17. Dezember: Transit des Jupitermondes Europa und Schattenwurf
Liebe Sternfreunde, die Beobachtungssaison des Planeten Jupiter hat längst begonnen. Er nähert sich der Opposition, so dass wir die reizvollen Schauspiele miterleben können, wenn ein Mond vor dem Planeten vorüberzieht und außerdem einen Schatten wirft. Jetzt, vor der Opposition, gehen die Schatten den Monden voraus. Nach der Opposition am 10. Januar wird es anders herum sein.

Das Bild zeigt die Situation um 23 Uhr. Die Europa tritt gerade vor die Planetenscheibe und ist dann besonders gut zu erkennen. Ihr Schatten passiert den Großen Roten Fleck.
Ein Teleskop mit 6-8 cm Öffnung sollte zum Beobachten ausreichen.
Euer Uwe Pilz.
Geminiden 2025: Sternschnuppenwochenende am 3. Advent
Auch in diesem Jahr gibt sich der Sternschnuppenstrom der Geminiden wieder die Ehre – bei nahezu idealen Bedingungen. Die meisten Meteore lassen sich voraussichtlich in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember (Samstag auf Sonntag) bewundern, abseits der Lichter der Städte kann man mit mehr als einer Sternschnuppe pro Minute rechnen. Der abnehmende Mond betritt erst in den Morgenstunden die Bühne und stört kaum.
Neben den Perseiden im August sind die Mitte Dezember auftretenden Geminiden einer der wenigen großen Meteorströme, die Sternschnuppenliebhaber Jahr für Jahr ein Sternschnuppen-Erlebnis bieten. Benannt sind sie nach dem Sternbild Zwillinge (lat.: Gemini), denn sie scheinen aus einem Punkt in der Nähe von Castor auszugehen, dem zweithellsten Stern dieses Sternbilds. In diesem Jahr weist der auffällig helle Planet Jupiter den Weg zum Ausstrahlungspunkt: Er steht mitten in den Zwillingen rechts unterhalb von Castor und dem hellsten Stern Pollux.
Sternschnuppen sehen wir immer dann, wenn staubkorngroße Partikel mit hohen Geschwindigkeiten in die Erdatmosphäre eindringen. Dabei regen sie für Sekundenbruchteile bis maximal wenige Seekunden die Moleküle der Luft zum Leuchten an. Bei den Geminiden stammen die Staubteilchen von dem Asteroiden (3200) Phaethon, dessen Umlaufbahn um die Sonne die Erde jährlich Mitte Dezember kreuzt.

Geminiden-Sternschnuppen über einer winterlichen Landschaft in China im Jahr 2017. Bild: Dai Jianfeng/IAU OAE (CC BY 4.0)
Das Maximum der Geminiden wird 2025 für die späten Morgenstunden des 14. Dezember (voraussichtlich gegen 9 Uhr) erwartet, wenn es im deutschen Sprachraum schon wieder hell ist. Die beste Geminidennacht ist daher die vom 13. auf den 14. Dezember. Da dies die Nacht von Samstag auf Sonntag ist, kann man die Sternschnuppen dementsprechend unabhängig von Schule und Arbeit auch zu späterer Stunde noch genießen. Der abnehmende Mond ist zeigt sich nur noch als Sichel und geht in dieser Nacht erst gegen 2:30 Uhr auf. Er stört daher kaum.
Auch die Abendstunden der Nacht von Sonntag auf Montag (also vom 14. auf den 15. Dezember) könnten noch interessant sein, denn die auffälligsten Geminiden-Sternschnuppen sind oft zum Ende des Maximums hin zu sehen. Geminiden sind im Durchschnitt vergleichsweise hell und können intensiv farbig sein.
Für die Beobachtung von Sternschnuppen gilt grundsätzlich: je weiter weg von den Lichtern der Städte, desto besser. Am besten sucht man sich einen Aussichtspunkt außerhalb von Ortschaften, bei dem keine Gebäude, Bäume oder Berge die Sicht versperren, denn die Sternschnuppen ziehen über den ganzen Himmel. Man benötigt keine besondere Ausrüstung, im Gegenteil: Ferngläser oder Teleskope sind eher hinderlich. Ein Liegestuhl, eine warme Decke und eine Thermoskanne mit einem heißen Getränk hingegen helfen dabei, das Warten auf die Sternschnuppen angenehmer zu machen.
Bis ca. 12. Dezember: Morgensichtbarkeit des Planeten Merkur
Liebe Sternfreunde,
der Planet Merkur ist von südlichen Breiten ein auffallender Planet. Dort steht er auffallend am dunklen Nachthimmel. In nördlichen Breiten erhebt er sich nicht so hoch über den Horizont. Dennoch ist er ein einfaches Objekt für das freie Auge, wenn man den richtigen Zeitpunkt auswählt und weiß, wohin man schauen muss.

Er wird im Dezember heller als der Saturn, aber nicht so glänzend wie der Jupiter. Aufsuchen muss man ihn am Morgenhimmel. Sehr günstig steht er zwischen bis zum 12. Dezember. Man benötigt eine freie Sicht zum Südosthimmel. Beginnen sollte man mit der Beobachtung etwa 90 Minuten vor Sonnenaufgang. Der Osthimmel wird dann langsam heller, aber de glänzende Merkur ist dennoch zu erkennen – wenige Grad über dem Horizont. Ein kleines Fernglas hilft beim Aufsuchen, aber wenn man ihn damit gefunden hat, sollte man ihn auch mit dem freien Auge sehen.
Als Orientierung kann die 30 Grad entfernte Spica dienen.
Euer Uwe Pilz
4. Dezember morgens, Mond bedeckt Plejadensterne
Liebe Sternfreunde, der fast volle Mond zieht am Morgen des 4. Dezembers über die Plejaden hinweg. Dabei werden etliche helle Sterne bedeckt. Zunächst der Anblick gegen 4 Uhr:

Der helle Mond überstrahlt die Plejaden. Mit dem freien Auge wird man das Siebengestirn nicht sehen, auch im Fernglas ist es schwierig. Ein kleines Teleskop genügt aber.
Die Bedeckungen erfolgen am schmalen dunklen Mondrand:
Wegen der Parallaxe können die Zeiten um ein paar Minuten abweichen.
Euer Uwe Pilz.
29. November: Mond nahe Saturn und Neptun
Liebe Sternfreunde,
am Samstag abend begegnet der zunehmende Mond dem Planeten Saturn. Auch der Neptun steht nahe. Einfach mal hinschauen!
Wer ein Teleskop hat, sollte auch einen Blick auf den Saturn werfen: Noch sind die Ringe sehr schmal, einfach nur „Striche“. Die Monde des Saturn stehen „in eine Reihe“, ähnlich wie wir das vom Jupiter kennen. Das ist nur bei der Kantenstellung der Ringe zu beobachten.

Titan ist auch in kleinen Instrumenten zu sehen, ein Sechs-Zöller sollte alle hier dargestellten Monde zeigen.
Euer Uwe Pilz.
22. November, ab 19.50 Uhr: Titan vor Saturn
Liebe Sternfreunde, die Ringe des Saturn sind für meine Ausrüstung zu einem „Strich“ ohne Details geworden. Ein seltsamer Anblick, den auch meine Frau bemerkenswert fand. Als Nebeneffekt sehen wir die Monde in der Ringebene. Damit einher gehen Transits. Am leichtesten zu beobachten sind die des Mondes Titan.

Das Ereignis beginnt etwa 19.50 Uhr. Saturn steht kurz vor der Kulmination, ideale Beobachtungsbedingungen also. Wahrscheinlich findet man mit kleineren Instrumenten den Mond nicht vor der Planetenscheibe, das kenne ich von Transits der Jupitermonde. Aber wenn man beim Eintritt dabei ist, sollte man mit 8-10 cm Öffnung eine Chance haben. Die Wetteraussichten sind generell in Deutschland recht gut. Nicht verpassen!
Euer Uwe Pilz.
21. November, Morgenhimmel: 2 Schatten und 1 Mond vor Jupiter
Liebe Sternfreunde,
am Freitag morgen laufen zwei Mondschatten über den Planeten, der von Io und der von Kallisto. Wenn die Luft ruhig ist, dann könnt ihr sehen, das Kallistos Schatten wenige scharf ist. Dies rührt von der größeren Entfernung zum Planeten her, es gibt einen kleineren Kern- und einen größeren Halbschatten. Kallisto ist größer als Io, aber dessen kleineren, aber scharf abgegrenzten Schatten wird man deutlicher sehen:

Um 3.38 Uhr tritt dann auch noch der Io vor den Planeten, für diesen Zeitpunkt gilt das Bild. Am Rand sind die Mond-Durchgänge am besten zu sehen, weil es eine Randabdunkelung der Jupiterscheibe gibt.
Euer Uwe Pilz.
17./18. November: Maximum der Leoniden
Liebe Sternfreunde,
in der Nacht vom 17. zum 18. November lässt sich der Meteorstrom der Leoniden gut beobachten. Der Mond stört nicht und der Radiant geht gegen 0 Uhr auf. Obwohl das rechnerische Maximum in den frühen Abendstunden liegt, kann man die meisten Meteore am Morgen beobachten, wenn der Radiant hoch am Himmel steht. Dann sieht man etwa 10 Meteore in einer Stunde.

Die Leoniden entstammen dem Kometen 55P/Temple-Tuttle. Dieser hat eine Umlaufzeit von 33 Jahren und nähert sich dem Perihel, welches für 2031 erwartet wird. Möglicherweise erleben wir schon jetzt eine Zunahme der Aktivität. Außerdem sind für die erste Nachthälfte mehrere Transits durch sog. Staubspuren prognostiziert worden. Weil der Radiant dann noch nicht am Himmel steht, sind sie vom deutschen Sprachraum aus nicht gut zu beobachten. Dennoch lohnt es einen Versuch: Falls Meteore aus diesen Spuren auftauchen, dann ziehen sie lange Bahnen über den Himmel.
Euer Uwe Pilz
Interstellaren Besucher 3I/ATLAS jetzt beobachten
Liebe Sternfreunde,
ich freue mich schon darauf, das erste Mal einen interstellaren Besucher mit den eigenen Augen zu sehen, den Kometen 3I/ATLAS. Er ist am Morgenhimmel erschienen:

Das Bild zeigt die Situation kurz vor Beginn der Dämmerung, eine reichliche Stunde vor Sonnenaufgang. Der Komet hat gerade eben seit Helligkeitsmaximum von 10 mag durchschritten. Bis Anfang Dezember sinkt die Helligkeit um eine Magnitude, dafür steigt der Horizontabstand. Ein Sechszöller sollte für das Auffinden genügen.
Zum Aufsuchen hier eine Ephemeride:
P/ATLAS (3I) Datum h(MEZ) RA Deklination --------------------------------------- 12 Nov 2025 6 12h58m04.65s -04 24' 56.4" 13 Nov 2025 6 12h55m31.83s -04 12' 11.7" 14 Nov 2025 6 12h52m56.52s -03 59' 10.9" 15 Nov 2025 6 12h50m18.64s -03 45' 53.3" 16 Nov 2025 6 12h47m38.07s -03 32' 18.6" 17 Nov 2025 6 12h44m54.73s -03 18' 25.9" 18 Nov 2025 6 12h42m08.50s -03 04' 15.0" 19 Nov 2025 6 12h39m19.28s -02 49' 45.1" 20 Nov 2025 6 12h36m26.99s -02 34' 55.7" 21 Nov 2025 6 12h33m31.51s -02 19' 46.4" 22 Nov 2025 6 12h30m32.76s -02 04' 16.6" 23 Nov 2025 6 12h27m30.63s -01 48' 26.0" 24 Nov 2025 6 12h24m25.04s -01 32' 14.0" 25 Nov 2025 6 12h21m15.89s -01 15' 40.3" 26 Nov 2025 6 12h18m03.11s -00 58' 44.6" 27 Nov 2025 6 12h14m46.61s -00 41' 26.5" 28 Nov 2025 6 12h11m26.32s -00 23' 45.8" 29 Nov 2025 6 12h08m02.16s -00 05' 42.5" 30 Nov 2025 6 12h04m34.10s +00 12' 43.6" 1 Dez 2025 6 12h01m02.06s +00 31' 32.6" 2 Dez 2025 6 11h57m26.01s +00 50' 44.3" 3 Dez 2025 6 11h53m45.92s +01 10' 18.6" 4 Dez 2025 6 11h50m01.76s +01 30' 15.2" 5 Dez 2025 6 11h46m13.51s +01 50' 33.7" 6 Dez 2025 6 11h42m21.19s +02 11' 13.6" 7 Dez 2025 6 11h38m24.80s +02 32' 14.3" 8 Dez 2025 6 11h34m24.36s +02 53' 35.2" 9 Dez 2025 6 11h30m19.92s +03 15' 15.5" 10 Dez 2025 6 11h26m11.52s +03 37' 14.0" 11 Dez 2025 6 11h21m59.24s +03 59' 29.8" 12 Dez 2025 6 11h17m43.17s +04 22' 01.6"
Viel Erfolg,
euer Uwe Pilz.
10. November morgens: Mond bei Kastor, Pollux und dem Jupiter
Liebe Sternfreunde,
der Jupiter gibt mit Kastor und Pollux jeden Abend eine schöne Konstellation ab. Am 10. November gesellt sich noch der abnehmende Mond hinzu:

Die Konstellation befindet sich hoch am Südwesthimmel. Dies ist auch ideal, um mit dem Teleskop einen Blick auf den Jupiter zu werfen.
Euer Uwe Pilz.