heidelberg.
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Youtube-Tipp: Videos zum aktuellen Themen der Astronomie findet ihr auf Astrum.
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Astronomische Ereignisse
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12.06. Drei Planeten Konstellation (Jupiter, Venus, Merkur)
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13.06. Mond nahe Plejaden
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15.06. Merkur in größter östlicher Elongation
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Man munkelt, dass im Mai astronomisch nichts Spannendes passiert...
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Beobachtungstipp für Anfänger:innen:
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Im Mai geht jetzt abends die Leier auf, ein Sternbild, in dem wir dir den Ringnebel empfehlen wollen. Dieser recht helle planetarische Nebel ist schon in einem kleinen Teleskop sehr schön zu sehen.
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Beobachtungstipp für Fortgeschrittene:
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Ebenfalls am Abendhimmel kann man gerade sehr gut M51 sehen. Die kleine Spiralgalaxie in der Deichsel des großen Wagens ist mit einem Teleskop fotografisch sehr einfach sichtbar zu machen.
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Falls du Fotos machst, schick sie uns gerne, vielleicht landen sie ja als Foto des Monats im nächsten Newsletter!
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Impressum
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Der Youth-Letter ist ein gemeinsames Projekt der Fachgruppe Jugendarbeit der VdS e.V. und der VEGA e.V. Unser Ziel ist die Vernetzung und Förderung junger Menschen mit einer Begeisterung für Astronomie.
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