Wissenschaftsjahr 2023 – Unser Universum

„Unser Universum“ – das ist nicht nur im Wissenschaftsjahr 2023 ganz unser Ding und bietet allen Vereinen, Sternwarten, Planetarien und in der Öffentlichkeit aktiven Amateurastronomen vielfältige Gelegenheit, unsere Begeisterung für das Hobby mit anderen zu teilen. Die VdS wird das Wissenschaftsjahr natürlich tatkräftig unterstützen, wobei „die VdS“ hier in erster Linie die lokalen Vereinigungen sein werden.

Am 25. Januar findet in Berlin die Auftaktveranstaltung zum Wissenschaftsjahr 2023 statt. Alle Vorträge können live mitverfolgt werden: https://www.youtube.com/watch?v=RSo6s04Pa2A

Für Veranstaltungen bietet das Wissenschaftsjahr einen zentralen Terminkalender – nutzen Sie ihn und tragen Sie ihre Vorträge, Sternführungen, Ausstellungen oder andere Veranstaltungen dort ein.

Nachfolgend eine Kurzvorstellung des Wissenschaftsjahres und seinen Aktivitäten. Weitere Infos und aktuelle Nachrichten finden Sie unter www.wissenschaftsjahr.de.

Die Wissenschaftsjahre sind eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und von Wissenschaft im Dialog (WiD). Sie bieten seit mehr als 20 Jahren eine Plattform für den Austausch zwischen Gesellschaft und Forschung.

Übergeordnetes Ziel des „Wissenschaftsjahres 2023 – Unser Universum“ ist es, die Öffentlichkeit stärker für Wissenschaft und Forschung zu begeistern und mit Menschen in vielfältigen Formaten in Dialog zu treten. Zielgruppen sind unterschiedliche Öffentlichkeiten, Kinder ab dem Kindergartenalter und Jugendliche, Studierende, Nachwuchsforschende sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren in Wissenschaft, Bildung, Politik, Wirtschaft, Kultur und Medien. Ein besonderer Fokus liegt auf Personen, die bisher nur wenige direkte Berührungspunkte mit Wissenschaft hatten. Das Wissenschaftsjahr 2023 erklärt, wie Grundlagenforschung rund um das Thema Universum funktioniert, vermittelt Einblicke in wissenschaftliche Erkenntnisprozesse und zeigt, wie relevant Erkenntnisse aus der Weltraumforschung für große aktuelle Themen wie Klima- und Umweltschutz sind. Im Mittelpunkt steht dabei die Faszination, die Astronomie auf Jung und Alt ausübt.

Das Wissenschaftsjahr 2023 beleuchtet die großen Fragen unseres Universums und verbindet uralte Menschheitsfragen nach Sein und Sinn mit aktuellen Forschungsvorhaben und Zukunftsperspektiven: „Sind wir allein im Kosmos?“, „Was macht unsere Erde zu einem bewohnbaren Planeten?“, „Was sind Schwarze Löcher?“ und „Wie sieht die Zukunft unseres Planeten aus und wie können wir unseren Lebensraum schützen?“ Fragen wie diese werden im Wissenschaftsjahr 2023 disziplinübergreifend und im Verbund unterschiedlicher Forschungsbereiche behandelt – von Naturwissenschaften über Sozial-, Geistes- und Kulturwissenschaften bis zu Philosophie und Kunst, unterteilt in vier Themenfelder: „Faszination Weltall“, „Mensch, Natur und Universum“, „Wirtschaftsraum Universum und Astronomie“, „Blick auf den Planeten“.

Das Wissenschaftsjahr 2023 wird von einer Mobilisierungsaktion begleitet, die sich aus der Roadshow „Universe on Tour“ und einem Citizen-Science-Element als Web-Anwendung zusammensetzt. Während die 15 Tourhalte umfassende Roadshow ein mobiles Planetarium durch die Bundesrepublik begleitet, ist die Webanwendung über die Website „Nachtlicht-BüHNE“ erreichbar. Mit ihr können Teilnehmende Lichtverschmutzungsquellen dokumentieren, Daten aufzeichnen und übermitteln. So gestalten sie das Citizen-Science-Projekt aktiv mit – von der Weiterentwicklung der App bis zur Datenanalyse.

Für das mobile Planetarium „Universe on Tour“ sind 15 Tourstopps eingeplant:

Auch im Wissenschaftsjahr 2023 geht das schwimmende Science Center „MS Wissenschaft“ wieder auf Reisen. In einer interaktiven Ausstellung an Bord des Binnenschiffes können Besucherinnen und Besucher die Welt der Wissenschaft entdecken. Im Frühjahr 2023 startet das Schiff seine Reise in Berlin und macht auf seiner Route Halt in vielen Häfen in Deutschland.

Das Wissenschaftsjahr lebt von seinen vielen Formaten, Veranstaltungen und Einzelinitiativen. Nur mit einem Netzwerk von starken Partnern kann es zu einem Erfolg werden und auf vielfältigen Wegen Neugierde auf Wissenschaft und Forschung wecken. So ist auch in diesem Jahr ein Begleitkreis als wertvolles Gremium in die Mitgestaltung des Wissenschaftsjahres 2023 involviert. Doch die Möglichkeiten einer Partnerschaft sind selbstverständlich nicht darauf beschränkt, sondern können verschiedenste Formen annehmen. Zum Beispiel:

Auch die Partner profitieren von einer Kooperation, denn das Wissenschaftsjahr erreicht viele Menschen und schafft eine hohe Aufmerksamkeit – für Forschung und Wissenschaft!

Wenn Sie Partner im Wissenschaftsjahr 2023 – Unser Universum werden möchten, wenden Sie sich gerne an das Redaktionsbüro:

Redaktionsbüro Wissenschaftsjahr 2023 – Unser Universum
Gustav-Meyer-Allee 25 | Gebäude 13/5
13355 Berlin
Telefon: +49 30 818777-173
Telefax: +49 30 818777-125
E-Mail: redaktionsbuero@wissenschaftsjahr.de
www.wissenschaftsjahr.de

www.wissenschaftsjahr.de

Asteroid (994) Otthild bedeckt Mehrfachsystem 38 Lyncis

Die International Occultation Timing Association / European Section (IOTA/ES) (VdS-Fachgruppe Sternbedeckungen) ruft euch zur Beobachtung der hellsten Sternbedeckung durch einen Asteroiden über Deutschland im Jahr 2023 auf.

 Am 12. Januar gegen 21:20 MEZ bedeckt der Kleinplanet des Hauptgürtels (994) Otthild den 3,9 mag hellen Stern 38 Lyncis (HIP 45668). Der Zielstern im Sternbild Luchs ist ein Mehrfachsystem, bei dem die helle A-Komponente über Deutschland bedeckt wird. Die schwächere B-Komponente mit 6,0 mag steht in einem Abstand von nur ca. 2,6 Bogensekunden und einem Positionswinkel von ca. 222 Grad am Himmel. Zwei weitere Sterne, die zum System gehören, sind weiter entfernt und leuchten nur mit Magnituden von 12,5. Zum Bedeckungszeitpunkt befindet sich der Zielstern in etwa 37 Grad Höhe am nordöstlichen Himmel. Der Mond stört uns nicht, er steht noch unter dem Horizont.

Die kombinierte Helligkeit von Stern und Asteroid steigt kurz vor der Bedeckung geringfügig auf ca. 3,7 mag an. Im Falle einer Bedeckung wird für maximal 2,1 Sekunden die helle A-Komponente ausgeblendet und wir können mit einem Teleskop oder Fernglas einen kurzen Blick auf die schwache B-Komponente werfen. Mit dem bloßen Auge beobachtet, verschwindet 38 Lyncis kurzzeitig vom Himmel.

Der Bedeckungspfad

Pfadkarte der Sternbedeckung durch (994) Otthild am 12. Januar 2023. Der Schatten des Asteroiden überquert von Ost nach West den Norden Deutschlands. Die Karte wurde erstellt mit Dave Heralds Occult V4.2022.12.29 auf der Basis von Daten von JPL Horizons und Gaia EDR3 (ESA).

Pfadkarte der Sternbedeckung durch (994) Otthild am 12. Januar 2023. Der Schatten des Asteroiden überquert von Ost nach West den Norden Deutschlands. Die Karte wurde erstellt mit Dave Heralds Occult V4.2022.12.29 auf der Basis von Daten von JPL Horizons und Gaia EDR3 (ESA).

Der ca. 26 Kilometer breite Schatten erreicht von Osten kommend den deutschsprachigen Raum in der Nähe von Peenemünde gegen 21:20 MEZ. In etwas mehr als 30 Sekunden überquert er Deutschland nach Westen. Bei Kleve verlässt der Schatten den deutschen Boden. Allerdings sind Fehler in der astrometrischen Position des hellen Sterns bei der Pfadberechnung nicht zu unterschätzen und die einzelnen Vorhersagen weichen in der Lage des Pfads um mehrere Kilometer voneinander ab. Daher sollten alle Beobachtungsstationen, auch in den Fehlergrenzen und darüber hinaus, ihr Glück versuchen. Die vorausberechneten Pfadkarten mit Zoomfunktion sind in der Occult Watcher Cloud aufrufbar:

https://cloud.occultwatcher.net/event/741-994-132015-650306-G50607

und

https://cloud.occultwatcher.net/event/741-994-132015-650306-H45688

Eine ähnliche helle Sternbedeckung über Deutschland gab es zuletzt im Juli 2010 durch den Asteroiden (472) Roma. Damals meldeten mehr als 200 Stationen in ganz Europa ihre Beobachtungen.

Mit bloßem Auge beobachtbare Sternbedeckungen sind selten und ihr solltet euch das Erlebnis einer „Sternfinsternis“ nicht entgehen lassen.

Seit diesem Jahr übernimmt die IOTA/ES die Erfassung und Auswertung der Beobachtungen von Sternbedeckungen durch Asteroiden in Europa. Dazu wurde die Dateband SODIS (Stellar Occultation Data Input System) geschaffen. Wie ihr dort euren Beobachtungsbericht melden könnt, findet ihr hier: https://www.iota-es.de/sodis/sodis_docu.html

Gerne helfen wir natürlich bei der Erstellung eures Berichtes.

IOTA/ES – Anleitungen zur Beobachtung: https://www.iota-es.de/guidelines.html

Aktuelle Vorhersage von Steve Preston, IOTA: https://www.asteroidoccultation.com/2023_01/0112_994_83662.htm

Messungen der Sternbedeckung durch (472) Roma im Juli 2010: https://www.euraster.net/results/2010/index.html#0708-472

Fernglaskomet im Anflug

Das neue Jahr bietet uns gleich ein interessantes Himmelsschauspiel: der Komet C/2022 E3 (ZTF) wird Anfang Februar mit ca. 5,5 mag seine maximale Helligkeit erreichen und gut mit dem Fernglas zu beobachten sein. Er ist zunächst ein Objekt des Morgenhimmels, wird dann nahe des Polarsterns die gesamte Nacht über hoch am Himmel stehen und verabschiedet sich Anfang März am Abendhimmel.

Der Komet wurde am 2. März 2022 von der „Zwicky Transient Facility“ entdeckt und trägt daher das Kürzel „ZTF“. Zum Entdeckungszeitpunkt befand er sich in einer Entfernung von 4,3 Astronomischen Einheiten (rund 650 Millionen Kilometer) und war 17,3 mag „hell“. Es handelt sich um einen langperiodischen Kometen, dessen sonnenfernster Punkt 2800 AE von der Sonne entfernt ist. Seine Umlaufzeit beträgt etwa 50.000 Jahre. Mit einer Neigung von 109 Grad steht seine Bahn fast senkrecht zur Ekliptik – praktisch für uns Beobachter auf der Erde.

Die Bahn des Kometen C/2022 E3 (ZTF) im inneren Sonnensystem. Die grauen Linien zeigen den Abstand der Kometenbahn zur Ekliptik an. Quelle: NASA/JPL-Caltech/Solar System Dynamics.

Am 12. Januar 2023 erreicht C/2022 E3 mit 1,1 AE Abstand seine sonnennächste Position und am 1. Februar 2023 mit 0,28 AE (42 Mio. km) seine kleinste Entfernung zur Erde. Er nähert sich dabei von Norden kommend der Ekliptik, die er am 12. Februar nach Süden hin durchstößt. Wenn Komet ZTF Ende Januar/Anfang Februar seine maximale Helligkeit erreicht, befindet er sich von der Erde aus gesehen unweit des nördlichen Himmelspols und ist somit die ganze Nacht über zu sehen.

Bahn des Kometen C/2022 E3 (ZTF) von Anfang Januar bis Anfang März 2023. Die Karte zeigt den Himmelsanblick am 1. Februar um Mitternacht. Bis Ende Januar ist der Komet ein Objekt für den Morgenhimmel, wird dann die gesamte Nacht über hoch am Himmel stehen und bewegt sich anschließend in Richtung des nordwestlichen Abendhimmels. (Vereinigung der Sternfreunde e.V./CC BY-SA 4.0).

Download der Karte im PDF-Format zum Druck.

Die beste Sichtbarkeitszeit beginnt nach Mitte Januar, wenn der Komet heller als 7 mag ist und der abnehmende Mond den Himmel immer weniger aufhellt. Neumond tritt am 21.1. ein. Optimal werden die Tage kurz vor Ende Januar sein: der Komet hat mit ca. 5,5 mag fast seine maximale Helligkeit erreicht und der Mond im ersten Viertel geht in der zweiten Nachthälfte unter. Anschließend stört leider Mondlicht die Beobachtung (Vollmond am 5.2.), in der zweiten Februarwoche bietet sich ein weiteres Beobachtungsfenster am Abendhimmel; C/2022 E3 ist dann noch etwa 6 mag hell.

Am 10./11. Februar wird Komet ZTF nahe an Mars vorbei ziehen und am 15./16.2. direkt neben Aldebaran im Stier zu finden sein. Dann beträgt die Helligkeit des Kometen nur noch 7 mag und seine Zeit als „Fernglaskomet“ geht zu Ende.

Die maximale Helligkeit von 5,5 mag ist für einen Kometen durchaus bemerkenswert, unter sehr dunklem Himmel wird man ihn vielleicht sogar mit bloßem Auge erkennen können, doch man muss schon genau wissen, wo man ihn am Himmel findet. Dazu mögen unsere Aufsuchkarten behilflich sein. Wer seinen eigenen Sternatlas verwenden möchte, findet die Positionsangaben des Kometen in einer Ephemeridentabelle.

Aufsuchkarten für den Kometen C/2022 E3 (ZTF)

Ephemeride für den Kometen C/2022 E3 (ZTF)

Über aktuelle Beobachtungen und Aufnahmen tauschen sich die Kometenbeobachter im Forum der VdS aus. Weitere Hinweise zu Kometen und ein umfangreiches Bildarchiv findet man bei der Fachgruppe Kometen.

Allen Sternfreunden ein gutes neues Jahr 2023

In 400 Kilometer Höhe mit Blick auf unsere Erde ist die Internationale Weltraum Station unterwegs als ein friedlicher Außenposten der Menschheit. Mitten in der Corona Pandemie startete im Herbst 2021 Matthias Maurer auf die Station, um dann von dort aus am 24. Februar 2022 den Beginn des Krieges Russlands gegen die Ukraine zu erleben. Kurz wankte das Gebäude der internationalen Raumfahrt, um dann jedoch in den Alltag zurück zu kehren. Vielen astronomischen Projekten auf der Erde war dieser Weg versperrt und wird es vielleicht auch noch lange bleiben. Für die Astronomen und Weltraumfahrer gibt es keine sichtbaren politischen Grenzen am Himmel wie auf Erden. Hoffen wir auf bessere Zeiten für unsere Erde und die Weltgemeinschaft.

NASA astronaut Mark T. Vande Hei took this picture of ESA astronaut Matthias Maurer in the Cupola and tweeted: „Nope, that’s not an astronaut looking down on Mars … yet. That is Matthias Mauer, ESA astronaut @astro_matthias, taking pictures of the deserts of North Africa from the International Space Station.“

Es gab jedoch auch für die Sternfreunde der VdS viele schöne Momente in diesem auslaufenden Jahr 2022. So fand nach 2019 zum ersten Male wieder eine VdS-Tagung statt in Halle und natürlich war die Himmelsscheibe von Nebra im Mittelpunkt. Diese hatte es übrigens auch auf die Comic Kiss Mission der ISS geschafft. Zudem waren für kurze Zeit eine europäische Astronautin und ein Astronaut an Bord. Hier geht es zum Video mit Samantha Christoforetti und Matthias Maurer.

Adventskalender 2022

Vom Planetarium Kanena und den Sternfreunden aus Aachen und Essen gibt es seit 15 Tagen einen Adventskalender mit kleinen Videobeiträgen zur Astronomie. Diese sind nicht nur für Kinder gedacht, denn einige Tipps kann man auch gut im Verein zeigen. Noch sind die letzten 9 Türchen nicht gefüllt und können in den folgenden Tagen geöffnet werden. Viel Vergnügen!

Die Geminiden kommen

Die „Geminiden“ sorgen Mitte Dezember für einen schönes Sternschnuppenschauspiel. Mit bis zu 150 Meteoren pro Stunde gelten die Geminiden als reichster Strom des Jahres. Der Höhepunkt der Aktivität wird am 14. Dezember um 14 Uhr erreicht, daher sind die Nächte vom 13. auf den 14. und vom 14. auf den 15. Dezember am besten zur Sternschnuppenjagd geeignet.

Das Maximum der Geminiden findet in diesem Jahr für uns am Tag statt: am Mittwoch, den 14. Dezember gegen 14 Uhr MEZ soll der Höhepunkt erreicht werden. Für Beobachter in Mitteleuropa bieten sich daher die Nächte von Dienstag auf Mittwoch und von Mittwoch auf Donnerstag an. Besonders in der Nacht nach dem Maximum, vom 14. auf den 15. Dezember, ist noch mit zahlreichen Sternschnuppen zu rechnen. In der Praxis wird man, je nach Aufhellung des Nachthimmels, 30 bis 60 Meteore sehen, also alle ein bis zwei Minuten eine Sternschnuppe. Darunter sind auch besonders helle Objekte.

Die Zwillinge gehen bereits in den Abendstunden am Osthimmel auf, sodass bereits nach Einbruch der Dunkelheit die Sternschnuppenshow beginnt. Wer die Zwillinge nicht kennt: sie stehen genau links oberhalb vom Orion. Besonders hell sind ihre zwei Hauptsterne Kastor und Pollux, ein aus der griechischen Mythologie bekanntes Zwillingspaar. Der scheinbare Ausstrahlungspunkt der Sternschnuppen (Fachsprache: der Radiant) liegt knapp über Kastor, dem oberen der beiden Zwillingssterne. Das ist aber nur ein perspektivischer Effekt wie bei einer Autofahrt durch einen Schneeschauer.

Der Grund für das vermehrte Auftreten der Sternschnuppen ist das Durchqueren der Erde einer kosmischen Staubwolke, die vermutlich vom Kleinplaneten „Phaethon“ hinterlassen wurde – möglicherweise ist dieser Asteroid zerbrochen und hat Trümmerteile auf seiner Bahn hinterlassen, die beim Eindringen in die Erdatmosphäre als Sternschnuppen verglühen.

Im Gegensatz zu den bekannten Perseiden-Sternschnuppen im Sommer muss man bei den Geminiden also nicht bis nach Mitternacht warten, um die meisten zu sehen. Und da der abnehmende Halbmond am 13.12. gegen 21 Uhr bzw. am 14.12. nach 22 Uhr aufgeht, sind die Abendstunden diesmal die beste Sternschnuppenzeit. Sobald es dunkel wird, kann man neugierig nach ihnen Ausschau halten. Ein freier Blick nach Osten ist dann von Vorteil, im Laufe der Nacht stehen die Zwillinge hoch im Süden, am Morgen streben sie im Nordwesten ihrem Untergang entgegen.

Mond bedeckt Uranus und Mars

Anfang Dezember wird der Mond zweimal einen Planeten bedecken: am Abend des 5. Dezember den fernen Uranus und am Morgen des 8. Dezember den roten Mars – exakt am Tag seiner diesjährigen Opposition.

Die Zeiten für beide Bedeckungsereignisse sind sehr vom Ort abhängig, unsere Angaben können nur zur groben Orientierung dienen. Um die Zeiten exakt für den persönlichen Beobachtungsort zu ermitteln, benutze man ein Planetariumsprogramm wie das kostenlose Stellarium (www.stellarium.org) oder diesen praktischen Online-Dienst des Institut de mécanique céleste et de calcul des éphémérides in Paris: https://ssp.imcce.fr/forms/occultations

5. Dezember: Mond bedeckt Uranus

Das Ereignis beginnt je nach Ort zwischen kurz nach 17:30 und 17:45 Uhr. Der Mond steht in rund 25 Grad Höhe über dem Osthorizont, die Sonne ist erst 12 Grad unter den Horizont gesunken – ganz dunkel ist es also noch nicht. Drei Tage vor Vollmond ist der Mond fast komplett beleuchtet, doch nach Osten hin bleibt noch ein unbeleuchteter Mondrand, hinter dem Uranus verschwinden wird. Vom ersten Kontakt mit dem Mondrand vergehen gut zehn Sekunden, bis der 3,8 Bogensekunden kleine Uranus vollständig vom Mond verdeckt ist. Der Austritt findet etwa zwischen 18:25 und 18:40 Uhr statt. Dann steht der Mond 33 Grad über dem Ostsüdosthorizont.

Mit einer Helligkeit von 5,6 mag ist Uranus normalerweise mit jedem Fernglas zu sehen. Doch direkt neben dem gleißend hellen Mond wird es eine Herausforderung, den sehr viel lichtschwächeren Planeten auszumachen. Auf Fotos wird der Mond zwangsläufig überbelichtet sein. Spezialisten werden bestimmt versuchen, den Eintritt am dunklen Mondrand mit langer Brennweite aufzunehmen.

 

8. Dezember: Mond bedeckt Mars

Vollmond, Oppositionstag von Mars und eine Bedeckung: viel besser kann es eigentlich nicht kommen. Wenn da nur nicht die etwas unpraktische Uhrzeit wäre: das Ereignis findet am frühen Donnerstagmorgen statt. Je nach Ort um kurz vor oder wenige Minuten nach 6 Uhr verschwindet der -1,9 mag helle Mars hinter dem Mond. Vom ersten Kontakt bis zur vollständigen Bedeckung des 17 Bogensekunden großen Mars vergehen gut 30 Sekunden. Der Mond zieht dann fast zentral über den roten Planeten hinweg. Etwa eine Stunde später, wenige Minuten vor oder nach 7 Uhr, taucht Mars auf der anderen Seite des Mondes wieder auf.

Zu Beginn der Bedeckung stehen Mond und Mars noch gut 20 Grad über dem Nordwesthorizont. Beim Austritt beträgt die Höhe über dem Horizont nur noch rund 12 Grad und die Morgendämmerung beginnt sich bemerkbar zu machen.

Klaren Himmel und viel Erfolg bei den Beobachtungen!

Schnell, hell und selten: die Sternschnuppen der Leoniden

Jedes Jahr Mitte November kreuzt die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne den Pfad des Kometen 55P/Temple-Tuttle. Dabei kollidieren Teilchen des Kometen mit der Erdatmosphäre und erzeugen dort Sternschnuppen. Die Anzahl der Meteore ist mit 10 bis 15 pro Stunde recht gering, darunter sind aber oft sehr helle Sternschnuppen. Im Jahr 2022 könnte es außerdem zu einem zweiten Meteorschauer kommen.

Der Komet 55P/Temple-Tuttle wurde am 19. Dezember 1865 entdeckt. Er läuft in 33 Jahren einmal um die Sonne. Derzeit befindet sich der Komet an seinem sonnenfernen Bahnpunkt. Wenn er sich in Sonnennähe aufhält, finden hingegen wahre Meteorstürme statt – letztmals in den Jahren um die Jahrtausendwende und das nächste Mal ab 2033.

Das diesjährige Maximum der Leoniden tritt in der Nacht vom 17. auf den 18. November ein. Die Sternschnuppen scheinen dem Sternbild Löwe (lat.: Leo) zu entspringen, ihr Ausstrahlungspunkt liegt eine Handbreit über Regulus, dem hellsten Stern im Löwen. Der Löwe geht erst nach Mitternacht auf, daher sind die Stunden der zweiten Nachthälfte zur Beobachtung der Meteore geeignet. Dazu blickt man in Richtung Osten – just in dieser Nacht steht der abnehmende Mond im Löwen, so dass man sich leicht orientieren kann. Leider hellt der Mond aber den Himmel auf; schwache Sternschnuppen werden daher kaum zu sehen sein.

Mit zehn bis 15 Sternschnuppen sind die Leoniden kein reicher Strom, allerdings treten immer wieder besonders helle Meteore auf. Und sie sind mit 70 Kilometern pro Sekunde sehr schnelle Sternschnuppen. Modellrechnungen zufolge könnte die Erde am Morgen des 19. November einen dichteren Teil der Kometenspur durchqueren, dann werden bis zu 50 Meteore pro Stunde erwartet. Der Löwe steht bereits hoch im Süden, der Mond ist ein Stück weiter in das Sternbild Jungfrau gewandert. Wer früh aufsteht, kann am 19. November vor der Morgendämmerung vielleicht ein besonderes Sternschnuppenspektakel verfolgen.

Aktuelle Beobachtungen von Sternschnuppen können im Forum der Fachgruppe Meteore verfolgt werden.

Bilderstrecke zur VdS-Tagung in Halle

Die erste Tagung der Vereinigung der Sternfreunde in Präsenz seit dem Herbst 2019 fand nun in Halle (Saale) statt. Um die eigentliche Tagung am Samstag den 29. Oktober 2022 herum gab es ein Ausflugsprogramm mit der Besichtigung des noch im Bau befindlichen Planetarium Halle, der Himmelsscheibe von Nebra im Landesmuseum für Vorgeschichte, dem Horizontobservatorium Goseck und dem Fundort der Scheibe auf dem Mittelberg. Zudem traf sich die Fachgruppe Astronomische Vereinigungen im historischen Planetarium Halle-Kanena. Viel Vergnügen mit der Bilderstrecke in chronologischer Reihenfolge und herzlichen Dank allen Mitmachern und Teilnehmern. Es war eine fantastische Veranstaltung.

 

Wer gerne noch einmal einen Blick auf das Programm der Tagung werfen möchte, wird hier fündig: https://sternfreunde.de/alle-nach-halle-2022/

Es gibt auch noch sehenswerte Berichte zum Treffen in Halle von Harald Steinmüller (Orga-Team-Halle) und von Bernd Gährken (Botschafter der VdS).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DCIM100GOPROGS__0319.JPG