Totale Mondfinsternis am 28. September

27. September 2015 - g.grutzeck
Am frühen Morgen des 28. September kommt es zu einer Totalen Mondfinsternis, die endlich mal wieder vollständig von Mitteleuropa aus zu verfolgen ist. Sonne, Erde und Mond stehen an diesem Tag im Raum genau auf einer Linie aufgereiht, sodass der Schattenwurf der Erde auf der von der Sonne abgewandten Seite den Mond trifft. Der Vollmond wandert durch den Halbschatten und schließlich durch den Kernschatten der Erde. Rotes Licht, das von der Erdatmosphäre in den Kernschatten hinein gebrochen wird, sorgt dafür, dass der Mond im Zeitraum der Totalität nicht komplett verfinstert ist wird, sondern rötlich erscheint. Daher spricht man in der Zeit der Totalität auch vom "Blutmond".
Die VdS wird über das Ereignis in der Nacht auf Facebook berichten und soweit das Wetter es zulässt Bilder posten. www.facebook.com/sternfreunde Nach über 7 Jahren endlich wieder eine Totale Mondfinsternis, die von Mitteleuropa aus sichtbar sein wird – vorausgesetzt das Wetter spielt mit und das sieht für viele Teile Deutschlands wohl nicht schlecht aus. In der Nacht vom 27. auf den 28. September zieht der Vollmond durch den Kernschatten der Erde und wird dabei verfinstert. Die Finsternis beginnt mit dem Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde, kaum bemerkbar um 02:10 Uhr am Morgen des 28.09.15. Deutlich zu sehen dann der Lauf durch den Kernschatten ab 03:07 Uhr, der Mond vom oberen linken Rand her dunkler. Die gesamte Mondscheibe ist zwischen 04:11 Uhr und 05:23 Uhr total verfinstert die Mitte der Finsternis ist um 04:47 Uhr. Rotes Licht der Sonne, das in der Erdatmosphäre gebrochen wird, lässt den Mond rot erscheinen, man spricht in der Zeit der Totalität vom "Blutmond". Nach der totalen Finsternis beginnt es zu dämmern. Der Austritt aus dem Kernschatten um 06:27 Uhr ist noch zu beobachten, der Austritt aus dem Halbschatten um 07:24 Uhr ist eher für die Statistik kurz vor Monduntergang.
"Blutmond XXL", wie in vielen Medien zu lesen bezieht sich zudem darauf, dass der Mond der Erde auf seiner Umlaufbahn mal näher steht, mal weiter weg ist. Zum Zeitpunkt der Finsternis steht er der Erde näher und erscheint etwa 10% größer als am erdfernsten Punkt. Zudem macht sich "Blutmond XXL" als Schlagzeile besser, leider hatten wir auch Rückfragen, weil neben dem "Eyecatcher" als Schlagzeile unterging, dass es einfach eine Mondfinsternis ist und man weder etwas zu befürchten hat sondern einfach das Ereignis als solches beobachten und genießen kann. Naturbeobachtung zum Event stilisieren zu wollen ist wohl eine gefühlte Notwendigkeit einiger Medienmacher.
Tipp für die Beobachter: Am gleichen Morgen strahlt im Osten unübersehbar Venus als Morgenstern, links unterhalb steht der Planet Jupiter.
In der nachfolgenden Tabelle sind die wichtigsten Zeiten für die Mondfinsternis zusammengefast (alle Zeitangaben in MESZ).
02:10 Uhr Eintritt in Halbschatten (1. Kontakt)
03:07 Uhr Eintritt in Kernschatten (2. Kontakt)
04:11 Uhr Beginn der totalen Phase (3. Kontakt)
04:47 Uhr Mitte der Finsternis
05:23 Uhr Ende der totalen Phase (4. Kontakt)
06:27 Uhr Austritt aus Kernschatten (5. Kontakt)
07:24 Uhr Austritt aus Halbschatten (6. Kontakt)
Würde man sich in diesem Zeitraum auf der uns zugewandten Seite des Mondes aufhalten, könnte man eine Sonnenfinsternis verfolgen, wobei der Rand der Erde in rötlichem Licht erscheint.
Anlässlich der Finsternis bietet die VdS Vereinen und Medienpartnern auf unserer Marketingseite Vektorgrafiken zum Verlauf und der Entstehung der Mondfinsternis. Ebenso ein Skript für das kostenfreie Planetariumspogramm Stellarium.
Die Zeit der Finsternis an einem Montagmorgen ist eine Herausforderung. Wer die Finsternis einfach mal kurz ansehen will: Wecker kurz vor 5 Uhr stellen, beobachten und nochmal hinlegen. Sollten am Beobachtungsort Wolken den Blick auf das Ereignis trüben, bleibt als Trost die nächste Gelegenheit: Am Abend des 27. Juli 2018 wird die nächste Totale Mondfinsternis stattfinden.