Rückblick Mondfinsternis am 15. Juni: Wolkig mit wenigen Aufheiterungen

16. Juni 2011 - g.grutzeck

Am 15. Juni blickten Sternfreunde und interessierte Beobachter an den Himmel, denn der Vollmond ging bereits verfinstert auf. Glücklich die, die Wolkenlücken nutzen konnten, denn ein Wolkenband mit Schauern überquerte Deutschland just am Tag der Finsternis von West nach Ost. Die Live-Berichterstattung der VdS im Netz verfolgten andiesem Tag mehr als 23.000 Besucher. Die VdS stand am Abend mit Beobachtungsstationen im Westen und Osten bereit, und konnte zumindest am Ende der Finsternis Bilder ins Netz stellen. Diese werden ergänzt durch Bildeinsendungen weiterer Sternfreunde.

Bitte Beachten:
Die eingesendeten Bilder finden Sie jetzt auf unserer Seite Beobachtungsberichte.
Haben Sie auch ein Bild der Mondfinsternis aufnehmen können? Senden Sie es uns doch ein an mondfinsternis2011@vds-astro.de Originale Berichterstattung vom Abend der Finsternis

00:30 UhrMurphy’s Gesetz gilt auch bei der Beobachtung von Mondfinsternissen. 3 Stunden nach Mondaufgang scheint der Vollmond jetzt von einem weitgehend wolkenlosen Himmel im Westen von Köln.

00:10 UhrGuten Morgen, das soll es dann auch erst einmal was Bilder angeht gewesen sein. Mit einem Bild kurz nach Ende der partiellen Phase endet die Live-Berichterstattung. Natürlich nicht ganz frei von Wolken. Der Mond steht zwar noch im Halbschatten der Erde, den geringen Helligkeitsunterschied zum normalen Vollmond kann man aber kaum wahrnehmen. Vielen Dank an alle, die mit dabei waren und damit nicht zuletzt auch ihr Interesse an der Arbeit der Vereinigung der Sternfreunde bekundet haben.

23:55 UhrHier noch eine Ansicht, man gewöhnt sich fast an die Wolken im Bild, das hat auch seinen Reiz. Deutlich ist an der Rechten Seite noch der Kernschatten zu erkennen.

23:45 UhrDie Sternfreunde in Kirchheim übertagen ein Live-Videobild ins Internet. Hier ein Standbild aus der Übertragung. http://www.sternwarte-kirchheim.de/index.php?id=61

23:35 UhrImmer noch von Wolken geprägt ein weiteres Bild. 

 23:35 UhrJetzt aber, das erste Bild, die Wolkenlücke wird größer, ein paar Bilder folgen noch. Auch in Kirchheim an der Sternwarte gibt es nun eine Wolkenlücke und ein Livebild: http://www.sternwarte-kirchheim.de/index.php?id=61. Beim nächsten Bild hoffentlich etwas weniger hektisch.

 23:03 Uhr
Jetzt ist die Totale Phase dieser Finsternis bereits vorbei und es gab leider kein Bildresultat von den VdS-Standorten am heutigen Abend während der Totalität. Weder im Westen von Köln noch in Kirchheim bei Erfurt konnten wir während der Wanderung des Mondes durch den Kernschatten der Erde eine passende Lücke in den Wolken ergattern. Das ist schade. Wir bleiben aber bis zum Ende der partiellen Phase kurz nach Mitternacht am Ball. Sterne sind zu sehen, das muss einfach noch klappen. Wer ein Bild von der Totalität aufnehmen konnte, bitte senden an mondfinsternis2011@vds-astro.de.  22:45 Uhr
Langsam schwindet die Hoffnung, noch die Totalität im Bild festhalten zu können. Die absehbar erst einmal niederigste Lücke in den Wolken zog gerade am Südosthorizont vorüber, ohne dass der Mond sie überragen konnte. Darüber leuchtet der Stern Bootes im Bärenhüter und auch Vega ist schon sichtbar, diese Lücken nutzen aber nichts, der Mond steht an anderer Stelle. Mit Glück noch ein Bild der Totalität oder zumindest ein Bild der partiellen Phase ist das neue Minimalziel. Das ist Naturbeobachtung, die Motive sind nicht statisch und es gibt keine Erfolgsgarantie.
 22:25 Uhr
Die Mitte der Finsternis ist bereits vorbei, der Wolkenrand liegt aktuell etwa 15 Grad über dem Horizont. Zu hoch für den noch nahe dem Hoizont stehenden Mond. Es heißt leider immer noch warten.
 22:10 Uhr
Der mobile Einsatz wurde erst einmal – ergebnislos – beendet. Zwar sind direkt über dem Beobachtungsort zahlreiche Wolkenlücken, in Horizontnähe jedoch, wenn der Blick Richtung Südosten weit durch Erdatmosphäre geht, sind die Wolken nicht zu verneinen. Die Hoffnung ruht nun darauf, dass der Mond rechtzeitig hoch genug über die Wolken am Horizont steigt, um doch noch bis zum Ende der Totalität in den Blickpunkt zu kommen. Ein wenig neidisch blickt man da auf die Verkehrsflugzeuge, die den Wolkenhorizont einfach überspringen.
21:40 Uhr
Geduld ist gefragt. Der Mond ist jetzt aufgegangen – das ist aber aktuell noch ein theoretischer Wert. Wenige Lücken lassen eine Beobachtung in Horizontnähe aktuell nicht zu. Erst einmal ist jetzt die mobile Optik angesagt und es geht aufs freie Feld in der Hoffnung, einen Blick zu ergattern. Das Satellitenbild gibt für den äußeren Westen weiterhin Hoffnung.
21:15 Uhr
Eine Wolkenlücke am Westhorizont bestätigt durch den Satellitenfilm machen Hoffung, am Beobachtungsplatz westlich von Köln an diesem Abend Aufnahmen machen zu können. Hier ist um 21:40 Uhr Mondaufgang, ob zu diesem Zeitpunkt  allerdings am östlichen Horizont die Wolken wirklich verschwunden sind oder zumindest Lücken freigeben, das ist aktuell eine gute Frage.
20:23 Uhr
Der Mond tritt jetzt gerade in den Kernschatten der Erde ein. Von Deutschland aus ist das Ereignis nicht zu beobachten, da der Mond noch unter dem Horizont steht. Um 21:22 Uhr beginnt dann die Totalität, d. h. die gesamte Mondscheibe steht ab dann im Kernschatten der Erde. An den meisten Standorten in Deutschland geht der Mond etwa um diese Zeit auf.
20:00 Uhr
Das Wechselspiel von Wolken und Auflockerungen geht weiter. Im Süden von Baden-Württemberg und Bayern sind auf dem Satellitenbild Wolkenlücken zu sehen, die etwas dauerhafter zu sein scheinen. Wir haben seitens der VdS für den heutigen Abend eine extra E-Mail-Adresse eingerichtet. Wenn Sie die Mondfinsternis im Bild festhalten konnten, senden sie doch ihre Bilder an mondfinsternis2011@vds-astro.de und wir werden Ihre Einsendungen neben unseren (hoffentlich) eigenen Bildern hier auf der Website publizieren.
18:00 Uhr
Etwa 3,5 Stunden vor Mondaufgang Zeit für einen Blick auf die Wetterkarte. In Süddeutschland deutliche Lücken, aktuell auch im Westen sonnig, die Regengebiete sind auf dem Weg in den Osten. Von Westen treibt ein Tiefdruckwirbel heran. Es sieht so aus, als würden mancherorts Wolkenlücken über die Gunst der freien Sicht zur Zeit der Finsternis entscheiden. Vom Mondaufgang gegen 21:30 Uhr bis 23:03 Uhr mitteleuopäischer Sommerzeit steht der Erdtrabant im Kernschatten der Erde. Es gibt also durchaus ein wenig zeitliche Toleranz. Unter anderem bei www.sat24.com kann man sich im Zeitraffer die aktuelle Lage und Wolkenbewegung anhand von Satellitenbildern anzeigen lassen. Es bleibt spannend.
11:30 UhrIn den Medien wird die heutige Finsternis vielfach als "XXL-Finsternis" bezeichnet. Klingt gut und hat in Bezug auf die Dauer der totalen Verfinsterung auch seine Berechtigung. Bei Vollmond wandert der Mond meistens räumlich gesehen ober- oder unterhalb des Kernschattens der Erde vorbei, weil die Ebene des Mondumlaufs um die Erde im Vergleich zur Ebene des Erdumlaufs um die Sonne etwas geneigt ist. Nur wenn der Mond zu Vollmond gerade die gedachte Ebene des Erdumlaufs um die Sonne kreuzt und damit genau in der Verlängerung einer gedachten Linie Linie Sonne-Erde steht, trifft der Erdschatten den Mond und es kommt zu einer Finsternis. Diesmal stimmt dieser Zeitpunkt besonders genau, das heißt der Mond wandert fast exakt durch die Mitte des Kernschattens der Erde. Das bedeutet, dass der Weg durch den Schatten besonders lang ist und die länge der totalen Verfinsterung entsprechend besonders lange andauert. Bei anderen Finsternissen "streift" der Mond nur den Kernschatten und ist entsprechend nur kürzer verfinstert. Ist der Mond ganz am Rand der Schattenzone, trifft der Kernschatten nur Teile der Mondoberfläche. Dann spricht man von einer partiellen Mondfinsternis.
09:00 Uhr
Die VdS-Sternwarte Kirchheim in der Nähe von Erfurt wird am heutigen Abend ab 21 Uhr ihr Tore für Besucher öffnen und gleichzeitig als östlich gelegene Beobachtungsstation Bilder auf der VdS-Website bereitstellen. Die Wetterprognose für den Osten Deutschlands ist aktuell günstiger als für den Westen, wo in der Nähe von Köln ein weiterer Beobachtungsposten bereitsteht. Der genaue zeitliche Ablauf von Niederschlägen und Wolkenlücken ist schwer vorhersehbar. Mehrere Beobachtungspunkte sollten einen Blick auf die Finsternis aber zulassen.