Kurzbericht zur ersten Astronomiemesse im Süden Deutschlands seit 2019
„ASTRO“ am 27.06.2026 in Friedrichshafen/Bodensee
Die Astronomiemesse im Süden, die frühere AME, fand bis 2019 in Villingen-Schwenningen statt. Und obwohl die Besucherzahlen damals schon merklich zurückgingen, wurde sie in den letzten Jahren von den Amateurastronomen schmerzlich vermisst. Der ATT in Essen, der jedes Jahr im Mai stattfindet, ist zwar groß und etabliert, setzt aber den Willen der Astronomen aus den südlichen Landesteilen voraus, größere Entfernungen zurückzulegen, um evtl. an „Messeschnäppchen“ heranzukommen.
Insofern war es eine gewagte, aber sicherlich gute Idee der Astronomischen Vereinigung Bodensee, wieder eine Süd-Messe zu organisieren. Diese dann mit der jährlich stattfindenden Amateurfunkmesse HAM RADIO zusammenzulegen, schien zunächst ein Wagnis, aber bot bereits bestehende Messe-Infrastruktur und minimierte das Risiko für die Organisatoren.
Glücklicherweise stellte sich heraus, dass die Kooperation mit der HAM RADIO seine Vorteile hatte. Schon allein deshalb, weil viele Amateurfunker auch einen Draht zur Amateurastronomie haben und das zusätzliche Angebot an diesem Samstag gerne annahmen. Aus den Reaktionen konnte man entnehmen, dass die ASTRO gerne angenommen wurde. Klar, 17 Euro Eintritt für so eine kleine Messe (dafür war aber auch der Besuch der HAM RADIO mit eingeschlossen) war kein Pappenstil, aber gefühlt war die ASTRO fürs erste Mal recht gut besucht. Auch wenn nicht alle namhaften professionellen Anbieter präsent waren, so bot die Ausstellung doch ein buntes Vortragsprogramm und vielfältige Stände. Mehrere Vereine aus Baden-Württemberg und der Schweiz präsentierten sich. Im Außengelände wurde auch Sonnenbeobachtung angeboten. Und es zeigte sich auch, dass Besucher aus den Bodensee-Anrainerstaaten Schweiz und Österreich das Angebot gerne annahmen.

Die VdS war natürlich auch mit einem Stand auf der Messe vertreten.
Fazit: Die ASTRO war für den ersten Anlauf ein Erfolg. Trotz 38° Außentemperatur war es in der Halle angenehm temperiert. Allerdings wurde von vielen der „Flohmarkt“ vermisst, wo viele private Anbieter ihr gebrauchtes Equipment anbieten. Aufgrund der Preise für die Messestände sind hier künftig womöglich noch Verhandlungen mit der Messegesellschaft notwendig, um das für private Anbieter attraktiver zu machen. Aber wenn es allein schon gelingt, im nächsten Jahr mehr professionelle Anbieter zu bekommen, kann sich die ASTRO als neue Südmesse durchaus etablieren – und das wäre wichtig für die Astroszene.
Wünschenswert wären dazu noch: Mitmach-Stände für die Besucher um auch jugendliche Interessenten anzulocken oder auch die Beteiligung der Fachgruppe Radioastronomie, welche zu den Funkern wohl die meisten Anknüpfungspunkte bietet und eine attraktive fachliche Bereicherung der Ausstellung wäre.
Harald Steinmüller, FG Astronomische Vereinigungen