44. Würzburger Frühjahrstagung virtuell am 24. April 2021

Nachdem im letzten Jahr die Tagung aufgrund der Corona Pandemie abgesagt werden mußte, hat sich der Veranstalter in diesem Jahr dazu entschlossen, das beliebte Treffen als Zoom Konferenz anzubieten. Der Tagungsleiter Dr. Dominik Elsässer von der VdS hat jetzt das Programm veröffentlicht, das man auch unten direkt ansehen kann: Programm 44. Frühjahrstagung 2021 als PDF

Die Einwahl erfolgt via Zoom über den folgenden Link. Die Teilnahme ist kostenfrei:

https://tu-dortmund.zoom.us/j/92483723145?pwd=bzdDQUlwa3I2eU10R3BpcjNEVE1pdz09

Meeting-ID: 924 8372 3145
Kenncode: 451743

 

Das Programm der 44. Würzburger Frühjahrstagung am Samstag den 24. April 2021 virtuell per Zoom

09:00-09:10 Begrüßung durch den Tagungsleiter Dr. Dominik Elsässer (VdS)

09:10-10:10 Galaktische Archäologie Prof. Dr.Eva GrebelAstronomisches Recheninstitut der Universität Heidelberg

10:25-10:55 Künstliche Intelligenz & Machine Learningin der Bild-bearbeitung und Fotografie –wie funktioniert das? Vortrag von Florian Bleymann aus Rottendorf

11:05-11:35 Moritz beobachtet unbegleitet: Sternbedeckung durch 1048 Feodosia. Dr. Eberhard Bredner aus Ahlen-Dolberg

11:45-12:00 Eine neue Zeitschrift für die Amateurastronomie – Zwei Jahre astronomie–DAS MAGAZIN. Es berichtet Dr. Stefan Deiters aus Hamburg

12:00-13:00 Mittagspause

13:00-13:30 Schwarze Löcher: wo Licht ist, ist starker Schatten. Dr.UwePilz aus Leipzig

13:40-14:25 Das Open-Source-Softwareprojekt PlanetarySystemStacker. Rolf Hempel aus Köln

14:35-15:20 Die Vielfalt der Spektroskopie I: Einführung und Alpha Cam (1) Spektroskopie an Mizar (2) und an Deneb (3). Vortrag von Günter Gebhard (1), Ulrich Waldschläger (2) und Siegfried Hold (3) von der VdS Fachgruppe Spektroskopie

15:30-16:00 Eduard Schönfeld, der Vollender der Bonner Duchmusterung. Dr. Michael Geffert vom Birtzberg Observatorium in Bornheim

16:00-16:20 Kaffeepause

16:20-17:15 Fotografische Kometenjagd: 1000 Schweifsterne in 40 Jahren, dazu: Bildershow von Gerald Rhemann. Michael Jäger aus Weißenkirchen/Wachau und Gerald Rhemann aus Wien

17:25-17:55 Die Vielfalt der Spektroskopie II: Technik Echellespektrograph (1) und Datenreduktion (2) von Thomas Kremser (1) und Christoph Quandt (2) aus der VdS Fachgruppe Spektroskopie

18:05-18:35 Sonnenfinsternis 2019 –Südamerikatour von Brasilien nach Argentinien. Prof. Dr. Kai-Oliver Detken aus Grasberg bei Bremen

18:35-18:45 Abschlussdiskussion und Verabschiedung durch Dr. Dominik Elsässer als Tagungsleiter der VdS

Mondstrukturen bei günstigen Librationswinkeln

Die letzte Marsopposition von 2020 ist vorüber. Venus durchläuft gerade ihre obere Konjunktion und wird erst wieder ab Oktober 2021 in sehr bescheidener Höhe abends über dem Horizont sichtbar sein. Jupiter und Saturn stehen nach wie vor tief in der Ekliptik, lediglich Jupiter quält sich allmählich zu größerer Höhe empor. Insgesamt sind das ungünstige Voraussetzungen für die Planetenbeobachtung und -fotografie, die erst in den kommenden Jahren wieder besser werden.

Trotzdem brauchen die Planetenbeobachter nicht untätig zu sein, denn auch der Mond bietet interessante Beobachtungsmöglichkeiten. Dazu gehört die Erkundung von Mondgegenden, die normalerweise auf der Mondrückseite liegen, wegen der Librationsbewegungen aber hin und wieder am Mondrand sichtbar werden können. So sind ca. 59 % der Mondoberfläche zumindest zeitweise von der Erde aus sichtbar.

Mehr dazu im Beobachtungsprojekt der Fachgruppe Planeten.

Streifende Sternbedeckungen durch den Mond im 2. Quartal 2021

Im 2. Quartal dieses Jahres kommen nur Beobachter in Nord- und Mitteldeutschland in den Genuss der Beobachtung zweier interessanter streifender Bedeckungen von Sternen durch den Mond. Die Landkarte zeigt die Grenzlinien dieser Ereignisse, die der mittlere Mondrand während des Vorbeizuges am Stern beschreibt. Von jedem Punkt in der Nähe dieser Linien ist zum richtigen Zeitpunkt das oft mehrfache Verschwinden und Wiederauftauchen des Sterns bereits in einem kleinen bis mittleren Fernrohr zu verfolgen. Beide Streifungen finden am unbeleuchteten Nordrand des Mondes in ausreichendem Abstand zum hellen Mondterminator statt und sind daher relativ leicht zu beobachten. In beiden Fällen ist der Mond zunehmend, weshalb die Beobachtungen in der ersten Nachthälfte bequem zu verfolgen sind.
Grundlage der hier veröffentlichten Profildaten sind Laser-Messungen des amerikanischen Lunar Reconaissance Orbiters, die in ein dichtes Netz von librationsabhängigen Profilwerten umgerechnet wurden.
Um streifende Sternbedeckungen erfolgreich beobachten zu können, werden eine ganze Reihe präziser Informationen benötigt. Die europäische Sektion der International Occultation Timing Association (IOTA/ES) stellt diese Daten zur Verfügung. Kernstück ist die Software ‚GRAZPREP‘ des Autors, die sowohl eine komplette und stets aktualisierte Auflistung aller interessanten Ereignisse als auch für jedes Ereignis die genauen Koordinaten der Grenzlinien und viele weitere Informationen liefert. Darüber hinaus kann von jedem Standort aus das Profil des Mondes und die zu erwartende Sternbahn grafisch in verschiedensten Vergrößerungen dargestellt werden, um so den besten Beobachtungsstandort auswählen zu können. Letzterer muss auch unter Berücksichtigung der Höhe optimiert werden, weil diese einen Einfluss auf den Blickwinkel zum Mond hat. Hierzu können höhenkorrigierte Grenzlinien automatisch in eine Google Earth-Karte übertragen werden, mit der es dann einfach ist, die besten Beobachtungsstationen festzulegen.
Die Software kann kostenlos unter www.grazprep.com heruntergeladen und installiert werden (Password: IOTA/ES). Zusätzlich benötigte Vorhersagedateien sind dort ebenfalls herunterzuladen oder sind direkt vom Autor (e_riedel@msn.com) oder über die IOTA/ES (www.iota-es.de) zu beziehen. Weiterführende Informationen, z. B. über die Meldung der Bedeckungszeiten, sind dort ebenfalls erhältlich. Die VdS-Fachgruppe Sternbedeckungen informiert ferner über Beobachtungs- und Aufzeichnungstechniken dieser eindrucksvollen Ereignisse.

Text und Abbildungen: Eberhard Riedel

Karte mit den Grenzlinien der beiden vorgestellten Streifungsereignisse

Ereignis 1: 15.04.2021

Am späten Abend des 15. April findet das beste Ereignis des Quartals statt. Ab 22:50 Uhr MESZ wird der 4,9 mag helle Stern Omega2 Tauri auf einer Linie von Nordhorn über Rheine, Gütersloh, Bad Driburg, Erfurt und Blankenhain bis nach Falkenstein/Vogtland streifend bedeckt. Der nur zu 11% beleuchtete Mond steht jedoch in den östlichen Landesteilen nur noch 7 Grad über dem Horizont, was dort die Beobachtung etwas erschwert.
Die Abbildung 1a zeigt die scheinbare Sternbahn (blau-weiß-gestrichelte Linie mit Minutenangaben) für die geografische Länge 10° Ost, wie sie bei einer Beobachtung von der vorhergesagten Grenzlinie verläuft. Das Mondrandprofil ist 12-fach überhöht dargestellt, weshalb auch die Krümmung der scheinbaren Sternbahn grafisch erforderlich ist. Die engste Annäherung zum mittleren Mondrand (weiß gepunktete Linie) findet in nur geringer Entfernung zum Terminator statt. Wegen der Absenkung des Mondterrains wäre von dieser Position keine Sternbedeckung zu verfolgen.
Die roten Begrenzungslinien zeigen den Versatz der scheinbaren Sternbahn bei einer Ortsänderung von 500 Metern in nordöstlicher bzw. südwestlicher Richtung senkrecht zur Bewegungsrichtung des Mondschattens.
Die Abbildung 1b zeigt die scheinbare Sternbahn von einer Beobachtungsstation ca. 1.170 Meter südwestlich der vorherigen. Von dieser Stelle kommt es innerhalb von zwei Minuten zu 18 oder sogar mehr Kontakten zwischen Stern und Mondrand (ungefähre Zeiten s. Inset), d. h. der Stern verschwindet 9 Mal nacheinander. Es ist auch erkennbar, warum es sinnvoll ist, soweit von der vorhergesagten Linie auszuweichen, da dann die ersten Kontakte im bequemen Abstand zu den beleuchteten Mondstrukturen stattfinden und so leichter zu beobachten sind.
Aber auch innerhalb des von den roten Grenzlinien gekennzeichneten 1.000 Meter breiten Streifens kommt es zu mehrfachen Bedeckungsereignissen mit jeweils ganz unterschiedlichen Kontaktzeiten.
Einen Einfluss auf die zu beobachtenden Kontakte hat auch die Höhe des Beobachtungsortes, für die die aufzusuchende Beobachtungsposition korrigiert werden muss.
Omega2 Tauri ist ein sehr enger Doppelstern, dessen Verschwinden und Wiedererscheinen am Mondrand jeweils nicht schlagartig erfolgt. Dieses Phänomen ist aber nur bei Aufzeichnungstechniken mit sehr hoher zeitlicher Auflösung feststellbar und visuell nicht erkennbar.

Die scheinbare Sternbahn von Omega 2 Tauri (blau-weiß gestrichelte Linie) bei Beobachtung von der vorhergesagten Grenzlinie, mit 12-facher Mondhöhendehnung, rote Begrenzungslinien bei ± 500 m

Die scheinbare Sternbahn von Omega 2 Tauri bei einer Beobachtung 1.170 Meter südwestlich der vorhergesagten Grenzlinie, 12-fache Mondhöhendehnung, rote Begrenzungslinien bei ± 500 m

Ereignis 2: 17.04.2021

Nur zwei Tage später zieht am späten Abend des 17. April der nördliche Schattenrand des Mondes über Borkum, Edewecht, Nienburg (Weser), Hannover, Lengede, Halberstadt, Halle und Leipzig bis nach Freiberg. Bei einem Beleuchtungsgrad von mittlerweile 26% wird der 7,4 mag helle Stern SAO 77790 gestreift.
Auch in diesem Fall muss man ein ganzes Stück nach Süden ausweichen, damit der Mond mit möglichst vielen unbeleuchteten Strukturen den Stern bedecken kann.
Die Abbildung 2 gibt die ungefähren Kontaktzeiten eines 8-maligen Verschwindens und Wiedererscheinens des Sterns zwischen 22:24 und 22:26 Uhr MESZ wieder.
Die Zeiten gelten für die in der Grafik angegebene geografische Position von von 10° östl. Länge und ändern sich entlang der Streifungslinie.
SAO 77790 ist nicht als Doppelstern bekannt. Nicht selten wurden allerdings bei Sternbedeckungen durch ein zeitversetztes Verschwinden und Wiedererscheinen des Sterns Doppelsterne entdeckt.

Die scheinbare Sternbahn von SAO 77790 bei Beobachtung ca. 1.100 m südwestlich der Grenzlinie, 12-fache Mondhöhendehnung; rote Begrenzungslinien bei ± 500 m

Fotowettbewerb zum Astronomietag: „Unser Mond“

Hallo Mondfotografen,

am kommenden Samstag, den 20. März 2021, findet der diesjährige Frühjahrs-Astronomietag statt. Wie im letzten Jahr wird es auch diesmal einen Fotowettbewerb geben. Die VdS würde sich sehr freuen, wenn viele Sternfreunde ihr schönstes Bild vom Mond einsenden. Das Thema ist „Unser Mond“ und das Motto lautet „Ein Ausflug in die Kraterlandschaft des Mondes“.
An den eingereichten Fotos solltet ihr die Rechte haben und behaltet sie natürlich auch. Alle eingereichten Fotos werden am Astronomietag auf den VdS-Webseiten, im Astronomietag-YouTube-Spezial des Hauses der Astronomie in Heidelberg sowie auf den Facebook-Seiten und dem Twitter-Kanal der VdS zusammen mit eurem Namen veröffentlicht. Die besten drei Fotos gewinnen das Buch Moonshots von National Geographic. Dies ist die ultimative Fotochronik des NASA-Weltraumprogramms mit mehr als 200 Bildern, aufgenommen mit den großformatigen Hasselblad Kameras.
 
Abgabe der Mond Bilder ab sofort an: michael.schomann(ät)sternfreunde.de
Alle Informationen auf den Webseiten zum Astronomietag: https://astronomietag.de/aktuelles/
Die Wahl für die drei Gewinnerbilder wird dann am Sonntag unter allen Teilnehmern per Mail stattfinden. Bitte schaut am Samstag auf den AT Webseiten, ob eure Bilder auch aufgeführt sind. Ein, zwei oder drei Fotos sollten pro Person reichen. Jeder Einsender bekommt eine Bestätigungsmail. Abgabefrist ist am Astronomietag bis Mitternacht. Viel Glück!
Hinweis: Bei gutem Wetter steht der Mond hoch am Himmel. Zur Zeit sind bereits rund 40 Veranstaltungen zum Astronomietag angemeldet, die meisten natürlich online. Man kann sich nach wie vor mit Aktionen oder Veranstaltungen anmelden, wie zum Beispiel mit Livebildern vom Mond oder aktuellen Informationen: https://astronomietag.de/veranstaltungen-suchen/

Der YouTube-Livestream vom Haus der Astronomie läuft ab 18 Uhr:

Livestream: Landung auf dem Mars!

Nach monatelangem Flug durch das Weltall steht am Donnerstag, 18.02.2021, gegen 21:50 Uhr (MEZ) die Landung der NASA-Raumsonde der »Mars 2020«-Mission auf dem roten Planeten bevor. Mit an Bord der NASA Mission sind der Rover »Perseverance« und der Mini-Hubschrauber »Ingenuity«. Die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien (GDP) und die Stiftung Planetarium Berlin (SPB) begleiten diese spannende Mission ab 20:30 Uhr mit einem Livestream auf dem YouTube-Kanal der Stiftung Planetarium Berlin.

Link zum Livestream: https://youtu.be/ubI4Y_-bHyk

Den Zuschauer*innen werden die wichtigsten Daten und Fakten zum Planeten Mars und bisherige Mars-Missionen vorgestellt. Mit Blick auf die aktuelle NASA-Mission werden die besonderen Herausforderungen bei der Landung, die Ziele von »Mars 2020« sowie die Instrumente an Bord der Raumsonde mithilfe von Animationen und Visualisierungen anschaulich erklärt. Im Gespräch mit Nicole Schmitz und Frank Preusker vom Institut für Planetenforschung am Deutschen Institut für Luft- und Raumfahrt (DLR) geht es dann speziell um die Kamera-Technik des Rovers »Perseverance« sowie weitere technische Aspekte, an deren Entwicklung und Auswertung der Daten beide beteiligt sind. Kurz vor der erwarteten Landung erfolgt der Wechsel zum Livestream der NASA, um das Landemanöver zu verfolgen – von uns live in Deutsch kommentiert – und dabei zu sein, wenn die ersten Bilder zurück zur Erde gefunkt werden.

Moderation: Kristin Linde (SPB), Björn Voss (GDP), Marc Horat (GDP)

Beginn: 20:30 Uhr (MEZ)

Ende: voraussichtlich gegen 22:30 Uhr (MEZ)

Hinweis: Text und Bild GDP. Die Missionen der Vereinigten Arabischen Emirate Al-Amal und die der Volksrepublik China Tianwen-1 sind bereits vor einigen Tagen am roten Planeten angekommen.

Astromessen: ATT 2021 digital und das Aus für die AME

Aufgrund der Corona-Pandemie mußten die beiden großen Astronomiemessen in Deutschland – der Astronomische Tausch- und Trödeltreff ATT in Essen und die Astro-Messe AME in Villingen-Schwenningen – im Jahr 2020 abgesagt werden. Während der ATT in diesem Jahr digital seine Türen öffnet, steht nun fest, dass die AME im Jahr 2019 zum letzten Mal stattgefunden hat.

Bis zum vorgesehenen Termin für den ATT am 8. Mai 2021 ist mit einer Entspannung der Situation dahingehend, dass Großveranstaltungen wie gewohnt durchgeführt werden, nicht zu rechnen. Das Organisationsteam von der Walter-Hohmann-Sternwarte in Essen plant daher für dieses Jahr eine digitale Version online von 10 – 17 Uhr, bei der die Aussteller den Besuchern die aktuellen Trends und die neuesten Produkte näherbringen und Referenten ausgewählte Themen aus der Astronomie präsentieren werden. Dabei soll so viel wie möglich vom Live-Charakter des ATT erhalten bleiben. Weitere Informationen zum Ablauf in Kürze unter http://www.att-essen.de/index.php/de

Die AME hätte in diesem Jahr am 11. September 2021 stattfinden sollen. Auch für diesen Termin ist Planungssicherheit derzeit nicht möglich. Das Organisationsteam um Walburga und Siegfried Bergthal hat sich zusätzlich zur Absage des diesjährigen Termins dazu entschlossen, keine weiteren Astronomie-Messen mehr zu veranstalten. Die AME hat viele Jahre lang die Astro-Szene bereichert und war ein jährliches Highlight insbesondere für Sternfreunde aus dem Süden Deutschlands sowie aus Österreich und der Schweiz. Wir sagen: Vielen Dank dafür!

Astrofoto-Wettbewerb des IAU Office of Astronomy for Education

Das Office of Astronomy for Education (OAE) der Internationalen Astronomischen Union (IAU) hat sich zum Ziel gesetzt, grundlegende astronomische Bildungsmaterialien für alle zur freien Nutzung zur Verfügung zu stellen. Zu diesem Zweck wurde ein Astrofoto-Wettbewerb mit Geldpreisen für Bildkategorien ins Leben gerufen, in denen zur Zeit nur wenige hochqualitative Aufnahmen unter Creative-Commons-Lizenzen zur Verfügung stehen.

Sie sind Astrofotograf*in – und würden gerne astronomische Bildungsarbeit zu unterstützen? Dann ist dieser Wettbewerb genau das Richtige für Sie: Das OAE schreibt bis zum 15. April 2021 einen Astrofotografie-Wettbewerb aus. Es winken Geldpreise, außerdem werden die Gewinnerbilder als frei verfügbare Bildungsmaterialien (engl. Open Educational Resources, kurz OER) Lehrkräften und Lernenden auf der ganzen Welt zur Verfügung gestellt.

Astronomieunterricht ist ein mächtiges Werkzeug, um Schüler*innen unseren Platz im Universum und den Stellenwert unseres Planeten zu vermitteln – Astronomie ist eine Einstiegswissenschaft in die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Eines der Ziele des OAE ist es, Astronomielehrer*innen weltweit eine grundlegende Sammlung von qualitativ hochwertigen Bildungsressourcen zur Verfügung zu stellen. Während viele wertvolle Bilder bereits zur freien Nutzung verfügbar sind, haben wir eine Reihe von astronomiebezogenen Themen identifiziert, bei denen wir denken, dass Pädagog*innen Unterstützung gebrauchen könnten.

An dem Wettbewerb Teilnehmende können Bilder in den folgenden Kategorien einreichen: Strichspuren, Meteorschauer, Kometen, totale Mondfinsternisse, Lichtverschmutzung, Polarlichter (Standbilder und Zeitraffer), große Sternfelder, Sonnen- und Mond-Halos sowie Zeitraffer der Galileischen Monde, die den Jupiter umkreisen. Die eingesandten Bilder werden von einer internationalen Jury aus Astrofotograf*innen und Personen aus der astronomischen Bildungsarbeit bewertet. Neben ästhetischen und technischen Kriterien wird die Jury auch den pädagogischen Wert jedes Beitrags im Kontext des Unterrichts an Grund- und weiterführenden Schulen sorgfältig prüfen.

In jeder Kategorie wird es drei Gewinnerbeiträge geben, die mit Geldpreisen von 750, 500 und 250 Euro für den ersten, zweiten bzw. dritten Preis ausgezeichnet werden. Alle Gewinnerbeiträge werden in der OAE-Sammlung für astronomische Bildungsmaterialien unter der Creative-Commons-Lizenz Namensnennung 4.0 International (CC BY 4.0) veröffentlicht. (Die Autoren behalten weiterhin das Urheberrecht an ihren Bildern.)

Weitere Informationen zum Teilnahmeprozess sowie die Wettbewerbsregeln finden Sie auf der Webseite des Wettbewerbs (auf Englisch).

Stellungnahme zu Satellitenkonstellationen

Die Vereinigung der Sternfreunde, die Astronomische Gesellschaft und die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien gehen mit dieser Stellungnahme auf die rasante Zunahme von Satelliten am Nachthimmel ein. Die künstlichen Satelliten bedeuten erhebliche Auswirkungen auf die Wahrnehmung des Sternhimmels und die Erforschung unseres Universums.

Da die Satelliten Sonnenlicht reflektieren, leuchten sie so hell wie Sterne und verursachen bei länger belichteten Aufnahmen Strichspuren am Sternhimmel. Bild: Andreas Hänel

Da die Satelliten Sonnenlicht reflektieren, leuchten sie so hell wie Sterne und verursachen bei länger belichteten Aufnahmen Strichspuren am Sternhimmel. Bild: Andreas Hänel

Astronomische Forschungseinrichtungen, Sternwarten und Planetarien haben in den vergangenen Monaten eine Vielzahl von teils besorgten Anfragen erhalten. Hintergrund sind die Satelliten der vom privaten US-Raumfahrtunternehmen SpaceX seit Mai 2019 massenhaft in mehreren Starts in die Erdumlaufbahn gebrachten Starlink-Satelliten, die in Gruppen über den Himmel ziehen.

SpaceX will mit Starlink eine satellitenbasierte Infrastruktur für Hochgeschwindigkeits-Internetanbindungen weltweit bereitstellen. Hierfür sind im endgültigen Ausbau der Konstellation über 30.000 Satelliten vorgesehen, was die Zahl aller bislang in der Erdumlaufbahn befindlichen Satelliten bei weitem übersteigt. Weitere Unternehmen wie OneWeb, Amazon und andere planen bzw. beginnen teilweise ähnliche Projekte. Auch bei deutschen Unternehmen gibt es entsprechende Planungen, große Zahlen von Mikrosatelliten billig in Erdumlaufbahnen zu starten. Die Astronomie ist sich der Bedeutung der Internetanbindung entlegener Regionen der Erde sowie weiterer technologischer Entwicklungen bewusst. Gleichwohl birgt die Umsetzung über den gewaltigen Zuwachs an künstlichen Satelliten am Himmel auch erhebliche Einschränkungen und Risiken, deren Folgen verantwortungsvoll abgewogen und möglichst reduziert werden müssen.

Für Astronominnen und Astronomen ist der Schutz des Sternhimmels als einzigartigem Kulturerbe der Menschheit ein zentrales Anliegen. Das Erleben dieses Naturwunders ist bereits jetzt in großen Teilen der Erde in höchstem Maße durch ineffiziente und übermäßige künstliche Beleuchtung stark beeinträchtigt. Ein ungetrübter Blick in den Sternhimmel wird durch die Vielzahl an Licht reflektierenden künstlichen Satelliten selbst in bislang von der Lichtverschmutzung weitgehend unbehelligten Regionen der Erde nicht mehr möglich sein. Bereits vor dem Start der ersten Starlink-Satelliten waren am Nachthimmel zahlreiche künstliche Satelliten beobachtbar. Mit zehntausenden zusätzlichen Objekten in der Erdumlaufbahn ist es ein realistisches Szenario, dass am Nachthimmel mehrere tausende über das Firmament ziehende Satelliten die Sternbeobachtung behindern. Ihre Zahl übersteigt dann die der mit bloßem Auge sichtbaren Sterne.

Dies wird den Nachthimmel, dessen Anblick die Menschheit seit Anbeginn fasziniert und inspiriert, für immer verändern. Zudem wird die Erforschung des Universums für die professionelle und Amateurastronomie erheblich beeinträchtigt. Aufnahmen von Nachtlandschaften und Himmelsobjekten, die seit jeher die Faszination der Astronomie in die Bevölkerung tragen und einen Beitrag zur Allgemeinbildung leisten, sind erheblich betroffen. Die Astronomie bildet die Grundlage für unsere Erforschung und Nutzung des Weltraums. Mit der Entwicklung hochentwickelter Observatorien wurden zahlreiche Fortschritte bei der Erforschung unseres Universums erzielt. Astronomische Beobachtungen mit modernen Teleskopen, die den Himmel durchmustern und in die Tiefen des Weltalls blicken und so unser Verständnis für das Universum fördern, werden aber durch die Vielzahl der Satelliten erheblich gestört. Zu nennen sind insbesondere alle Studien des dynamischen Universums. Bei optischen Teleskopen für empfindliche und häufige Weitwinkelaufnahmen (wie zum Beispiel beim zukünftigen Vera C. Rubin Observatory) wird es genauso Einflüsse geben wie bei der Verfolgung und Überwachung von Kleinkörpern im Sonnensystem, die potentiell auch mit der Erde kollidieren können. Neben der optischen Astronomie werden aber auch die Beobachtungen der Infrarot- und Radiostrahlung aus dem Weltall erheblich beeinträchtigt.

Die Radioastronomie wird ohnehin immer stärker von menschengemachten Signalen gestört, beispielsweise durch das stetig wachsende Mobilfunkaufkommen. Daher errichten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ihre Observatorien in sehr abgelegenen Gebieten. Das Problem mit Störungen durch die Vielzahl der zu erwartenden Satelliten ist aber, dass diese rund um den Globus und damit selbst an den entlegensten Orten auf der Erde operieren und es somit auch für die Radioastronomie kein Entkommen gibt. Deutsche Forschende betreiben nicht nur Europas größtes Radioteleskop, das 100-m-Teleskop in Effelsberg nahe Bonn, sondern sie sind auch an einer großen Zahl von modernsten Radioobservatorien in der Welt beteiligt, wie etwa dem Atacama Large Millimeter Array (ALMA) oder dem im Bau befindlichen Square Kilometre Array (SKA) in Australien und Südafrika. Auch diese abgelegenen Standorte werden dann betroffen sein.

Auch für die bemannte und unbemannte Raumfahrt stellt die aktuelle Entwicklung ein Risiko dar, da mit ihr zwangsläufig die Gefahr von Kollisionen steigt.

Die Beeinträchtigung des Nachthimmels wirkt sich weltweit aus, doch die Genehmigung der Starts von Satelliten erfolgt ausschließlich durch nationale Behörden, wie der US-amerikanischen Federal Communications Commission. Wir bringen hiermit unsere Besorgnis darüber zum Ausdruck und rufen dazu auf, durch internationale Vereinbarungen beim zukünftigen Ausbau von Satellitenkonstellationen den Schutz des Nachthimmels über das gesamte elektromagnetische Spektrum als menschliches Kulturgut und Forschungsobjekt zu gewährleisten.

Weitere Informationen:

Initiative gegen Lichtverschmutzung: http://www.licht-verschmutzung.de

Kontakt:

Prof. Dr. Michael Kramer
Präsident der Astronomischen Gesellschaft
Tel.: +49 / (0) 228 / 525-278
E-Mail: praesident@astronomische-gesellschaft.de

Dr. Andreas Hänel
Fachgruppe Dark Sky der Vereinigung der Sternfreunde
Kommission Lichtverschmutzung der Astronomischen Gesellschaft
Tel. +49 / (0) 176 45898775
E-Mail: ahaenel@uos.de

Die Vereinigung der Sternfreunde e.V. (VdS)
Die Vereinigung der Sternfreunde e.V. (VdS) ist mit über 4000 Mitgliedern der größte Verein von Amateurastronomen im deutschsprachigen Raum. Sie widmet sich der Pflege und Förderung der Amateurastronomie durch Beratung und Erfahrungsaustausch bei der astronomischen Arbeit. Zudem fördert sie Kontakte zur Fachastronomie und die astronomische Volksbildung, etwa mit der Organisation des jährlich stattfindenden Astronomietags.
www.sternfreunde.de

Die Astronomische Gesellschaft (AG)
Die 1863 gegründete Astronomische Gesellschaft (AG) ist der Fachverband der deutschen Astronomie und Astrophysik. Die AG fördert Aktivitäten in Wissenschaft und Forschung, stärkt den Austausch zwischen ihren Mitgliedern, vermittelt Wissenschaft in die Öffentlichkeit und fördert die Bildung. Auf internationaler Ebene vertritt die AG die gemeinsamen Interessen der Astronominnen und Astronomen in der European Astronomical Society (EAS) und in der International Astronomical Union (IAU).
www.astronomische-gesellschaft.de

Die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien e.V. (GDP)
Die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien e.V. (GDP) wurde 2011 gegründet und ist die Interessenvertretung der deutschsprachigen Planetarien mit jährlich rund 2 Millionen Besuchern.
www.gdp-planetarium.org

VdS – der Weg zu den Sternen!

Neues Journal für Astronomie Nr. 77

Thema Doppelsterne

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