Komet MAPS hat das das Perihel nicht überlebt
Der Komet MAPS wurde erst am Anfang des Jahres entdeckt, daher auch der „diesjährige“ offizielle Name C/2026 A1. Als sog. Sonnenstreifer kommt er unserem Zentralgestirn sehr nahe, was zu einer starken Gas- und Staubentwicklung führt. Vor dem Perihel konnte er unter akzeptablen Bedingungen beobachtet werden:
Dies ist das letzte Bild unserer Fachgruppe Kometen vor der Sonnenpassage, es stammt vom 22. März.
Mehrere dieser Sonnestreifer wurden zu große Kometen, zuletzt C/2011 W3 (Lovejoy). Es besteht aber stets eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass solch ein Komet das Perihel nicht überlebt. Selbst Lovejoy war zerfallen, allerdings erst kurz nach dem Perihel.
Es ist jetzt ziemlich sicher, dass MAPSden Durchlauf durch das Perihel nicht überlebt hat. Der erste Hinweis darauf war die Sichtbarkeit in einem Weltraumteleskop LASCO, welches eigentlich die Sonnen-Korona beobachtet. Die Auswertung von fast 40 Aufnahmen ergab eine Helligkeit von 3–4 mag, und das unmittelbar in Sonnennähe.
Der Periheldurchgang ist heute (4. April) und die Region ist gerade wieder am Abendhimmel sichtbar. Ich kenne zwei Beobachtungsversuche, einen erfolglosen und einen sagen wir mal zweifelhaften. Und jetzt ist es sicher: Heute mittag war er wieder im LASCO sichtbar: Nur noch ein schwacher Staubstreifen ohne Kopf.
Die Auflösung im Perihel ist übrigens zwei Effekten geschuldet: Zum einen verdampft Material, was den Kometen verkleinert. Zum anderen sind Kometen nie kugelrund. Daraus folgt eine asymmetrische Gasentwicklung, was zu einer Rotation des Nukleus führt. Wenn die Zentrifugalkraft die Schwerkraft übersteigt, dann wird der Komet zerrissen.
Auch ohne hellen Kometen erleben wir ein Stück Kometenphysik mit, das ist doch auch etwas.
Euer Uwe Pilz.