44. Würzburger Frühjahrstagung virtuell am 24. April 2021

Nachdem im letzten Jahr die Tagung aufgrund der Corona Pandemie abgesagt werden mußte, hat sich der Veranstalter in diesem Jahr dazu entschlossen, das beliebte Treffen als Zoom Konferenz anzubieten. Der Tagungsleiter Dr. Dominik Elsässer von der VdS hat jetzt das Programm veröffentlicht, das man auch unten direkt ansehen kann: Programm 44. Frühjahrstagung 2021 als PDF

Die Einwahl erfolgt via Zoom. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Das Programm der 44. Würzburger Frühjahrstagung am Samstag den 24. April 2021 virtuell per Zoom

09:00-09:10   Begrüßung durch den Tagungsleiter Dr. Dominik Elsässer (VdS)

09:10-10:10   Galaktische Archäologie. Prof. Dr. Eva Grebel. Astronomisches Recheninstitut der Universität Heidelberg

10:25-10:55   Künstliche Intelligenz & Machine Learning in der Bild-bearbeitung und Fotografie –wie funktioniert das? Florian Bleymann aus Rottendorf

11:05-11:35   Moritz beobachtet unbegleitet: Sternbedeckung durch 1048 Feodosia. Dr. Eberhard Bredner aus Ahlen-Dolberg

11:45-12:00   Eine neue Zeitschrift für die Amateurastronomie – Zwei Jahre astronomie–DAS MAGAZIN. Dr. Stefan Deiters aus Hamburg

12:00-13:00   Mittagspause

13:00-13:30   Schwarze Löcher: wo Licht ist, ist starker Schatten. Dr. Uwe Pilz aus Leipzig

13:40-14:25   Das Open-Source-Softwareprojekt PlanetarySystemStacker. Rolf Hempel aus Köln

14:35-15:20   Die Vielfalt der Spektroskopie I: Einführung und Alpha Cam (1) Spektroskopie an Mizar (2) und an Deneb (3). Vortrag von Günter Gebhard (1), Ulrich Waldschläger (2) und Siegfried Hold (3) von der VdS Fachgruppe Spektroskopie

15:30-16:00   Eduard Schönfeld, der Vollender der Bonner Duchmusterung. Dr. Michael Geffert vom Birtzberg Observatorium in Bornheim

16:00-16:20   Kaffeepause

16:20-17:15   Fotografische Kometenjagd: 1000 Schweifsterne in 40 Jahren, dazu: Bildershow von Gerald Rhemann. Michael Jäger aus Weißenkirchen/Wachau und Gerald Rhemann aus Wien

17:25-17:55   Die Vielfalt der Spektroskopie II: Technik Echellespektrograph (1) und Datenreduktion (2) von Thomas Kremser (1) und Christoph Quandt (2) aus der VdS Fachgruppe Spektroskopie

18:05-18:35   Sonnenfinsternis 2019 –Südamerikatour von Brasilien nach Argentinien. Prof. Dr. Kai-Oliver Detken aus Grasberg bei Bremen

18:35-18:45   Abschlussdiskussion und Verabschiedung durch Dr. Dominik Elsässer als Tagungsleiter der VdS

Statement der VdS zur Satellitenkonstellation „Starlink“

Starlink-Satelliten ziehen wie eine Perlenkette über den Himmel und stören die Arbeiten von Astronomen.

Die Vereinigung der Sternfreunde e.V. und ihre Mitgliedssternwarten  haben in den vergangenen Monaten eine Vielzahl von teils besorgten Anfragen von Sternfreundinnen und Sternfreunden, aber auch aus der allgemeinen Bevölkerung erhalten. Hintergrund sind die Satelliten der vom US-Raumfahrtunternehmen SpaceX in Angriff genommenen Satellitenkonstellation „Starlink“, die seit dem 24. Mai 2019 durch mehrere Starts in eine Erdumlaufbahn gebracht wurden.

SpaceX will mit Starlink eine satellitenbasierte Infrastruktur für Hochgeschwindigkeits-Internetanbindungen weltweit bereitstellen. Hierfür sind im endgültigen Ausbau der Konstellation etwa 12.000 Satelliten vorgesehen, was die Zahl aller sich zur Zeit in der Erdumlaufbahn befindlichen Satelliten bei weitem übersteigt. Die VdS ist sich der Bedeutung des Internets und der Entwicklungschancen durch die Anbindung auch weniger privilegierter Regionen der Erde bewusst. Gleichwohl birgt der anstehende gewaltige Zuwachs an künstlichen Satelliten in der Erdumlaufbahn auch Risiken, mit denen verantwortungsvoll umgegangen werden muss.

Für die VdS ist als bundesweitem Interessenverband der Amateurastronominnen und Amateurastronomen in Deutschland der Schutz des Anblicks des gestirnten Himmels als einzigartigem Kulturerbe der Menschheit ein zentrales Anliegen. Das Erleben dieses Naturwunders ist bereits jetzt in großen Teilen der Erde in höchstem Maße durch ineffiziente und übermäßige künstliche Beleuchtung stark beeinträchtigt und wird durch die Vielzahl an zu erwartenden neuen künstlichen Satelliten auch in bislang von der Lichtverschmutzung weitgehend unbehelligten Regionen der Erde irreparablen Schaden erleiden. Bereits vor dem Start der ersten Starlink-Satelliten waren am Nachthimmel unzählige künstliche Satelliten beobachtbar. Mit zehntausenden zusätzlichen Objekten in der Erdumlaufbahn ist es kein unrealistisches Szenario mehr, dass am Nachthimmel mehr über das Firmament ziehende Satelliten als Sterne zu sehen sind.

Dies könnte unser Bild des Nachthimmels, der die Menschheit seit Anbeginn begleitet, für immer verändern. Zudem werden die Beiträge von Amateurastronominnen und Amateurastronomen zur Erforschung des Universums ähnlich wie die der Kolleginnen und Kollegen aus der professionellen Astronomie beeinträchtigt. Zu nennen sind hier beispielsweise Zeitreihen von Helligkeitsmessungen lichtschwacher oder ausgedehnter Objekte oder die Verfolgung von Kleinkörpern im Sonnensystem. Auch fotografische Aufnahmen von Himmelsobjekten, die seit jeher die Faszination der Astronomie in die Bevölkerung tragen und einen Beitrag zur Allgemeinbildung leisten, sind betroffen.

Die VdS befasst sich im Rahmen der Arbeit des gesamten Vereins auf allen Ebenen und insbesondere in ihrer Fachgruppe Dark Sky mit dem Schutz des nächtlichen Sternhimmels. Aus diesem Grunde möchten wir unsere Besorgnis zum Ausdruck bringen und nochmals dazu aufrufen, beim zukünftigen Ausbau von Satellitenkonstellationen wie Starlink den Schutz des Nachthimmels als menschliches Kulturgut zu gewährleisten und durch Aufnahme eines Dialoges die Belange von Amateur- wie Profiastronomie miteinzubeziehen.

Videoaufnahme der am 22. April 2020 gestarteten Starlink-Satelliten: https://vimeo.com/411567837