18. April – schmale Mondsichel am Abendhimmel

Liebe Sternfreunde, unter den Astronomen gibt es einen kleinen „Wettlauf“ um die Beobachtung von schmalen Mondsicheln. Am 18. April gibt es eine Gelegenheit, sich daran zu beteiligen,. Erforderlich ist neben einem klaren Himmel eine freie Sicht auf den westlichen Himmel.

Bei Einbruch der Dunkelheit steht der Mond noch einige Grad über dem Horizont. Die leichter zu entdeckende Venus kann als Wegweiser dienen.

Euer Uwe Pilz

11. April, 22.02 Uhr: Algol im Minimum

Liebe Sternfreunde,

der 90 Lichtjahre entfernte Stern Algol hat eine Besonderheit: Er ist ein sog. Bedeckungsveränderlicher, der seine Helligkeit periodisch ändert. Da er außerdem wirklich hell ist (und somit auch mitten aus der Stadt beobachtbar bleibt), war dies schon im Altertum aufgefallen. Er steht am Abendhimmel in ausreichender Höhe am Nordwesthimmel.

In der Karte habe ich einige Vergleichssterne angegeben. Die Helligkeit erreicht ein Minimum von 3,5 mag. Normalerweise erwischt man ihn bei 2,2 mag: Das ist ein deutlicher Unterschied.

Das Minimum am 11. April findet gut beobachtbar am Abendhimmel statt. Es lohnt sich, alle Viertelstunden hinzusehen und ihn mit den anderen Sternen im Perseus zu vergleichen. Wer etwas mehr Aufwand mag, kann einen Zeitrafferfilm aufnehmen. Dazu genügt ein Smartphone, auch Smart-Teleskope sind geeignet.

Euer Uwe Pilz.

Komet C/2025 R3 (PANSTARRS) ist ein leichtes Ziel für das Fernglas

Liebe Sternfreunde, ich komme gerade von draußen, von einer Beobachtung des Kometen PANSTARRS. Er steht tief am Morgenhimmel, ist aber so hell, dass der tiefe Stand nicht stört. Auch der Mond, tief im Skorpion stehend, störte nicht viel. Die beste Beobachtungszeit ist 90 Minuten vor Sonnenaufgang, kurz bevor die Dämmerung einsetzt.

Der Komet gewinnt zwar in den nächsten Tagen an Helligkeit, kommt aber der Sonne immer näher. Die nächste Woche ist wohl die beste Beobachtungszeit. Nicht verpassen! Ich gebe die Koordinaten für morgens gegen 5 Uhr MESZ:

Datum       RA        Deklination 
-----       --        ----------- 
 7 Apr 2026 22h56m05s +19°49'58"
 8 Apr 2026 22h59m08s +19°48'47"
 9 Apr 2026 23h02m35s +19°46'30"
10 Apr 2026 23h06m30s +19°42'55"
11 Apr 2026 23h10m57s +19°37'46"
12 Apr 2026 23h16m01s +19°30'44"
13 Apr 2026 23h21m47s +19°21'25"
14 Apr 2026 23h28m22s +19°09'22"
15 Apr 2026 23h35m52s +18°53'58"
16 Apr 2026 23h44m25s +18°34'32"
17 Apr 2026 23h54m07s +18°10'12"
18 Apr 2026 00h05m08s +17°40'01"
19 Apr 2026 00h17m32s +17°02'52"
20 Apr 2026 00h31m25s +16°17'37"

Nur unter wirklich guten Bedingungen halte ich eine Sichtung mit dem freien Auge für möglich. Aber das kleinste Fernglas genügt: In meinem 8×25-Glas war er leicht zu erkennen. In größeren Ferngläsern oder gar einem Teleskop erkennt man auch den Schweif.

Euer Uwe Pilz

 

Komet MAPS – was ist übrig?

Liebe Sternfreunde, auf Bildern des Kompact-Koronagraphen 1 (CCOR-1) lässt sich das Geschehen gut verfolgen. Vor dem Perihel ein intakter Komet, und danach nur noch die Reste des alten Schweifes.

Sehr schön zu sehen ist, wie sich die verschiedenen Partikelgröße im Schweif voneinander getrennt haben. Dieser Effekt erfolgt durch ein Zusammenwirken von Gravitation und Strahlungsdruck. Letzterer wirkt auf kleinere Partikel stärker und führt zu eine Aufspaltung des Schweifes.

Wenn es Partikelgrößen gibt, welche im Schweif häufiger sind als andere, dann sieht man nicht nur einen reinen Fächer sondern, „Strahlen“ – eben hervorgerufen durch diese im Übermaß vorhandenen Teilchen. Diese Strahlen werden Syndynen genannt.

Wie ich schon in meinem vorigen Beitrag schrieb: Wir sehen ein interessantes Stück Kometenphysik.

Eur Uwe Pilz.

Komet MAPS hat das das Perihel nicht überlebt

Der Komet MAPS wurde erst am Anfang des Jahres entdeckt, daher auch der „diesjährige“ offizielle Name C/2026 A1. Als sog. Sonnenstreifer kommt er unserem Zentralgestirn sehr nahe, was zu einer starken Gas- und Staubentwicklung führt. Vor dem Perihel konnte er unter akzeptablen Bedingungen beobachtet werden:
Dies ist das letzte Bild unserer Fachgruppe Kometen vor der Sonnenpassage, es stammt vom 22. März.

Mehrere dieser Sonnestreifer wurden zu große Kometen, zuletzt C/2011 W3 (Lovejoy). Es besteht aber stets eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass solch ein Komet das Perihel nicht überlebt. Selbst Lovejoy war zerfallen, allerdings erst kurz nach dem Perihel.

Es ist jetzt ziemlich sicher, dass MAPSden Durchlauf durch das Perihel nicht überlebt hat. Der erste Hinweis darauf war die Sichtbarkeit in einem Weltraumteleskop LASCO, welches eigentlich die Sonnen-Korona beobachtet. Die Auswertung von fast 40 Aufnahmen ergab eine Helligkeit von 3–4 mag, und das unmittelbar in Sonnennähe.

Der Periheldurchgang ist heute (4. April) und die Region ist gerade wieder am Abendhimmel sichtbar. Ich kenne zwei Beobachtungsversuche, einen erfolglosen und einen sagen wir mal zweifelhaften. Und jetzt ist es sicher: Heute mittag war er wieder im LASCO sichtbar: Nur noch ein schwacher Staubstreifen ohne Kopf.

Die Auflösung im Perihel ist übrigens zwei Effekten geschuldet: Zum einen verdampft Material, was den Kometen verkleinert. Zum anderen sind Kometen nie kugelrund. Daraus folgt eine asymmetrische Gasentwicklung, was zu einer Rotation des Nukleus führt. Wenn die Zentrifugalkraft die Schwerkraft übersteigt, dann wird der Komet zerrissen.

Auch ohne hellen Kometen erleben wir ein Stück Kometenphysik mit, das ist doch auch etwas.

Euer Uwe Pilz.

2. April: Der Ostervollmond

Liebe Sternfreunde,

Ostern ist der Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Dieser Vollmond tritt dieses Jahr am 2. April morgen um 4.12 Uhr ein. Wer zeitig aufsteht, kann den Mond tief am Westhimmel stehend beobachten. Fotos lohnen sich, weil irdische Objekte mit ins Bild genommen werden können.

Die Festlegung des Osterfestes erfolgte im Jahr 325. Seinerzeit hat sich wohl keiner Gedanke darüber gemacht, welche Schwierigkeiten die Festlegung hervorrufen kann. Außer der Berechnung des wahren Frühlingsanfangs und des Zeitpunktes des Vollmondes kommt mir noch etwas anderes in den Sinn: Wann ist Sonntag? In welcher Zeitzone? Oder wahre Ortszeit? Da kann man lange drüber nachdenken.

Die Kirche hat den Kopf aus der Schlinge gezogen und verwendet seit dem Jahr 525 eine Formel, die heute unter dem Namen Gauß’sche Osterformel bekannt ist. Dadurch kann der Fall eintreten, dass kirchlich und astronomisch Ostern an unterschiedlichen Sonntagen stattfinden. Zuletzt der Fall war dies im Jahr 2019.

Euer Uwe Pilz.

29. März: Mond bedeckt Regulus

Liebe Sternfreunde, Mond und Planeten bewegen sich in der Nähe der scheinbaren Sonnenbahn am Himmel, der sog. Ekliptik. Der Name rührt daher, dass dies die Linie ist, auf der Finsternisse stattfinden können. Wenn ein Stern in der Nähe der Ekliptik steht, dann kann er vom Mond und theoretisch auch von Planeten bedeckt werden. Es gibt nur vier Sterne 1. Größenklasse, auf die vom Mond bedeckt werden können: Aldebaran im Stier, Regulus im Löwen, Spica in der Jungfrau und Antares (der „Gegen-Mars“) im Skorpion.

Solche Bedeckungen kommen wegen der Eigentümlichkeiten der Mondbewegungen in Serien vor, die aller 18 Jahre stattfinden. Im Moment erleben wir eine Bedeckungsserie für Regulus im Löwen. Nicht alle Bedeckungen kann man aus dem deutschen Sprachraum sehen, aber am 29. März haben wir Glück: Am 29. März bedeckt zunehmende Mond den Regulus zwischen 20.20 Uhr und 21.30 Uhr Sommerzeit. Die Zeiten hängen etwas vom Standort ab, es kann um wenige Minuten variieren. Mond und Regulus stehen hoch im Südosten.

Obwohl Regulus hell ist, wird er vom fast vollen Mond überstrahlt. Wahrscheinlich ist es schwierig, die Bedeckung mit dem freien Auge zu verfolgen. Das kleinste Fernglas genügt aber als Beobachtungshilfe. Mit einem Teleobjektiv kann die Annäherung des Mondes an den hellen Stern fotografiert und als Serie aufgenommen werden. In etwas geringerer Qualität ist das auch mit dem Smartphone möglich.

Die eigentliche Bedeckung sollte man nicht versuchen zu fotografieren, sondern beobachten. Obwohl ich es schon oft gesehen habe, ist es für mich immer wieder faszinierend, wie ein Stern schlagartig verschwindet. Der dunkle Mondrand geht voran, und so sieht man den Effekt deutlich.

Euer Uwe Pilz.

26. März: Mond bei Kastor, Pollux und Jupiter

Liebe Sternfreunde, am Donnerstag steht der Mond inmitten der Zwillinge. Er überstrahlt zwar viele Sterne, aber nicht den hellen Jupiter, und auch nicht Kastor und Pollux.

Eine schöne Konstellation, die sich auch einfach fotografieren lässt. Ein Smartphone genügt.

Euer Uwe Pilz.

23. März: Zunehmender Mond im Goldenen Tor der Ekliptik

Liebe Sternfreunde, der Mond besucht regelmäßig das Siebengestirn und auch das Regengestirn mit Aldebaran. Alle Sterne dort können prinzipiell vom Mon bedeckt werden, das klappt aber nur von Zeit zu Zeit.

Dieses Mal haben wir eine schöne Konstellation, der Mond steht zwischen den beiden Offenen Sternhaufen. Die noch recht schmale Mondsichel überstrahlt die beiden Sternhaufen nur wenig. Außerdem steht das Szenario bei Eintritt der Nacht hoch am Südwesthimmel.

Das sind ideale Voraussetzungen, um diese Erscheinung zu fotografieren. Am besten geeignet sind leichte Teleobjektive, aber auch Smartphones sind geeignet. Ich empfehle, leicht abzublenden und mit der Belichtungszeit zu experimentieren. Besser als der visuelle Bildeindruck an der Kamera ist die Hstorgrammfunktion geeignet, falls vorhanden.

Smart-Teleskope können benutzt werden, wenn sie eine Weitwinkelkamera haben. Mit der dort verbauten Technik bekommt man klarere Bilder durch die Möglichkeit, Bilder zu stapeln.

Viel Erfolg, euer Uwe Pilz.

Über 140 Veranstaltungen zum bundesweiten Astronomietag am 28. März 2026

Am bundesweiten Astronomietag am Samstag, dem 28. März 2026, laden über 140 astronomische Einrichtungen und astronomisch interessierte Privatpersonen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz die Öffentlichkeit dazu ein, sich über astronomische Themen zu informieren und einen Blick an den Sternhimmel zu werfen.

Einmal pro Jahr laden Sternwarten, Astronomievereine, Planetarien, Schulen, Museen, Forschungsinstitute und engagierte Amateurastronom*innen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz am bundesweiten Astronomietag dazu ein, die Welt der Sterne mit eigenen Augen zu erkunden. Der Astronomietag wurde in Deutschland 2003 von der Vereinigung der Sternfreunde (VdS) als jährlich stattfindende bundesweite Veranstaltung mit wechselndem Motto ins Leben gerufen. Seit 2010 wird er gemeinsam mit der Schweizerischen Astronomischen Gesellschaft (SAG) durchgeführt.

Beim diesjährigen Astronomietag am 28. März 2026 dreht sich alles um unseren kosmischen Nachbarn: Der zunehmende Mond steht während der gesamten ersten Nachthälfte hoch am Himmel. Zehn Tage nach Neumond sind die Bedingungen ideal, um mit Ferngläsern und großen und kleinen Teleskopen seine Kraterlandschaften zu erkunden. Besonders auffällig zeigt sich unmittelbar an der Tag-und-Nacht-Grenze die von der Sonne beleuchtete bogenförmige Bergkette des Juragebirges, die die noch im Schatten liegende Regenbogenbucht einfasst: der sogenannte Goldene Henkel. In den kommenden Wochen soll der Mond zudem im Rahmen der Mission Artemis II der NASA erstmals seit 1972 wieder von Menschen umrundet werden.

Abends steht auch Jupiter, der größte Planet unseres Sonnensystems, hoch am Südwesthimmel. Er ist so hell, dass er zusammen mit der Venus im Westen bereits eine knappe Stunde nach Sonnenuntergang noch vor den hellen Sternen des Wintersechsecks in der hellen Dämmerung auftaucht. Mit Fernglas und Teleskop zeigt er sich umgeben von den vier Galileischen Monden Io, Europa, Ganymed und Kallisto.