21. und 29. Mai: Gegenseitige Bedeckung von Io und Europa
Liebe Sternfreunde, wenn wir von der Erde aus auf die Äquatorebene des Jupiters blicken, dann kommt es zu engen Begegnungen und sogar zu Bedeckungen der Jupitermonde untereinander. Jetzt ist es wieder so weit. Für den deutschen Sprachraum möchte ich auf zwei Ereignisse hinweisen:
21. Mai, 19.00 Uhr: Europa und Io kommen sich zumindest sehr nahe, Io bedeckt die Europa geringfügig. Das Ereignis findet am Taghimmel statt. Mit einem Teleskop lassen sich die Jupitermonde aber wahrscheinlich fotografieren
29. Mai, 0.07 Uhr bis 0.19 Uhr: Io bedeckt die Europa. Leider steht Jupiter dann schon sehr tief, hier in Leipzig hier in Leipzig nur 3 Grad hoch.

Da dies sehr seltene Ereignisse sind, lohnt ein Beobachtungsversuch dennoch.
Euer Uwe Pilz.
18. Mai: Sehr erdnaher Asteroid 2026 JH2
Liebe Sternfreunde, unser Vereinsmitglied Sebastian Schmid hat mich darauf hingewiesen: In der Nacht vom 18. auf den 19. Mai durchläuft der Asteroid 2026 JH den erdnächsten Punkt. Nur knapp 98 Tausend Kilometer! Diesen erdnächsten Punkt durchläuft der ca. 20 Meter kleine Körper gegen 23.43 Uhr – topozentrisch gerechnet für Leipzig. Leider ist der dann schon untergegangen.
Gegen 22 Uhr, in der weit fortgeschrittenen Dämmerung, steht er etwas mehr 10 Grad über dem Südhimmel, die Karte ist für Leipzig, ab 22.00 Uhr, Markierungen für jede Minute,

Die Helligkeit beträgt 13,5 mag, was für Besitzer größerer Instrumente für die visuelle Beobachtung ausreichen könnte. Ich habe schon einige Male solch schnell bewegte Objekte beobachtet. Aufsuchen im engeren Sinn ist schwer: Ehe man ein Okular gewechselt hat, ist das Objekt schon wieder woanders. Ich empfehle, eine Karte für den eigenen Standort zu erstellen (wichtig wegen der großen Parallaxe) und auf den Vorübergang an einem hellen Stern zu warten.
Fotografisch stört die schnelle Bewegung. Ich kenne mich damit nicht so gut aus, vielleicht gelingt es jemandem dennoch, ihn aufzunehmen. Besser sieht die Situation in der Nacht zuvor aus. Der Kleinkörper steht dann im Löwen und bewegt sich in einer halben Stunde ein knappes halbes Grad.

Dafür ist die Helligkeit viel geringer: Gegen 2 Uhr nur 17,5 mag. Um diese Uhrzeit steht die Region 30 Grad hoch am Himmel. Am Abendhimmel kann man es auch versuchen: Die Bewegungsgeschwindigkeit ist geringer, das Objekt steht sehr hoch. Aber die Helligkeit ist eine halbe Größenklasse schwächer.
Die Bahnelemente, so wie sie jetzt (Freitag abend) bekannt sind:
Perihelzeit P.Dist Exz. Neigung Arg.Peri Knotenlä Td Tm Ty q e i w O 23.4041 5 2026 1.01041324 0.5845104 6.024022 185.640573 57.436859
Viel Erfolg, Euer Uwe Pilz.
13. Mai: Venus bei β Tauri
Liebe Sternfreunde, in den nächsten Tage zieht die Venus zwischen den Hörnern des Stiers entlang. Sie bildet eine schöne Konstellation mit den Sternen der Wintermilchstraße.

Die Karte zeigt die Konstellation am 13. Mai. Einfach hinschauen!
Euer Uwe Pilz.
6. bis 8. Mai: Eta-Aquariiden
Liebe Sternfreunde,
ab dem 6. Mai können wir den Sternschnuppenstrom der eta-Aquariiden beobachten. Dies sind Meteore, welche vom bekannten Halleyschen Kometen stammen. Der Ausstrahlungspunkt liegt im Wassermann (daher der Name) und zwar nahe der sog. Wasserschale. Diese Region steht am Morgen kurz vor Beginn der Dämmerung nicht allzuhoch am Südosthimmel.
Der 6. Mai ist die Nacht mit dem rechnerischen Aktivitäts-Maximum. Leider stört der abnehmende Mond. Die Beobachtungen der letzten Jahre legen jedoch nahe, dass es die Aktivität „zweizipfelig“ ist, und wir einen weiteren Höhepunkt am 8. Mai erwarten dürfen. Der Mond stört dann viel weniger und steht nur tief am Himmel.
Die beste Beobachtungszeit für beide Daten ist die Stunde vor Beginn der Dämmerung, das ist 2½ bis 90 Minuten vor Sonnenaufgang. Wir können damit rechnen, etwa 10 Sternschnuppen in dieser Stunde wirklich zu sehen. Am Südhimmel, wo der Radiant hoch am Himmel steht, ist diese Rate viel höher.

Die Aquariiden rufen sehr schnelle Sternschnuppen hervor, welche zu Nachleuchtspuren neigen. Das ist schon etwas Besonderes, wenn man diese grüne Spur hinter dem Meteor beobachten kann, ich freue mich jedes Mal daran.
Euer Uwe Pilz
Sternbedeckung durch TNO (136108) Haumea am 4. Mai
Am Abend des 4. Mai 2026 gegen 22:18 MESZ steht eine bedeutende Sternbedeckung für den Süden Europas und den Norden Afrikas an. Das Trans-Neptunische Objekt (136108) Haumea bedeckt den Stern UCAC4 524-056397 (Vmag 14,7) für über eine Minute. Auch Beobachterinnen und Beobachter im deutschsprachigen Raum sind aufgerufen, sich an der Beobachtungskampage zu beteiligen

Die Karte zeigt die Vorhersage der Sternbedeckung durch (136108) Haumea am 4. Mai 2026, die vom Instituto de Astrofísica de Andalucía, (IAA-CSIC) brechnet wurde. Eine zoombare Version ist unter dem folgenden Link aufrufbar: https://opop.obspm.fr/media/data/chords/156331/Haumea_4th_May_2026_occultation_map_IAA-CSIC.html
(136108) Haumea ist ein ungewöhnliches Objekt. Den Asteroiden umkreisen zwei Monde. Außerdem hat er einen Ring [1]. Eine Sternbedeckung durch diesen Ring ist auch im deutschsprachigen Raum mit großen Teleskopen nachzuweisen. In dem ausführlichen Beobachtungsaufruf im Journal for Occultation Astronomy 2026-02 [2] gibt Mike Kretlow (IOTA/ES) die folgende Prognose ab: für einen Nachweis einer Sternbedeckung durch den Ring ist ein Teleskop von mindestens 40 cm Durchmesser und eine Aufzeichnung mit einer Bildrate von mindestens 10 Bildern pro Sekunde nötig. Ein gutes Signal/Rausch Verhältnis ist wichtig.
Außerdem sind in dem Artikel weitere Informationen zu dieser Sternbedeckung enthalten. Auch die Adresse für die Meldung einer Beobachtung ist angegeben.
Derzeit sind 54 Beobachtungsstationen in Europa, Afrika, Dubai und Indien bei Occult Watcher Cloud registriert [3].
IOTA/ES wünscht euch viel Erfolg bei eurer Beobachtung.
[1] Kretlow, M., Beyond Jupiter – (136108) Haumea, Journal for Occultation Astronomy 2019-03, Seite 22-25, https://www.iota-es.de/JOA/JOA2019_3.pdf
[2] Ortiz, J. L., et al., Stellar Occultation by (136108) Haumea on 2026 May 4, Journal for Occultation Astronomy 2026-02, Seite 3-5, https://www.iota-es.de/JOA/JOA2026_2.pdf
[3] https://cloud.occultwatcher.net/event/1949-136108-207876-648915-U056397
1. Mai: Ganymeds Schatten in der Wirbelschleppe des Großen Roten Flecks
Liebe Sternfreunde, am Abend des Maifeiertages stehen sowohl die Europa als auch der Schatten von Ganymed vor der Jupiterscheibe. Die beste Beobachtungszeit ist 21.50 Uhr: Europa tritt gerade vor den Planeten und ist gut zu erkennen. Der Schatten wird im Lauf der Nacht des Großen Roten Fleck passieren: Das ist aber schwer beobachtbar. Den Rand des Flecks berührt der Schatten gegen 23 Uhr. Dies findet am Jupiterrand statt. Den Schatten wird man gut erkennen, aber der Fleck selbst ist nahe am Rand ein schwieriges Ziel.
Der Große Rote Fleck weist eine Relativbewegung zur Jupiteratmosphäre auf, die sog. Drift. Dabei entstehen „stromab“ Wirbel, ähnlich denene, welche ein Stock hervorruft, den man in schnell fließendens Waser eitaucht. Diese Wirbel lassen sich bei ruhiger Luft bereits im Vierzöller deutlich erkennen. Und in dieser Wirbelschleppe steht GanymedsSchatten zu Einbruch der Nacht. Der Planet steht hoch am Himmel, ideale Bedingungen.

Viel Erfolg bei der Beobachtung, euer Uwe Pilz.
24. bis 27. April: Kleinplanet (44) Nysa durchquert die Krippe
Liebe Sternfreunde,
vom 24. bis zum 27. Apri streift der Kleinplanet Nysa den nördlichen Teil der Krippe (M 44). Die Positionen im Bild gelten für den Abendhimmel nach Einbruch der Dunkelheit. Die Krippe steht dann im Süden.

Mit einer Helligkeit von etwa 11 mag ist Nysa schon für größere Ferngläser erreichbar und ein leichtes Ziel auf für kleine Teleskope. Besonders reizvoll ist die Beobachtung mit Smartteleskopen: Innerhalb einer Stunde bewegt sich der Kleinplanet so weit, dass er im Bild als kurzer Strich auffällt: Und dies in einer prominenten Umgebung.
Euer Uwe Pilz
18. April – schmale Mondsichel am Abendhimmel
Liebe Sternfreunde, unter den Astronomen gibt es einen kleinen „Wettlauf“ um die Beobachtung von schmalen Mondsicheln. Am 18. April gibt es eine Gelegenheit, sich daran zu beteiligen,. Erforderlich ist neben einem klaren Himmel eine freie Sicht auf den westlichen Himmel.

Bei Einbruch der Dunkelheit steht der Mond noch einige Grad über dem Horizont. Die leichter zu entdeckende Venus kann als Wegweiser dienen.
Euer Uwe Pilz
11. April, 22.02 Uhr: Algol im Minimum
Liebe Sternfreunde,
der 90 Lichtjahre entfernte Stern Algol hat eine Besonderheit: Er ist ein sog. Bedeckungsveränderlicher, der seine Helligkeit periodisch ändert. Da er außerdem wirklich hell ist (und somit auch mitten aus der Stadt beobachtbar bleibt), war dies schon im Altertum aufgefallen. Er steht am Abendhimmel in ausreichender Höhe am Nordwesthimmel.

In der Karte habe ich einige Vergleichssterne angegeben. Die Helligkeit erreicht ein Minimum von 3,5 mag. Normalerweise erwischt man ihn bei 2,2 mag: Das ist ein deutlicher Unterschied.
Das Minimum am 11. April findet gut beobachtbar am Abendhimmel statt. Es lohnt sich, alle Viertelstunden hinzusehen und ihn mit den anderen Sternen im Perseus zu vergleichen. Wer etwas mehr Aufwand mag, kann einen Zeitrafferfilm aufnehmen. Dazu genügt ein Smartphone, auch Smart-Teleskope sind geeignet.
Euer Uwe Pilz.
Komet C/2025 R3 (PANSTARRS) ist ein leichtes Ziel für das Fernglas
Liebe Sternfreunde, ich komme gerade von draußen, von einer Beobachtung des Kometen PANSTARRS. Er steht tief am Morgenhimmel, ist aber so hell, dass der tiefe Stand nicht stört. Auch der Mond, tief im Skorpion stehend, störte nicht viel. Die beste Beobachtungszeit ist 90 Minuten vor Sonnenaufgang, kurz bevor die Dämmerung einsetzt.

Der Komet gewinnt zwar in den nächsten Tagen an Helligkeit, kommt aber der Sonne immer näher. Die nächste Woche ist wohl die beste Beobachtungszeit. Nicht verpassen! Ich gebe die Koordinaten für morgens gegen 5 Uhr MESZ:
Datum RA Deklination ----- -- ----------- 7 Apr 2026 22h56m05s +19°49'58" 8 Apr 2026 22h59m08s +19°48'47" 9 Apr 2026 23h02m35s +19°46'30" 10 Apr 2026 23h06m30s +19°42'55" 11 Apr 2026 23h10m57s +19°37'46" 12 Apr 2026 23h16m01s +19°30'44" 13 Apr 2026 23h21m47s +19°21'25" 14 Apr 2026 23h28m22s +19°09'22" 15 Apr 2026 23h35m52s +18°53'58" 16 Apr 2026 23h44m25s +18°34'32" 17 Apr 2026 23h54m07s +18°10'12" 18 Apr 2026 00h05m08s +17°40'01" 19 Apr 2026 00h17m32s +17°02'52" 20 Apr 2026 00h31m25s +16°17'37"
Nur unter wirklich guten Bedingungen halte ich eine Sichtung mit dem freien Auge für möglich. Aber das kleinste Fernglas genügt: In meinem 8×25-Glas war er leicht zu erkennen. In größeren Ferngläsern oder gar einem Teleskop erkennt man auch den Schweif.
Euer Uwe Pilz