Partielle Mondfinsternis in den frühen Morgenstunden des 28. August 2026

19. August 2026 - Carolin Liefke

Sonnen- und Mondfinsternisse treten häufig im Doppelpack auf, und gut zwei Wochen nach der Sonnenfinsternis vom 12. August 2026 erwartet uns am 28. August eine Mondfinsternis. Die Voraussetzungen für die Beobachtung sind dabei in Deutschland ganz ähnlich, wenn auch mit umgekehrtem Vorzeichen: Die Finsternis spielt sich tief über dem Westhorizont ab, Teile finden erst nach dem Untergang des Mondes statt – allerdings nicht am Abend, sondern in der Morgendämmerung.

Schematische Darstellung des Ablaufs der partiellen Mondfinsternis vom 28. August 2026 zentriert auf den Kernschatten der Erde. Uhrzeiten für Ein- und Austritt in Kern- und Halbschatten sowie das Maximum der Finsternis sind ebenfalls angegeben

Ablauf der partiellen Mondfinsternis am 28. August 2026 zentriert auf den Kernschatten der Erde. Grafik: Vereinigung der Sternfreunde e.V.

Oftmals folgt auf eine Sonnenfinsternis gut zwei Wochen später eine Mondfinsternis oder auf eine Mondfinsternis eine weitere Sonnenfinsternis. Nur selten sind die zu einer solchen „Finsternis-Saison“ gehörigen Sonnen- und Mondfinsternisse allerdings auch vom selben Ort auf der Erde aus sichtbar. Bei der Mondfinsternis am 28. August 2026, die auf die Sonnenfinsternis vom 12. August folgt, ist das von Deutschland aus tatsächlich der Fall. Dafür sind beide Finsternisse allerdings auch nur zum Teil sichtbar.

Eine Mondfinsternis tritt immer dann auf, wenn der Mond auf seiner Umlaufbahn um die Erde in den Schatten eintritt, den die Erde in den Weltraum wirft. Der Erdschatten hat zwei Bereiche: den inneren Kernschatten und den äußeren Halbschatten. Der deutlich sichtbare Teil der Finsternis beginnt am 28. August um 4:33 Uhr mit dem Eintritt des Mondes in den Kernschatten. Der Mond steht zu diesem Zeitpunkt in Deutschland etwas höher am Himmel als die Sonne zu Beginn der Sonnenfinsternis vom 12. August.

Schematische Darstellung der Konfiguration von Sonne, Erde und Mond während einer Mondfinsternis. Grafik: Vereinigung der Sternfreunde

Im weiteren Verlauf nähert er sich allerdings nicht nur mehr und mehr dem Horizont, auch die Morgendämmerung setzt ein und hellt den Himmel auf. Es wird dadurch immer schwieriger, den Mond noch zu erkennen. Ein Fernglas kann hierbei helfen. Die maximale Verfinsterung um 6:13 Uhr tritt im Osten Deutschlands allerdings bereits nach dem Untergang des Mondes und dem Aufgang der Sonne ein.

Im äußersten Westen der Republik hingegen verschieben sich die Auf- und Untergangszeiten von Sonne und Mond um etwas mehr als eine halbe Stunde nach hinten, so dass mehr von der Finsternis zu sehen sein wird. Der Austritt des Mondes aus dem Kernschatten um 7:53 Uhr findet aber von Deutschland aus in jedem Fall lange nach Sonnenaufgang und Monduntergang statt. Im Westen Spaniens, Westafrika und von den Kanarischen Inseln aus kann aber schon fast der komplette Durchgang durch den Kernschatten verfolgt werden. Optimale Beobachtungsbedingungen bieten sich im Ostteil der USA und Kanadas sowie in ganz Südamerika.

Teleskopaufnahme einer partiellen Mondfinsternis kurz vor Eintritt der Totalität. Ein Teil des Mondes oben rechts ist noch hell, auf der linken Seite wird bereits die kupferrote Farbe einer totalen Mondfinsternis sichtbar

Bild der partiellen Phase der totalen Mondfinsternis vom 21. Januar 2019 bei einem Bedeckungsgrad, der in etwa der Ansicht der Mondfinsternis vom 28. August 2026 beim Maximum der Bedeckung, allerdings bei größerer Horizonthöhe entspräche. Bild: Carolin Liefke

Der Mond tritt bei dieser Finsternis zu maximal 93% in den Kernschatten der Erde ein. Es handelt sich also um keine totale, sondern um eine partielle Mondfinsternis und ein kleiner Teil des Mondes bleibt durchgehend hell. Die typische kupferrote Färbung, die der Mond bei einer totalen Mondfinsternis annimmt, könnte zumindest im Westen Deutschlands beim verfinsterten Teil des Mondes andeutungsweise dennoch sichtbar werden.

Für die Beobachtung der Finsternis ist neben klarem Himmel freie Sicht auf den Südwesthorizont nötig. Die allermeisten Standorte, von denen aus die Sonnenfinsternis am 12. August sichtbar war, sollten auch zur Beobachtung der Mondfinsternis am 28. August geeignet sein. Sehr reizvoll kann es auch sein, den teilweise verfinsterten Mond unmittelbar über dem Horizont mit einem passenden Vordergrundmotiv im Bild festzuhalten.