Veranstaltungs-Anmeldung für den Herbst-Astronomietag 2021 freigeschaltet

Wenn man etwas zum zweiten Mal macht, wird es zur Tradition. Also geben wir hiermit den Startschuss zum Herbst-Astronomietag 2021, und hoffentlich werden ihm viele weitere folgen. Begehen wollen wir ihn unter dem Motto „Juwelen am Himmelszelt – eine Reise zu den Riesenplaneten“, denn am ausgewählten Tag, dem 16. Oktober 2021, stehen Jupiter und Saturn zusammen mit Venus und Mond prominent funkelnd am Sternhimmel.

Wir sind zur Zeit vorsichtig optimistisch was die Coronavirus-Lage angeht und hoffen, dass viele Sternwarten, Vereine, Planetarien, Forschungsinstitute und Museen ihre Pforten im Oktober geöffnet haben können und Publikum begrüßen dürfen. Online-Events sind aber nach wie vor möglich und wie schon bei den letzten drei Astronomietagen gilt natürlich, daß sich die Voraussetzungen kurzfristig ändern können.

Ab sofort können Veranstaltungsangebote aller Art angemeldet und Poster bestellt werden. Digitale Materialien wie Poster und Banner stehen wie gewohnt zum Download bereit.

Helle Nova im Herkules

Am 12. Juni entdeckte der Japaner Seiji Ueda eine 8,4 mag helle Nova im Sternbild Herkules nahe der Grenze zum Adler. Mittlerweile beträgt die Helligkeit bereits 6,0 mag.

Koordinaten (2000.0): Rektasz. 18h 57m 30.95s, Dekl. +16° 53′ 39.6″

Aufsuch- und Vergleichssternkarte der AAVSO (mit freundlicher Genehmigung)

Heute wird es finster!

In den Mittagsstunden findet bei uns eine partielle Sonnenfinsternis statt, die in der Arktis sogar ringförmig zu sehen sein wird. Die VdS ist an einem Livestream beteiligt aus Berlin, der ab 11:15 Uhr läuft. Dazu anbei eine Reihe von Links. In der Grafik unten sind einige Orte eingezeichnet, an denen es einen Livestream gibt. Osnabrück kommt noch hinzu und Kirchheim und sicherlich noch viel mehr Sternwarten.

Gemeinsamer Livestream aus Berlin

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Skyweek Zwei Punkt Null

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Journal für Astronomie

Die Zeitschrift für Hobbyastronomen

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Sonnenfinsternis im Livestream

Heute in zwei Wochen am Donnerstag den 10. Juni 2021 gibt es in der Mittagszeit eine ringförmige Sonnenfinsternis in den polaren Breiten, die bei uns in Mitteleuropa noch als partielle Verfinsterung gesehen werden kann. Siehe hierzu den ausführlichen Bericht „Seltenes Himmelsschauspiel“ vorher unter Neuigkeiten. Nun steht der YouTube Stream zur Livesendung von 11:15 bis 13:15 Uhr fest, der über die Stiftung Planetarium Berlin gesendet wird als Gemeinschaftsproduktion der Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien und der Vereinigung der Sternfreunde. Wir freuen uns jetzt schon auf zwei Stunden spannende Livebilder, zu der auch mehr als ein Dutzend Sternwarten beitragen werden.

Seltenes Himmelsschauspiel: Sonnenfinsternis am 10. Juni 2021

Am Donnerstag, den 10. Juni, zieht der Mond zur Mittagszeit vor der Sonnenscheibe vorbei – es findet eine Sonnenfinsternis statt. Das Ereignis dauert rund zwei Stunden und kann bei klarem Himmel in Deutschland und anderen Ländern gesehen werden. Da Veranstaltungen mit vielen Menschen zurzeit schwierig sind, wird die Finsternis von der Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien und der Vereinigung der Sternfreunde per moderiertem Livestream im Internet übertragen.

Zum ersten Mal seit sechs Jahren ist über Mitteleuropa wieder eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Der Mond wird am 10. Juni in Norddeutschland rund 20 Prozent der Sonnenscheibe bedecken, in Süddeutschland sind es nur sechs Prozent, in Österreich und der Schweiz noch etwas weniger. Der Mondschatten läuft von West nach Ost, daher beginnt die Finsternis in Aachen bereits um 11:21 Uhr, in Braunschweig um 11:30 Uhr und in Frankfurt/Oder erst um 11:40 Uhr. Eine Stunde nach Beginn tritt die maximale Bedeckung ein, eine weitere Stunde später geht die Finsternis zu Ende.

Aufnahme der partiellen Sonnenfinsternis am 20. März 2015. Foto: Sven Melchert.

Beste Bedingungen zur Mittagspause

Das Maximum der Sonnenfinsternis findet im Westen Deutschlands gegen 12:20 und im Osten um 12:40 Uhr statt. So kann jeder während seiner Mittagspause oder in einer Schulpause einen Blick zur Sonne werfen und die „angeknabberte Sonne“ bestaunen. Dazu muss man auf jeden Fall eine sichere Sonnenfinsternisbrille verwenden, denn alle anderen Hilfsmittel dämpfen das Sonnenlicht nicht ausreichend, bleibende Augenschäden wären die Folge. Am besten besorgt man sich schon jetzt eine sogenannte Sonnenfinsternisbrille, die für wenige Euro im Handel erhältlich ist. Es gibt auch einfache und sichere Alternativen, wie die Projektion mit einer Lochkamera auf ein Blatt Papier.

Die partielle Sonnenfinsternis am 10. Juni von Mitteleuropa aus gesehen. Grafik: Vereinigung der Sternfreunde.

Feuerring“ im hohen Norden

Bei dieser Finsternis sind Zuschauer in Mitteleuropa allerdings nur Zaungäste. Von Nordkanada über Grönland, die Arktis bis zum nordöstlichen Teil Asiens verläuft die Zone der zentralen Verfinsterung. Der Neumond überquert die Sonnenscheibe in der Mitte. Manchmal sieht man in einem solchen Fall eine totale Sonnenfinsternis, doch am 10. Juni ist der Mond so weit von der Erde entfernt, dass er die Sonnenscheibe nicht komplett abdeckt. Ein schmaler Lichtring um den dunklen Mond bleibt übrig; Astronomen sprechen von einer „ringförmigen“ Sonnenfinsternis. Für maximal drei Minuten und 51 Sekunden wird der Mond vom nordwestlichen Teil Grönlands aus vollständig vor der Sonne stehen.

Aufnahme der ringförmigen Sonnenfinsternis am 26. Dezember 2019 über dem Oman. Foto: Daniel Fischer.
Globaler Verlauf der Sonnenfinsternis am 10. Juni 2021. Grafik: Vereinigung der Sternfreunde.

Warum sind Sonnenfinsternisse so selten?

Eine Sonnenfinsternis kann nur bei Neumond eintreten, wenn der Mond genau zwischen Sonne und Erde steht. Doch durch die Neigung der Mondbahn zieht er meist weit über- oder unterhalb der Sonne vorbei. Damit der Mond die Sonne trifft, muss er bei Neumond auch die scheinbare Sonnenbahn am Himmel kreuzen. Die Kombination beider Stellungen führt dazu, dass pro Jahr maximal nur zwei bis vier Sonnenfinsternisse irgendwo auf der Erde stattfinden. Die Sonne muss während der Finsternis außerdem über dem lokalen Horizont stehen, und so kommt es, dass von einem Ort aus nur alle paar Jahre eine Sonnenfinsternis zu sehen ist. Die nächste von Mitteleuropa aus sichtbare wird übrigens schon am 25. Oktober 2022 stattfinden.

Oben: bei einer totalen Sonnenfinsternis erreicht der Kernschatten des Mondes die Erdoberfläche. Abseits des Kernschattens ist eine partielle Finsternis zu sehen. Unten: bei einer ringförmigen Finsternis ist der Mond zu weit von der Erde entfernt, sein Kernschatten erreicht die Erdoberfläche nicht. Grafik: Vereinigung der Sternfreunde.

Live dabei mit Bildern aus aller Welt

Sofern es die Einschränkungen der Corona-Pandemie Anfang Juni zulassen und das Wetter einen Blick auf die Sonne erlaubt, werden manche Sternwarten, Planetarien und Science Center zur Beobachtung der Finsternis mit dem Teleskop einladen. Doch man kann die Sonnenfinsternis auch bequem am Bildschirm erleben: Die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien streamt das Ereignis von 11:15 bis 13:15 Uhr live auf dem Youtube-Kanal der Stiftung Planetarium Berlin, die Vereinigung der Sternfreunde verteilt über Twitter und Facebook unter dem Hashtag #sofi2021 aktuelle Fotos der Sonnenfinsternis. Dabei ist nicht nur die Silhouette des Mondes spannend, vielleicht zeigen sich auf der Sonne auch dunkle Flecken oder gewaltige Eruptionen, die sich in den Stunden der Finsternis verändern.

Informationen für Schulen sind in diesem Informationsblatt zusammengefasst:Herunterladen

Kontakte

Michael Schomann
Vereinigung der Sternfreunde
Telefon: +49 / (0) 151 525 744 01
E-Mail: michael.schomann@sternfreunde.de

Dr. Björn Voss
Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien
Tel.: +49 / (0251) 591 6026
E-Mail: bjoern.voss@gdp-planetarium.org

Dr. Carolin Liefke
Haus der Astronomie
E-Mail: liefke@hda-hd.de

Am 8. Mai 2021 ist die VdS beim digitalen ATT live dabei!

Am Samstag den 8. Mai 2021 ab 10:00 Uhr findet der erste digitale Astronomie und Technik Treff statt, kurz ATT. Die Vereinigung der Sternfreunde ist einer der rund 30 Aussteller. Wir von der VdS-Zentrale sind auf unserem virtuellen Messestand von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr zu finden. Über die nur an dem Wochenende geschaltete Webseite beim ATT Organisator oder die virtuelle 360 Grad Sternwarte sind wir erreichbar. Außerdem beteiligen sich unsere VdS-Fachgruppen live im Zeitraum von 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr. Dies wird nicht alle Fachgruppen betreffen und sicherlich werden auch nicht alle Fachgruppen über den gesamten Zeitraum in den Zoom Breakout Session erreichbar sein. Beim ersten Mal „Zoomen“ muss routinemäßig eine App geladen werden. Jede unserer 18 Fachgruppen hat einen separaten Raum und die aktuelle Teilnehmerzahl läßt sich erkennen. Viel Vergnügen.

 

44. Würzburger Frühjahrstagung virtuell am 24. April 2021

Nachdem im letzten Jahr die Tagung aufgrund der Corona Pandemie abgesagt werden mußte, hat sich der Veranstalter in diesem Jahr dazu entschlossen, das beliebte Treffen als Zoom Konferenz anzubieten. Der Tagungsleiter Dr. Dominik Elsässer von der VdS hat jetzt das Programm veröffentlicht, das man auch unten direkt ansehen kann: Programm 44. Frühjahrstagung 2021 als PDF

Die Einwahl erfolgt via Zoom. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Das Programm der 44. Würzburger Frühjahrstagung am Samstag den 24. April 2021 virtuell per Zoom

09:00-09:10   Begrüßung durch den Tagungsleiter Dr. Dominik Elsässer (VdS)

09:10-10:10   Galaktische Archäologie. Prof. Dr. Eva Grebel. Astronomisches Recheninstitut der Universität Heidelberg

10:25-10:55   Künstliche Intelligenz & Machine Learning in der Bild-bearbeitung und Fotografie –wie funktioniert das? Florian Bleymann aus Rottendorf

11:05-11:35   Moritz beobachtet unbegleitet: Sternbedeckung durch 1048 Feodosia. Dr. Eberhard Bredner aus Ahlen-Dolberg

11:45-12:00   Eine neue Zeitschrift für die Amateurastronomie – Zwei Jahre astronomie–DAS MAGAZIN. Dr. Stefan Deiters aus Hamburg

12:00-13:00   Mittagspause

13:00-13:30   Schwarze Löcher: wo Licht ist, ist starker Schatten. Dr. Uwe Pilz aus Leipzig

13:40-14:25   Das Open-Source-Softwareprojekt PlanetarySystemStacker. Rolf Hempel aus Köln

14:35-15:20   Die Vielfalt der Spektroskopie I: Einführung und Alpha Cam (1) Spektroskopie an Mizar (2) und an Deneb (3). Vortrag von Günter Gebhard (1), Ulrich Waldschläger (2) und Siegfried Hold (3) von der VdS Fachgruppe Spektroskopie

15:30-16:00   Eduard Schönfeld, der Vollender der Bonner Duchmusterung. Dr. Michael Geffert vom Birtzberg Observatorium in Bornheim

16:00-16:20   Kaffeepause

16:20-17:15   Fotografische Kometenjagd: 1000 Schweifsterne in 40 Jahren, dazu: Bildershow von Gerald Rhemann. Michael Jäger aus Weißenkirchen/Wachau und Gerald Rhemann aus Wien

17:25-17:55   Die Vielfalt der Spektroskopie II: Technik Echellespektrograph (1) und Datenreduktion (2) von Thomas Kremser (1) und Christoph Quandt (2) aus der VdS Fachgruppe Spektroskopie

18:05-18:35   Sonnenfinsternis 2019 –Südamerikatour von Brasilien nach Argentinien. Prof. Dr. Kai-Oliver Detken aus Grasberg bei Bremen

18:35-18:45   Abschlussdiskussion und Verabschiedung durch Dr. Dominik Elsässer als Tagungsleiter der VdS

Mondstrukturen bei günstigen Librationswinkeln

Die letzte Marsopposition von 2020 ist vorüber. Venus durchläuft gerade ihre obere Konjunktion und wird erst wieder ab Oktober 2021 in sehr bescheidener Höhe abends über dem Horizont sichtbar sein. Jupiter und Saturn stehen nach wie vor tief in der Ekliptik, lediglich Jupiter quält sich allmählich zu größerer Höhe empor. Insgesamt sind das ungünstige Voraussetzungen für die Planetenbeobachtung und -fotografie, die erst in den kommenden Jahren wieder besser werden.

Trotzdem brauchen die Planetenbeobachter nicht untätig zu sein, denn auch der Mond bietet interessante Beobachtungsmöglichkeiten. Dazu gehört die Erkundung von Mondgegenden, die normalerweise auf der Mondrückseite liegen, wegen der Librationsbewegungen aber hin und wieder am Mondrand sichtbar werden können. So sind ca. 59 % der Mondoberfläche zumindest zeitweise von der Erde aus sichtbar.

Mehr dazu im Beobachtungsprojekt der Fachgruppe Planeten.

Streifende Sternbedeckungen durch den Mond im 2. Quartal 2021

Im 2. Quartal dieses Jahres kommen nur Beobachter in Nord- und Mitteldeutschland in den Genuss der Beobachtung zweier interessanter streifender Bedeckungen von Sternen durch den Mond. Die Landkarte zeigt die Grenzlinien dieser Ereignisse, die der mittlere Mondrand während des Vorbeizuges am Stern beschreibt. Von jedem Punkt in der Nähe dieser Linien ist zum richtigen Zeitpunkt das oft mehrfache Verschwinden und Wiederauftauchen des Sterns bereits in einem kleinen bis mittleren Fernrohr zu verfolgen. Beide Streifungen finden am unbeleuchteten Nordrand des Mondes in ausreichendem Abstand zum hellen Mondterminator statt und sind daher relativ leicht zu beobachten. In beiden Fällen ist der Mond zunehmend, weshalb die Beobachtungen in der ersten Nachthälfte bequem zu verfolgen sind.
Grundlage der hier veröffentlichten Profildaten sind Laser-Messungen des amerikanischen Lunar Reconaissance Orbiters, die in ein dichtes Netz von librationsabhängigen Profilwerten umgerechnet wurden.
Um streifende Sternbedeckungen erfolgreich beobachten zu können, werden eine ganze Reihe präziser Informationen benötigt. Die europäische Sektion der International Occultation Timing Association (IOTA/ES) stellt diese Daten zur Verfügung. Kernstück ist die Software ‚GRAZPREP‘ des Autors, die sowohl eine komplette und stets aktualisierte Auflistung aller interessanten Ereignisse als auch für jedes Ereignis die genauen Koordinaten der Grenzlinien und viele weitere Informationen liefert. Darüber hinaus kann von jedem Standort aus das Profil des Mondes und die zu erwartende Sternbahn grafisch in verschiedensten Vergrößerungen dargestellt werden, um so den besten Beobachtungsstandort auswählen zu können. Letzterer muss auch unter Berücksichtigung der Höhe optimiert werden, weil diese einen Einfluss auf den Blickwinkel zum Mond hat. Hierzu können höhenkorrigierte Grenzlinien automatisch in eine Google Earth-Karte übertragen werden, mit der es dann einfach ist, die besten Beobachtungsstationen festzulegen.
Die Software kann kostenlos unter www.grazprep.com heruntergeladen und installiert werden (Password: IOTA/ES). Zusätzlich benötigte Vorhersagedateien sind dort ebenfalls herunterzuladen oder sind direkt vom Autor (e_riedel@msn.com) oder über die IOTA/ES (www.iota-es.de) zu beziehen. Weiterführende Informationen, z. B. über die Meldung der Bedeckungszeiten, sind dort ebenfalls erhältlich. Die VdS-Fachgruppe Sternbedeckungen informiert ferner über Beobachtungs- und Aufzeichnungstechniken dieser eindrucksvollen Ereignisse.

Text und Abbildungen: Eberhard Riedel

Karte mit den Grenzlinien der beiden vorgestellten Streifungsereignisse

Ereignis 1: 15.04.2021

Am späten Abend des 15. April findet das beste Ereignis des Quartals statt. Ab 22:50 Uhr MESZ wird der 4,9 mag helle Stern Omega2 Tauri auf einer Linie von Nordhorn über Rheine, Gütersloh, Bad Driburg, Erfurt und Blankenhain bis nach Falkenstein/Vogtland streifend bedeckt. Der nur zu 11% beleuchtete Mond steht jedoch in den östlichen Landesteilen nur noch 7 Grad über dem Horizont, was dort die Beobachtung etwas erschwert.
Die Abbildung 1a zeigt die scheinbare Sternbahn (blau-weiß-gestrichelte Linie mit Minutenangaben) für die geografische Länge 10° Ost, wie sie bei einer Beobachtung von der vorhergesagten Grenzlinie verläuft. Das Mondrandprofil ist 12-fach überhöht dargestellt, weshalb auch die Krümmung der scheinbaren Sternbahn grafisch erforderlich ist. Die engste Annäherung zum mittleren Mondrand (weiß gepunktete Linie) findet in nur geringer Entfernung zum Terminator statt. Wegen der Absenkung des Mondterrains wäre von dieser Position keine Sternbedeckung zu verfolgen.
Die roten Begrenzungslinien zeigen den Versatz der scheinbaren Sternbahn bei einer Ortsänderung von 500 Metern in nordöstlicher bzw. südwestlicher Richtung senkrecht zur Bewegungsrichtung des Mondschattens.
Die Abbildung 1b zeigt die scheinbare Sternbahn von einer Beobachtungsstation ca. 1.170 Meter südwestlich der vorherigen. Von dieser Stelle kommt es innerhalb von zwei Minuten zu 18 oder sogar mehr Kontakten zwischen Stern und Mondrand (ungefähre Zeiten s. Inset), d. h. der Stern verschwindet 9 Mal nacheinander. Es ist auch erkennbar, warum es sinnvoll ist, soweit von der vorhergesagten Linie auszuweichen, da dann die ersten Kontakte im bequemen Abstand zu den beleuchteten Mondstrukturen stattfinden und so leichter zu beobachten sind.
Aber auch innerhalb des von den roten Grenzlinien gekennzeichneten 1.000 Meter breiten Streifens kommt es zu mehrfachen Bedeckungsereignissen mit jeweils ganz unterschiedlichen Kontaktzeiten.
Einen Einfluss auf die zu beobachtenden Kontakte hat auch die Höhe des Beobachtungsortes, für die die aufzusuchende Beobachtungsposition korrigiert werden muss.
Omega2 Tauri ist ein sehr enger Doppelstern, dessen Verschwinden und Wiedererscheinen am Mondrand jeweils nicht schlagartig erfolgt. Dieses Phänomen ist aber nur bei Aufzeichnungstechniken mit sehr hoher zeitlicher Auflösung feststellbar und visuell nicht erkennbar.

Die scheinbare Sternbahn von Omega 2 Tauri (blau-weiß gestrichelte Linie) bei Beobachtung von der vorhergesagten Grenzlinie, mit 12-facher Mondhöhendehnung, rote Begrenzungslinien bei ± 500 m

Die scheinbare Sternbahn von Omega 2 Tauri bei einer Beobachtung 1.170 Meter südwestlich der vorhergesagten Grenzlinie, 12-fache Mondhöhendehnung, rote Begrenzungslinien bei ± 500 m

Ereignis 2: 17.04.2021

Nur zwei Tage später zieht am späten Abend des 17. April der nördliche Schattenrand des Mondes über Borkum, Edewecht, Nienburg (Weser), Hannover, Lengede, Halberstadt, Halle und Leipzig bis nach Freiberg. Bei einem Beleuchtungsgrad von mittlerweile 26% wird der 7,4 mag helle Stern SAO 77790 gestreift.
Auch in diesem Fall muss man ein ganzes Stück nach Süden ausweichen, damit der Mond mit möglichst vielen unbeleuchteten Strukturen den Stern bedecken kann.
Die Abbildung 2 gibt die ungefähren Kontaktzeiten eines 8-maligen Verschwindens und Wiedererscheinens des Sterns zwischen 22:24 und 22:26 Uhr MESZ wieder.
Die Zeiten gelten für die in der Grafik angegebene geografische Position von von 10° östl. Länge und ändern sich entlang der Streifungslinie.
SAO 77790 ist nicht als Doppelstern bekannt. Nicht selten wurden allerdings bei Sternbedeckungen durch ein zeitversetztes Verschwinden und Wiedererscheinen des Sterns Doppelsterne entdeckt.

Die scheinbare Sternbahn von SAO 77790 bei Beobachtung ca. 1.100 m südwestlich der Grenzlinie, 12-fache Mondhöhendehnung; rote Begrenzungslinien bei ± 500 m