Eine Nacht im Zeichen des Universums: Die Lange Nacht der Astronomie am 12. August lädt bundesweit mit Sonnenfinsternis und Sternschnuppen zum Staunen ein

23. Juli 2026 - Carolin Liefke

Mit einer partiellen Sonnenfinsternis, dem Höhepunkt des Perseiden-Meteorstroms und einem vielfältigen Mitmachprogramm hält die von der Stiftung Planetarium Berlin, der Astronomischen Gesellschaft, der Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien und der Vereinigung der Sternfreunde initiierte und vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Lange Nacht der Astronomie am Mittwoch, 12. August 2026, ein außergewöhnliches Erlebnis bereit für Astronomiebegeisterte und alle, die den Himmel entdecken möchten.

Die Lange Nacht der Astronomie findet am 12. August 2026 zum dritten Mal bundesweit statt. Unter dem Motto »Beobachten, staunen, erleben« erwartet Besucher*innen in der ganzen Republik ein abwechslungsreiches Programm für die ganze Familie. Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr gleich zwei besondere Himmelsereignisse: eine partielle Sonnenfinsternis, die in Teilen Europas sogar total zu sehen ist, sowie derHöhepunkt des Perseiden-Meteorstroms mit bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde. Ergänzt wird das Programm durch Keynote-Vorträge, Himmelsbeobachtungen mit Teleskopen, Führungen durch Institute und Sternwarten, 360°-Fulldome-Veranstaltungen in Planetarien sowie Mitmach- und Bastelaktionen. Die Lange Nacht der Astronomie, ursprünglich 2014 von der Stiftung Planetarium Berlin ins Leben gerufen, knüpft an die Tradition der Straßenastronomie an, die in Deutschland in den 1950er Jahren populär wurde. Heute ist sie ein gemeinsames Projekt der Stiftung Planetarium Berlin, der Astronomischen Gesellschaft, der Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien und der Vereinigung der Sternfreunde in Kooperation mit zahlreichen Planetarien, Sternwarten und weiteren Institutionen. Gefördert wird die Veranstaltung vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).

Besonders außergewöhnlich wird die diesjährige Veranstaltung durch gleich zwei astronomische Highlights: Am Tag ist in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis zu beobachten, die in Teilen Europas sogar total verläuft, sowie in der Nacht der Höhepunkt des Perseiden-Meteorstroms. Die Sonnenfinsternis am 12. August 2026 begleitet in Deutschland den Sonnenuntergang. Während die Totalitätszone von der Arktis über Island und die Iberische Halbinsel bis ins westliche Mittelmeer verläuft, ist hierzulande eine partielle Verfinsterung zu sehen. In Berlin beginnt die partielle Sonnenfinsternis um 19:15 Uhr, erreicht um 20:08 Uhr ihre maximale Bedeckung und endet gegen 20:37 Uhr mit dem Sonnenuntergang. Dabei werden bis zu rund 85 Prozent der Sonnenscheibe vom Mond verdeckt. Je weiter südlich und westlich der Beobachtungsort liegt, desto größer fällt die Bedeckung aus. In weiten Teilen Spaniens ist hingegen eine totale Sonnenfinsternis zu erleben: Je nach Beobachtungsort beginnt die partielle Phase gegen 19:30 Uhr, die Totalität setzt zwischen 20:26 und 20:30 Uhr ein und dauert bis etwa 20:33 Uhr. Die partielle Phase endet schließlich zwischen 21:10 und 21:25 Uhr. Nur wenige Stunden später erreichen die Perseiden ihr Maximum. Der bekannteste Sternschnuppenstrom des Jahres verdankt seinen Namen dem Sternbild Perseus, aus dessen Richtung die Meteore scheinbar über den Himmel ziehen. Unter optimalen Bedingungen sind bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde zu beobachten. Da in diesem Jahr Neumond herrscht, sind die Beobachtungsbedingungen besonders günstig.

Dorothee Bär, Bundesministerin für Forschung, Technologie und Raumfahrt, betont: »Der Blick in die Weiten des Universums am Nachthimmel fasziniert uns Menschen seit jeher. Seit Jahrtausenden erforscht die Astronomie die Geheimnisse des Weltalls. Das BMFTR unterstützt die astronomische Forschung sowohl am Boden, beispielsweise mit den Teleskopen der ESO in Chile, als auch im All mit Satelliten wie dem Weltraumteleskop James Webb. Aus den Detektoren, die selbst schwächste Signale aus dem All einfangen, oder den Rechenverfahren, mit denen riesige Datenmengen ausgewertet werden, entstehen Technologien, die uns im Alltag an vielen Stellen begegnen: in der Medizin, in der Mikroelektronik, in der Künstlichen Intelligenz. Grundlagenforschung von heute ermöglicht die Spitzentechnologien von morgen. Auch sie ist wichtiger Bestandteil der Hightech Agenda Deutschland, damit Deutschland Top-Technologieland wird.«

Tim Florian Horn, Vorstand der Stiftung Planetarium Berlin, sagt: »Die Lange Nacht der Astronomie lädt dazu ein, den Blick bewusst vom Alltag zu lösen und ihn in den Himmel zu richten. Die Veranstaltung verbindet wissenschaftliche Expertise mit der Freude am gemeinsamen Entdecken und Staunen. Unser Ziel ist es, Menschen in ganz Deutschland zu ermutigen, nach oben zu schauen und sich von der Faszination des Universums begeistern zu lassen.«

Janine Fohlmeister, Pressereferentin der Astronomischen Gesellschaft, betont: »Eine Sonnenfinsternis weckt Staunen und genau dieses Staunen ist oft der Beginn wissenschaftlicher Neugier. Deutschland verfügt über eine international anerkannte Sonnenforschung, die untersucht, wie Magnetfelder, Sonnenflecken und Eruptionen entstehen und welche Auswirkungen sie auf die Erde haben. Zur Langen Nacht der Astronomie können Besucherinnen und Besucher nicht nur die partielle Sonnenfinsternis sicher beobachten, sondern auch erfahren, wie moderne Forschung hilft, unseren aktiven Stern besser zu verstehen.«

Björn Voss, Vorstand der Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien, unterstreicht: »Erneut findet in diesem Jahr die Lange Nacht der Astronomie in Zusammenarbeit der Planetarien, Sternwarten, Astronomie-Vereine und astronomischen Forschungsinstitute statt! Es freut mich außerordentlich, dass unsere »Lange Nacht« zu einer neuen Tradition wird, und ich weiß, dass alle Planetarien in Deutschland es ebenso sehen, von Freiburg bis Flensburg und von Saarlouis bis Görlitz. Jeder in ganz Deutschland kann dabei die Astronomie mit allen Sinnen erleben: Vom Blick durchs Teleskop bei Verein oder Sternwarte, über Kosmos-Simulation im Planetarium bis hin zu einem Blick in die Welt der Forschenden an den Unis und Instituten. In dieser Weise deutschlandweit gemeinsam aufzutreten, bringt auch alle Beteiligten, also die Forschenden, die Enthusiasten, und nicht zuletzt meine Kolleginnen und Kollegen an den Planetarien ein gutes Stück voran. Ich freue mich auf den 12. August!«

Carolin Liefke vom Vorstand der Vereinigung der Sternfreunde hebt hervor: »Sonnenfinsternis und Perseidennacht am selben Tag – das ist das astronomische Ereignis des Jahres, das feiern auch wir als Dachverband der deutschen Amateurastronomie natürlich gerne bei der Langen Nacht der Astronomie! Viele unserer Mitgliedssternwarten und Vereine im gesamten Bundesgebiet öffnen an diesem Tag ihre Türen und machen mit.«

Weitere Informationen zur Langen Nacht der Astronomie 2026 sowie eine Übersicht aller teilnehmenden Einrichtungen und Programme gibt es unter www.lange-nacht-der-astronomie.de