Venustransit 06. Juni 2012 – Impressionen

9. Juni 2012 - g.grutzeck

Ein Venustransit ist ein seltenes Ereignis und allein das macht es schon sehenswert. Nach den Transiten 2004 und 2012 wird ein solcher Transit mindestens für eine Generation nicht mehr zu erleben sein. Der große Tag ist da und Sternfreunde sind teilweise weit gereist, um das Ereignis 2012 länger zu erleben, als das von Deutschland aus möglich wäre, denn hier ist nur das Ende des Transits zu sehen. Impressionen des Verlaufs.
Hinweise zur eigenen Beobachtung finden Sie auch in unserem weiteren News-Beitrag "Venus auf dem Weg vor die Sonne".
+++ TICKER
00:15 Uhr MESZ: Der Transit hat begonnen, im Livestream der NASA ist die Venus als Delle in der Sonnenscheibe zu erkennen.
00:30 Uhr MESZ: Auf der Nachtseite kann man nur auf die schauen, bei denen die Sonne am Himmel steht – NASA TV. Die Venus hat sich vom Sonnenrand gelöst und startet ihren Weg vor der Sonne entlang.
00:45 Uhr MESZ: Internet sei dank, auch die ESA hat eine Live-Seite, kämpft aber mit Wolken, im Gegensatz zur NASA, die vom Mauna Kea Observatorium auf Hawai berichtet:
http://blogs.esa.int/venustransit/2012/06/05/we-got-it/
01:00 Uhr MESZ: Überall im Netz tauchen Bilder und Videos auf, vielleicht klappt es ja in vier Stunden auch in Deutschland, einen Blick auf den Transit werfen zu können. Viel Glück auch den VdS-Kollegen, die sich auf den Weg nach Schweden gemacht haben.
01:15 Uhr MESZ: Interessant auch die Bilder des Solar Dynamics Observatory (SDO) http://venustransit.gsfc.nasa.gov/ 04:45 Uhr MESZ: Im äußersten Osten Deutschlands geht jetzt die Sonne auf. Das wäre auch der richtige Standort, denn das Satellitenbild zeigt dicke Wolken über dem Westen und der Mitte Deutschlands. Ganz im Westen könnte es hier und da mal Lücken zwischen Schauern geben. Dort geht die Sonne erst in einer halben Stunde auf, aber das ist etwas für Optimisten.
04:55 Uhr MESZ: Für viele bleibt wohl leider der Venustransit 2012 ein Tele-Ereignis bei einem der diversen Live-Streams im Internet. Nach dem Venustransit 2004, bei dem der Transit vollständig und bei bestem Wetter in fast ganz Deutschland zu sehen war, ist das natürlich enttäuschend. Aber Astronomie ist Naturbeobachtung mit allem, was dazu gehört. Auch Wolken.
05:15 Uhr MESZ: Um diese Zeit geht auch in vielen Städten im Westen die Sonne auf, aber das ist heute dann mal eher wolkengraue Theorie.
05:20 Uhr MESZ: Die Venus schiebt sich vor der Sonne in Richtung Sonnenrand. Dritter Kontakt wird um 06:31 Uhr MESZ sein.
05:30 Uhr  MESZ: Auch die Sternfreunde an der VdS-Sternwarte in Kirchheim übertragen live, haben aber Wolken und zeigen aktuell ein Standbild von Sonne mit Venus am Horizont. Aktuell ist es eher die Linie Stralsund-Dresden, wo noch die Sonne zu sehen ist.
06:20 Uhr MESZ: Wolken und Schauer im Westen Deutschlands, Lichtblicke im Osten. Auf dem Live-Bild der NASA ist zu sehen, wie sich die Venus immer weiter Richtung Sonnenrand schiebt, den sie um 06:31 Uhr MESZ berühren wird. 18 Minuten dauert es, dann hat die Venus die Sonnenscheibe für mehr als 100 Jahre verlassen.
06:30 Uhr MESZ: Selbst der NASA Live-Cast vom Mauna Kea Observatorium wird mal von einer kleinen Wolke kurzfristig behindert, pünktlich zum 3. Kontakt.
06:40 Uhr MESZ: Die Venus ist nun wieder deutlich auf dem Rückzug und ist nur noch eine Beule am Sonnenrand auf den Videobildern.
06:50 Uhr MESZ: Venus ist nicht mehr vor der Sonne, das war es für diesen Transit – im Gegensatz zu 2004 hat das Wetter an vielen Orten leider nicht  mitgespielt. Mögen die nächsten Generationen wieder so viel Glück haben wie es uns im Jahr 2004 beschert war.
###ENDE###

###UPDATE
VdS-Vorstandsmitglied Sven Melchert hatte sich mit Eclipse-Reisen auf den Weg nach Kiruna in Schweden begeben, um das Ereignis länger verfolgen zu können, da die Sonne im hohen Norden früher aufgeht. Weil in Kiruna schlechtes Wetter war, fuhr man weiter in den Westen bis kurz vor die norwegische Grenze (nach Vassijaure). Dort wurden zwar wegen Bergen rund 1,5 Stunden des Transits verpasst, danach war aber – abgesehen vom Seeing in Horizontnähe – alles optimal.

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Zu Beginn des Transits, es ist kurz nach Mitternacht MESZ in Deutschland, sind am Nachthimmel noch Sterne zu sehen, aber aus Südwesten nähert sich eine große Wolkenfront, die an vielen Orten statt Venustransit Wolken und Schauer bringen wird. Ganz im Nordosten etwa in Stralsund und Rostock, sollte der Transit bei Sonnenaufgang zu sehen sein, bevor die Wolkenfront auch diese Teile des deutschsprachigen Raumes erreicht. In vielen anderen Gebieten bleibt vielfach nur die Hoffnung auf die berühmte "Wolkenlücke".
Wer sich über die aktuelle Lage beim Wetter informieren will,  kann beispielsweise die beiden folgenden Dienste im Internet nutzen: www.meteoblue.com bietet nach Auswahl des Standortes einen Menüpunkt "Sky" mit einer Bewölkungsprognose für jede Stunde. www.sat24.com bietet aktuelle Satellitenbilder und eine Animation. Bleibt noch genügend Zeit oder bahnt sich eine Wolkenlücke an sind Fragen, die man anhand der aktuellen Bilder beurteilen kann.

Viel Erfolg und Glück beim Beobachten! Wer Bilder vom Transit aufnehmen kann, sendet diese bitte an venustransit@vds-astro.de wir werden diese hier zeitnah publizieren.

Die eigene Beobachtung ersetzen kann ein Videobild nicht, aber schauen kann man ja mal. Die NASA bietet zum Venustransit 2012 einen Live-Videocast an unter http://www.nasa.gov/multimedia/nasatv/index.html