Sonnenfinsternis und Perseidennacht
Das astronomische Ereignis des Jahres steht kurz bevor: Am Abend des 12. August 2026 kann man – klaren Himmel natürlich vorausgesetzt – in Deutschland kurz vor Sonnenuntergang eine fast totale Sonnenfinsternis beobachten, bei der die Sonne zu einer schmalen Sichel wird. In Deutschland wird die Sonne bis zu 90% vom Mond bedeckt. Nach Einbruch der Dunkelheit ziehen dann die Sternschnuppen der Perseiden über den Himmel.
Am 12. August findet die nächste totale Sonnenfinsternis statt. Vollständig bedeckt wird die Sonne allerdings nur über Teilen Spaniens, Islands und Grönland. In Deutschland wird sie zwischen ca. 19:10 Uhr und 20:45 Uhr als partielle Sonnenfinsternis sichtbar sein. Dabei werden im Südwesten der Republik bis zu 90% der Sonne bedeckt, aber auch im äußersten Nordosten werden noch 83% erreicht. Die genauen Zeiten variieren von Ort zu Ort und können z.B. timeanddate entnommen werden.

Grad der Verfinsterung für die partielle Sonnenfinsternis vom 12. August 2026 an verschiedenen Orten in Deutschland und im restlichen Europa. Grafik: Vereinigung der Sternfreunde
Die Sonne steht während der Finsternis bereits tief am Westhorizont. Vollkommen freie Sicht nach Westen bzw. Nordwesten ist daher unabdingbar. Das Maximum der Finsternis findet an allen Standorten in Deutschland noch über dem Horizont statt, anschließend geht die Sonne als schmale Sichel unter. Das Ende der Finsternis ist dann nicht mehr zu sehen.
Beim Beobachten der Sonnenfinsternis ist Vorsicht geboten: Grundsätzlich unterscheidet sich der Anblick der Sonne bei einer Sonnenfinsternis nicht von einem normalen sonnigen Tag. Unmittelbar über dem Horizont wird das Licht der tiefstehenden Sonne allerdings durch die Erdatmosphäre auf natürliche Weise abgeschwächt. Die Versuchung länger direkt in die Sonne zu schauen, ist daher größer und überwindet leicht den Lidschlussreflex des menschlichen Auges.
Um die Augen nicht zu schädigen, empfiehlt es sich, zu speziellen, für wenige Euro im Fachhandel erhältlichen Sonnensicht- bzw. Sonnenfinsternisbrillen zu greifen, die die Lichtmenge der Sonne auf eine gefahrlose Helligkeit abschwächen. Gleichzeitig schützen die Brillen vor Ultraviolett- und Infrarotstrahlung. Herkömmliche Sonnenbrillen reichen nicht aus, Hausmittel wie eine mit Kerzenruß geschwärzte Gläser, Rettungsfolie oder Schweißerbrillen sind gänzlich ungeeignet. Beim Beobachten mit Ferngläsern und Teleskopen sind spezielle Filter oder lichtschwächende Zusatzoptiken zwingend erforderlich.

Bildsequenz der totalen Sonnenfinsternis vom 8. April 2024. Das letzte Bild der partiellen Phase vor der Totalität (4. Bild) entspricht in etwa dem von Deutschland aus beobachtbaren maximalen Bedeckungsgrad bei der Finsternis vom 12. August 2026. Die Totalität (5. Bild, unten rechts) ist von Deutschland aus nicht zu sehen. Bild: Carolin Liefke/Dominik Elsässer
Eine Sonnenfinsternis tritt auf, wenn der Mond auf seiner Umlaufbahn um die Erde vor der Sonne vorbeizieht. Dabei wird die Sonne von der Erde aus gesehen teilweise oder vollständig vom Mond bedeckt. Die nächste von Deutschland aus sichtbare Sonnenfinsternis findet zwar schon in einem Jahr am 2. August 2027 statt, allerdings nur mit Bedeckungsgraden von bis zu 54%. Ähnliche Bedeckungsgrade wie in diesem Jahr werden in Deutschland erst wieder am 11. Juni 2048 (bis zu 79%) und am 13. Juli 2075 (bis zu 88%) erreicht. Eine totale Sonnenfinsternis, bei der die Totalitätszone durch Teile von Deutschland läuft, wird es erst am 3. September 2081 geben.
Die Perseiden-Sternschnuppen sind in jedem Jahr über mehrere Wochen hinweg von Ende Juli bis Ende August zu sehen. Die Perseidennacht, in der die meisten Sternschnuppen beobachtet werden können, ist die Nacht vom 12. auf den 13. August, also unmittelbar im Anschluss an die Sonnenfinsternis. Damit einher geht, daß Neumond ist und somit optimale Bedingungen herrschen. Grundsätzlich sieht man bei den Perseiden die meisten Sternschnuppen in der zweiten Nachthälfte, aber bereits ab 22 bis 23 Uhr lohnt es sich, nach Sternschnuppen Ausschau zu halten.

Himmelsanblick in den frühen Morgenstunden des 13. August 2026 mit dem Ursprungspunkt der Perseiden hoch am Himmel. Grafik: Vereinigung der Sternfreunde
Wie immer bei der Beobachtung von Sternschnuppen ist es hilfreich, einen Beobachtungsort mit möglichst dunklem Himmel aufzusuchen, um auch die schwächsten Sternschnuppen noch sehen zu können. Die Lichtverschmutzung größerer Ortschaften stört leider erheblich. Da die Sternschnuppen über den ganzen Himmel ziehen, lohnt es sich einen erhöhten Standort mit möglichst viel freier Rundumsicht bis zum Horizont zu wählen.
Mit dem bloßen Auge sind dann ca. 60-70 Sternschnuppen pro Stunde sichtbar. Zum Beobachten der Sternschnuppen braucht es keine optischen Hilfsmittel wie Ferngläser oder Teleskope, im Gegenteil, die sind eher hinderlich. An Ausstattung empfiehlt sich stattdessen ein Liegestuhl oder eine Picknickdecke, so daß man entspannt den Blick nach oben werfen kann. Dann braucht es neben dem klaren Himmel nur noch ein wenig Geduld.
Astronomische Einrichtungen in Deutschland, die anlässlich von Sonnenfinsternis und Perseidennacht Veranstaltungen anbieten, finden Sie bei der Langen Nacht der Astronomie.