Jetzt neu: das Buch von Sternfreunden für Einsteiger

Lust auf Sonne, Mond und Sterne, aber keine Ahnung? Dann hilft Ihnen diese Anleitung für Anfänger, um sich unter den Sternen und im neuen Hobby zurechtzufinden. Vom ersten Blick an den Himmel über die Technik der Teleskope, schöne Beobachtungsobjekte bis hin zur Astrofotografie für Einsteiger wird alles anschaulich erklärt:

Erste Orientierung am Nachthimmel
Mit Sternkarten für jede Jahreszeit

Refraktor oder Reflektor?
So klappt das mit dem ersten Fernrohr

Schaustücke im Sonnensystem
Sonne, Mond und Planeten beobachten

Auf der Pirsch nach Deep-Sky-Objekten
Von Sternhaufen über Nebel bis zu Galaxien

Himmelsfotos für jedermann
Die Grundlagen der Astrofotografie

Mit diesem praktischen Leitfaden der Vereinigung der Sternfreunde lernen Sie die Welt der Sterne kennen und können erfolgreich in das neue Hobby Astronomie starten. Einfach herunterladen und gleich anfangen!

Astronomie Ihr neues Hobby

Himmelsschauspiel für Hobbyastronomen: Komet Leonard ist da!

Die Morgensichtbarkeit von Komet Leonard ist zu Ende. Jetzt ergibt sich noch eine Chance, ihn vielleicht am Abendhimmel aufzuspüren. Man braucht dazu sehr klaren Himmel und einen freien Blick tief zum Südwesthorizont.

Falls es nicht klappen sollte, bietet unser Forum reichlich Bilder und Beobachtungen des Kometen am Morgenhimmel:

Kometenecke im VdS-Forum

Noch mehr Bilder zeigt die Sammlung der Fachgruppe Kometen:

http://fg-kometen.vdsastro.de/pix/2021A1.htm

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Sternfreunde freuen sich schon das ganze Jahr darauf: In den nächsten Tagen ist der Komet C/2021 A1 Leonard am Morgenhimmel zu beobachten. Um ihn zu sehen, benötigt man ein Fernglas und muss über dem Osthorizont an die richtige Stelle schauen. Die beste Beobachtungszeit ist zwischen 6 und 7 Uhr.

Er ist der erstentdeckte Komet des Jahres: Am 3. Januar 2021 hat Gregory J. Leonard am Mount Lemmon-Observatorium in den USA ein schwaches, sich langsam bewegendes Objekt aufgespürt. Einige Zeit später wurde klar, dass sich dieser Komet noch weit entfernt von der Sonne befindet und Ende des Jahres seine größte Helligkeit erreichen wird. Dann nähert er sich der Sonne weiter an und verschwindet anschließend wieder in den Tiefen des Weltraums.

Amateurastronomen zeigten sich alarmiert, denn „Leonard“ versprach ein nettes Schauspiel in der ersten Dezemberhälfte zu werden. Und sie wurden nicht enttäuscht, denn der Komet entwickelt sich wie vorgesehen und konnte bereits mit seinem Schweif fotografiert und mit einem Fernglas gesehen werden.

Für ein helles Spektakel wird dieser Schweifstern nicht sorgen. Bis zum 12. Dezember steigert sich seine Helligkeit so weit, dass man ihn unter dunklem Himmel gerade so mit bloßem Auge sehen können wird. Mit einem Fernglas oder Fernrohr ist Leonard aber ein leichtes Ziel und besonders für Astrofotografen ein lohnendes Motiv.

Der Komet steigt am Morgenhimmel über dem östlichen Horizont auf, kommt mit zunehmender Helligkeit der Sonne jedoch Tag für Tag näher. Es wird bis zum 12. Dezember ein Ringen mit dem Wetter und der Morgendämmerung – mit jedem Tag nimmt Leonard etwas an Helligkeit zu, steht aber immer tiefer und verschwindet bald im Morgengrauen. Leonard erreicht am 12.12. seine geringste Entfernung von der Erde – mit etwa 34 Millionen Kilometern (etwa 100 Monddistanzen) bleibt er dabei in respektablem Abstand.

Anschließend zieht der Komet schnell in Richtung Südhimmel, allenfalls in der hellen Abenddämmerung können Beobachter von Mitteleuropa aus über dem Südwesthorizont noch einmal ihr Glück versuchen. Seinen geringsten Abstand zur Sonne wird Leonard exakt ein Jahr nach seiner Entdeckung erreichen: am 3. Januar 2022.

Dieser Besuch des Kometen Leonard ist kein helles Himmelsereignis, aber er wird für uns der einzige sein. Nachdem er die Sonne in weitem Bogen umrundet hat, zieht der eisige Schutthaufen seine Bahn in die Weiten des Weltalls und wird den Prognosen der Astronomen nach nie wieder in unser Sonnensystem zurückkehren.

Sternschnuppen in der Vorweihnachtszeit – die Geminiden kommen

Sie wurden nach dem Sternbild Zwillinge benannt: Die „Geminiden“ sorgen Mitte Dezember für einen schönes Sternschnuppenschauspiel. Rein statistisch gelten die Geminiden mit bis zu 150 Meteoren pro Stunde als reichster Strom des Jahres, tatsächlich sehen kann man etwa 30 bis 40. Der Höhepunkt der Aktivität wird in der Nacht vom 13. Auf dem 14. Dezember erreicht. Der zunehmende Mond geht erst weit nach Mitternacht unter, so dass die Morgenstunden am 14. Dezember am meisten Sternschnuppen zeigen werden.

Das Maximum der Geminiden fällt in die Nacht von Montag, den 13., auf Dienstag, den 14. Dezember. Am Morgen des 14. um 8 Uhr MEZ soll der Höhepunkt der Aktivität erreicht werden. Die Zwillinge gehen bereits in den Abendstunden am Osthimmel auf, daher ist die ganze Nacht über mit Sternschnuppen zu rechnen. Wer die Zwillinge nicht kennt: Sie stehen genau links oberhalb vom Orion. Besonders hell sind ihre zwei Hauptsterne Kastor und Pollux, ein aus der griechischen Mythologie bekanntes Zwillingspaar. Der scheinbare Ausstrahlungspunkt der Sternschnuppen (Fachsprache: der Radiant) liegt knapp über Kastor, dem oberen der beiden Zwillingssterne. Das ist aber nur ein perspektivischer Effekt wie bei einer Autofahrt durch einen Schneeschauer.

Die Sternschnuppen der Geminiden scheinen dem Sternbild Zwillinge zu entspringen. Ihr Ausstrahlungspunkt wird „Radiant“ genannt – zu sehen sind sie aber in weiten Teilen des Nachthimmels

Der Grund für das vermehrte Auftreten der Sternschnuppen ist das Durchqueren der Erde einer kosmischen Staubwolke, die vermutlich vom Kleinplaneten „Phaethon“ hinterlassen wurde – möglicherweise ist dieser Asteroid zerbrochen und hat Trümmerteile auf seiner Bahn hinterlassen, die beim Eindringen in die Erdatmosphäre als Sternschnuppen verglühen.

Im Gegensatz zu den bekannten Perseiden-Sternschnuppen im Sommer muss man bei den Geminiden nicht bis nach Mitternacht warten, um die meisten zu sehen. Allerdings hellt in diesem Jahr der Mond bis nach Mitternacht den Himmel auf. Sobald es dunkel wird, kann man neugierig nach ihnen Ausschau halten. Ein freier Blick nach Osten ist dann von Vorteil, im Laufe der Nacht stehen die Zwillinge hoch im Süden, am Dienstagmorgen streben sie im Nordwesten ihrem Untergang entgegen.

VdS-Medaille 2021 an Eberhard Bredner

Im Rahmen der VdS-Mitgliederversammlung wurde zum 17. Mal die VdS-Medaille — deutscher Preis für Amateur-Astronomie verliehen. Preisträger in diesem Jahr ist der international bekannte Beobachter von Sternbedeckungen Dr. Eberhard. Bredner. Da die Mitgliederversammlung online stattfand, staunte Eberhard Bredner nicht schlecht, als plötzlich Dr. Werner E. Celnik vor seiner Tür stand und ihm die Auszeichnung überreichte.

Dr. Werner E. Celnik überreicht Dr. Eberhard Bredner (rechts) die VdS-Medaille 2021.

Wir gratulieren Herrn Bredner sehr herzlich zur VdS-Medaille und wünschen ihm viel Erfolg bei seinen abenteurlichen Reisen zur Beobachtung von Sternbedeckungen durch Kleinplaneten! Nachfolgend die von Werner Celnik gehaltene Laudatio:

Dr. Eberhard H. R. Bredner aus 59229 Ahlen-Dolberg ist international bekannt als jahrzehntelang (auch heute noch) aktiver, systematisch arbeitender Beobachter von Sternbedeckungen. Da Bedeckungsereignisse wie streifende Sternbedeckungen durch den Mond oder Sternbedeckungen durch Kleinplaneten nur an bestimmten Orten beobachtbar sind, fährt er mit seiner einfachen astronomischen Ausrüstung oftmals in einer Nacht 500 bis 800 Kilometer, um ein bestimmtes Ereignis von nur wenigen Sekunden Dauer zu beobachten.

Eberhard Bredner ist Diplom-Physiker und seit vielen Jahren bereits Pensionär. Er war beruflich tätig als Fachbereichsleiter für Naturwissenschaften an der Volkshochschule in Hamm. Dort rührte er lokal sehr erfolgreich die Werbetrommel für die astronomische Bildung, bot ein astronomisches Vortragsprogramm für die Öffentlichkeit an und führte lange Jahre eine Astronomische Arbeitsgemeinschaft am Ort.

Er engagiert sich seit Jahrzehnten in mehreren astronomischen Organisationen:

In der International Occultation Timing Association (Europäische Sektion IOTA/ES e.V.) füllte er viele Jahre lang das Amt des „Secretary“ aus. In dieser Eigenschaft war er u. a. beteiligt an der Organisation von  internationalen ESOP-Tagungen der IOTA in ganz Europa.

Seit den frühen 80er Jahren ist Eberhard Bredner aktives Mitglied der VdS und seit vielen Jahren Leiter und Redakteur der VdS-Fachgruppe „Sternbedeckungen“. Er ist regelmäßiger Autor im VdS-Journal für Astronomie, wo er seine Beobachtungsergebnisse vorstellt und gleichzeitig für die Beobachtung von Sternbedeckungen wirbt.

Seit Jahrzehnten ist Eberhard Bredner nicht nur auf internationalen Tagungen in ganz Europa, sondern auch auf den Tagungen der VdS anzutreffen, und meist mit einem Vortrag: natürlich wie auch in diesem Jahr auf der VdS-Tagung, bei der er sich stets auch in der Mitgliederversammlung unseres Vereins engagiert zu Wort meldet. Aber auch auf der Würzburger Frühjahrstagung und der Bochumer Herbsttagung hält er regelmäßig Vorträge, ebenso wie an Planetarien und Volkssternwarten. Seine unnachahmliche Art des Vortragens hat ihm viele Sympathien eingebracht, und auch zu einem fliegenden Wort geführt, Zitat: „Das Bild ist zwar nicht schön, aber es ist von mir!“ Einer der aus meiner Sicht fachlichen Höhepunkte seiner Vorträge bestand in einem beeindruckenden Video, das zeigt, wie der Stern Regulus bei einer streifenden Bedeckung durch den Mond partiell (!) bedeckt wurde.

Eberhard Bredner pflegt intensiv Kontakte zu Sternbedeckungsbeobachtern aus aller Welt, insbesondere in den Niederlanden und in Frankreich. Er organisiert gemeinsame Beobachtungen bestimmter Ereignisse über Ländergrenzen hinweg und koordiniert die Auswertungen. Ich habe selbst erlebt, wie sich an der deutsch-niederländischen Grenze die Beobachter trafen und sich dann über die für streifende Sternbedeckungen bedeutsame Beobachtungslinie verteilten, die Beobachtung durchführten und am Schluss bei einem gemeinsamen Essen (auch nachts um 3 Uhr!) das Event gemeinsam im intensiven Gespräch abschlossen. Kontakte, die nachhaltig bleiben. Bei allem astronomischen Beobachtungseifer vergisst Eberhard Bredner dabei nie die VdS, für die er stets Mitglieder versucht zu werben.

Eberhard Bredner hat sich mit seinem stetigen und systematischen Engagement in der Amateur-Astronomie in hohem Maße mit den Zielen und dem Satzungsauftrag der Vereinigung der Sternfreunde identifiziert und diese unterstützt. Mit der Verleihung der VdS-Medaille gebührt ihm zu Recht der Preis der deutschen Amateur-Astronomie des Jahres 2021.

Möglicher Einschlag auf Jupiter am 13./14. September 2021

José Luis Pereira aus Brasilien hat am 13. September 2021 um 22:39:30 Uhr UTC (= 00:39:30 MESZ am 14.9.) auf Jupiter einen Lichtblitz aufgenommen. Eine Animation zeigt das Ereignis. Mittlerweile gibt es auch eine Aufnahme des Einschlags aus Deutschlands: https://www.astrotreff.de/forum/index.php?thread/264852-erwischt-einschlag-auf-jupiter

Entdeckungsaufnahme von José Luis Pereira:

Wer zu dieser Zeit ebenfalls Jupiter beobachtet hat, sollte seine Aufnahmen rund um die genannte Zeit genau prüfen. Dazu kann die Software „DeTeCt“ verwendet werden (siehe www.astrosurf.com/planetessaf/doc/project_detect.php). Nachbeobachtungen sind wichtig, um eine eventuelle dunkle Spur des Einschlags nachzuweisen.

Sternschnuppen am Sommerhimmel: die Perseiden kommen

Darauf kann man sich verlassen: Jedes Jahr um den 12. August sind besonders viele Sternschnuppen am Nachthimmel zu sehen. In dieser Zeit fliegen wir auf unserem „Raumschiff Erde“ durch einen Schwarm von kosmischen Staubteilchen, die beim Eindringen in die Erdatmosphäre Leuchtspuren verursachen. Unter optimalen Bedingungen kann man so alle ein bis zwei Minuten einen Meteor über den Himmel huschen sehen. Dieses Jahr sind die Bedingungen besonders günstig, denn der Mond geht bereits am späten Abend unter.

Die meisten Meteore sind nach Mitternacht zu sehen, wenn die Erde quasi kopfüber in den Strom eintaucht. Dazu bieten sich in diesem Jahr gleich zwei Gelegenheiten: in den Nächten vom 11. auf den 12. und vom 12. auf den 13. August. Ihren theoretischen Höhepunkt erreichen die „Perseiden“ am späten Abend des 12. August, Profis zählen unter sehr dunklem Himmel dann bis zu 100 Sternschnuppen, ein einzelner Beobachter nimmt etwa 30 bis 50 Meteore pro Stunde wahr. Man blickt dazu am besten in Richtung Osten, dort geht das Sternbild Perseus auf, nach dem diese Sternschnuppen benannt wurden.

Die Perseiden scheinen dem Sternbild Perseus zu entspringen. Solch einen „Radianten“ oder Ausstrahlungspunkt hat jeder Sternschnuppenstrom, denn die Erde fliegt auf ihrer Bahn um die Sonne dann durch eine Wolke kleiner Kometentrümmerteilchen. Im Falle der Perseiden trägt der verursachende Komet die Bezeichnung 109P/Swift-Tuttle. Dieser Komet wurde am 19. Juli 1862 von Lewis Swift und Horace Tuttle unabhängig voneinander entdeckt. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt er rund 133 Jahre. Im Jahr 1992 konnte die Wiederkehr des Kometen beobachten werden, seine nächste Sichtbarkeit wird erst für das Jahr 2126 erwartet.

Das Sternbild Perseus ist ein klassisches Herbst- und Wintersternbild. Mitte August geht der Perseus und mit ihm der Ausstrahlungspunkt der Perseiden am Abendhimmel auf und steigt dann immer höher. Die meisten Sternschnuppen sieht man daher in den späten Abendstunden und – noch besser – frühen Morgenstunden, da unser Blick dann genau in Richtung des „Schneegestöbers“ der Sternschnuppen geht.

Sobald es abends richtig dunkel geworden ist, geht der Mond im Westen unter. Sein Licht wird dieses Jahr den Himmel daher nicht aufhellen, somit steigen die Chancen, deutlich mehr Sternschnuppen zu sehen als bei vom Mond aufgehelltem Himmel. Je dunkler der Himmel ist, desto mehr Meteore wird man erwischen, doch die Perseiden sind auch für besonders helle Sternschnuppen bekannt, die selbst am hellen Stadthimmel nicht zu übersehen sind.

Das Auftreten der Perseiden ist nicht auf die kurze Zeit des Maximums beschränkt, man kann auch an den Wochenenden davor und danach sein Glück versuchen – am besten bequem auf einer Gartenliege mit entspanntem Blick nach oben. Viel Glück!

Seltenes Himmelsschauspiel: Sonnenfinsternis am 10. Juni 2021

Am Donnerstag, den 10. Juni, zieht der Mond zur Mittagszeit vor der Sonnenscheibe vorbei – es findet eine Sonnenfinsternis statt. Das Ereignis dauert rund zwei Stunden und kann bei klarem Himmel in Deutschland und anderen Ländern gesehen werden. Da Veranstaltungen mit vielen Menschen zurzeit schwierig sind, wird die Finsternis von der Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien und der Vereinigung der Sternfreunde per moderiertem Livestream im Internet übertragen.

Zum ersten Mal seit sechs Jahren ist über Mitteleuropa wieder eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Der Mond wird am 10. Juni in Norddeutschland rund 20 Prozent der Sonnenscheibe bedecken, in Süddeutschland sind es nur sechs Prozent, in Österreich und der Schweiz noch etwas weniger. Der Mondschatten läuft von West nach Ost, daher beginnt die Finsternis in Aachen bereits um 11:21 Uhr, in Braunschweig um 11:30 Uhr und in Frankfurt/Oder erst um 11:40 Uhr. Eine Stunde nach Beginn tritt die maximale Bedeckung ein, eine weitere Stunde später geht die Finsternis zu Ende.

Aufnahme der partiellen Sonnenfinsternis am 20. März 2015. Foto: Sven Melchert.

Beste Bedingungen zur Mittagspause

Das Maximum der Sonnenfinsternis findet im Westen Deutschlands gegen 12:20 und im Osten um 12:40 Uhr statt. So kann jeder während seiner Mittagspause oder in einer Schulpause einen Blick zur Sonne werfen und die „angeknabberte Sonne“ bestaunen. Dazu muss man auf jeden Fall eine sichere Sonnenfinsternisbrille verwenden, denn alle anderen Hilfsmittel dämpfen das Sonnenlicht nicht ausreichend, bleibende Augenschäden wären die Folge. Am besten besorgt man sich schon jetzt eine sogenannte Sonnenfinsternisbrille, die für wenige Euro im Handel erhältlich ist. Es gibt auch einfache und sichere Alternativen, wie die Projektion mit einer Lochkamera auf ein Blatt Papier.

Die partielle Sonnenfinsternis am 10. Juni von Mitteleuropa aus gesehen. Grafik: Vereinigung der Sternfreunde.

Feuerring“ im hohen Norden

Bei dieser Finsternis sind Zuschauer in Mitteleuropa allerdings nur Zaungäste. Von Nordkanada über Grönland, die Arktis bis zum nordöstlichen Teil Asiens verläuft die Zone der zentralen Verfinsterung. Der Neumond überquert die Sonnenscheibe in der Mitte. Manchmal sieht man in einem solchen Fall eine totale Sonnenfinsternis, doch am 10. Juni ist der Mond so weit von der Erde entfernt, dass er die Sonnenscheibe nicht komplett abdeckt. Ein schmaler Lichtring um den dunklen Mond bleibt übrig; Astronomen sprechen von einer „ringförmigen“ Sonnenfinsternis. Für maximal drei Minuten und 51 Sekunden wird der Mond vom nordwestlichen Teil Grönlands aus vollständig vor der Sonne stehen.

Aufnahme der ringförmigen Sonnenfinsternis am 26. Dezember 2019 über dem Oman. Foto: Daniel Fischer.
Globaler Verlauf der Sonnenfinsternis am 10. Juni 2021. Grafik: Vereinigung der Sternfreunde.

Warum sind Sonnenfinsternisse so selten?

Eine Sonnenfinsternis kann nur bei Neumond eintreten, wenn der Mond genau zwischen Sonne und Erde steht. Doch durch die Neigung der Mondbahn zieht er meist weit über- oder unterhalb der Sonne vorbei. Damit der Mond die Sonne trifft, muss er bei Neumond auch die scheinbare Sonnenbahn am Himmel kreuzen. Die Kombination beider Stellungen führt dazu, dass pro Jahr maximal nur zwei bis vier Sonnenfinsternisse irgendwo auf der Erde stattfinden. Die Sonne muss während der Finsternis außerdem über dem lokalen Horizont stehen, und so kommt es, dass von einem Ort aus nur alle paar Jahre eine Sonnenfinsternis zu sehen ist. Die nächste von Mitteleuropa aus sichtbare wird übrigens schon am 25. Oktober 2022 stattfinden.

Oben: bei einer totalen Sonnenfinsternis erreicht der Kernschatten des Mondes die Erdoberfläche. Abseits des Kernschattens ist eine partielle Finsternis zu sehen. Unten: bei einer ringförmigen Finsternis ist der Mond zu weit von der Erde entfernt, sein Kernschatten erreicht die Erdoberfläche nicht. Grafik: Vereinigung der Sternfreunde.

Live dabei mit Bildern aus aller Welt

Sofern es die Einschränkungen der Corona-Pandemie Anfang Juni zulassen und das Wetter einen Blick auf die Sonne erlaubt, werden manche Sternwarten, Planetarien und Science Center zur Beobachtung der Finsternis mit dem Teleskop einladen. Doch man kann die Sonnenfinsternis auch bequem am Bildschirm erleben: Die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien streamt das Ereignis von 11:15 bis 13:15 Uhr live auf dem Youtube-Kanal der Stiftung Planetarium Berlin, die Vereinigung der Sternfreunde verteilt über Twitter und Facebook unter dem Hashtag #sofi2021 aktuelle Fotos der Sonnenfinsternis. Dabei ist nicht nur die Silhouette des Mondes spannend, vielleicht zeigen sich auf der Sonne auch dunkle Flecken oder gewaltige Eruptionen, die sich in den Stunden der Finsternis verändern.

Informationen für Schulen sind in diesem Informationsblatt zusammengefasst:Herunterladen

Kontakte

Michael Schomann
Vereinigung der Sternfreunde
Telefon: +49 / (0) 151 525 744 01
E-Mail: michael.schomann@sternfreunde.de

Dr. Björn Voss
Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien
Tel.: +49 / (0251) 591 6026
E-Mail: bjoern.voss@gdp-planetarium.org

Dr. Carolin Liefke
Haus der Astronomie
E-Mail: liefke@hda-hd.de

Mondstrukturen bei günstigen Librationswinkeln

Die letzte Marsopposition von 2020 ist vorüber. Venus durchläuft gerade ihre obere Konjunktion und wird erst wieder ab Oktober 2021 in sehr bescheidener Höhe abends über dem Horizont sichtbar sein. Jupiter und Saturn stehen nach wie vor tief in der Ekliptik, lediglich Jupiter quält sich allmählich zu größerer Höhe empor. Insgesamt sind das ungünstige Voraussetzungen für die Planetenbeobachtung und -fotografie, die erst in den kommenden Jahren wieder besser werden.

Trotzdem brauchen die Planetenbeobachter nicht untätig zu sein, denn auch der Mond bietet interessante Beobachtungsmöglichkeiten. Dazu gehört die Erkundung von Mondgegenden, die normalerweise auf der Mondrückseite liegen, wegen der Librationsbewegungen aber hin und wieder am Mondrand sichtbar werden können. So sind ca. 59 % der Mondoberfläche zumindest zeitweise von der Erde aus sichtbar.

Mehr dazu im Beobachtungsprojekt der Fachgruppe Planeten.

Streifende Sternbedeckungen durch den Mond im 2. Quartal 2021

Im 2. Quartal dieses Jahres kommen nur Beobachter in Nord- und Mitteldeutschland in den Genuss der Beobachtung zweier interessanter streifender Bedeckungen von Sternen durch den Mond. Die Landkarte zeigt die Grenzlinien dieser Ereignisse, die der mittlere Mondrand während des Vorbeizuges am Stern beschreibt. Von jedem Punkt in der Nähe dieser Linien ist zum richtigen Zeitpunkt das oft mehrfache Verschwinden und Wiederauftauchen des Sterns bereits in einem kleinen bis mittleren Fernrohr zu verfolgen. Beide Streifungen finden am unbeleuchteten Nordrand des Mondes in ausreichendem Abstand zum hellen Mondterminator statt und sind daher relativ leicht zu beobachten. In beiden Fällen ist der Mond zunehmend, weshalb die Beobachtungen in der ersten Nachthälfte bequem zu verfolgen sind.
Grundlage der hier veröffentlichten Profildaten sind Laser-Messungen des amerikanischen Lunar Reconaissance Orbiters, die in ein dichtes Netz von librationsabhängigen Profilwerten umgerechnet wurden.
Um streifende Sternbedeckungen erfolgreich beobachten zu können, werden eine ganze Reihe präziser Informationen benötigt. Die europäische Sektion der International Occultation Timing Association (IOTA/ES) stellt diese Daten zur Verfügung. Kernstück ist die Software ‚GRAZPREP‘ des Autors, die sowohl eine komplette und stets aktualisierte Auflistung aller interessanten Ereignisse als auch für jedes Ereignis die genauen Koordinaten der Grenzlinien und viele weitere Informationen liefert. Darüber hinaus kann von jedem Standort aus das Profil des Mondes und die zu erwartende Sternbahn grafisch in verschiedensten Vergrößerungen dargestellt werden, um so den besten Beobachtungsstandort auswählen zu können. Letzterer muss auch unter Berücksichtigung der Höhe optimiert werden, weil diese einen Einfluss auf den Blickwinkel zum Mond hat. Hierzu können höhenkorrigierte Grenzlinien automatisch in eine Google Earth-Karte übertragen werden, mit der es dann einfach ist, die besten Beobachtungsstationen festzulegen.
Die Software kann kostenlos unter www.grazprep.com heruntergeladen und installiert werden (Password: IOTA/ES). Zusätzlich benötigte Vorhersagedateien sind dort ebenfalls herunterzuladen oder sind direkt vom Autor (e_riedel@msn.com) oder über die IOTA/ES (www.iota-es.de) zu beziehen. Weiterführende Informationen, z. B. über die Meldung der Bedeckungszeiten, sind dort ebenfalls erhältlich. Die VdS-Fachgruppe Sternbedeckungen informiert ferner über Beobachtungs- und Aufzeichnungstechniken dieser eindrucksvollen Ereignisse.

Text und Abbildungen: Eberhard Riedel

Karte mit den Grenzlinien der beiden vorgestellten Streifungsereignisse

Ereignis 1: 15.04.2021

Am späten Abend des 15. April findet das beste Ereignis des Quartals statt. Ab 22:50 Uhr MESZ wird der 4,9 mag helle Stern Omega2 Tauri auf einer Linie von Nordhorn über Rheine, Gütersloh, Bad Driburg, Erfurt und Blankenhain bis nach Falkenstein/Vogtland streifend bedeckt. Der nur zu 11% beleuchtete Mond steht jedoch in den östlichen Landesteilen nur noch 7 Grad über dem Horizont, was dort die Beobachtung etwas erschwert.
Die Abbildung 1a zeigt die scheinbare Sternbahn (blau-weiß-gestrichelte Linie mit Minutenangaben) für die geografische Länge 10° Ost, wie sie bei einer Beobachtung von der vorhergesagten Grenzlinie verläuft. Das Mondrandprofil ist 12-fach überhöht dargestellt, weshalb auch die Krümmung der scheinbaren Sternbahn grafisch erforderlich ist. Die engste Annäherung zum mittleren Mondrand (weiß gepunktete Linie) findet in nur geringer Entfernung zum Terminator statt. Wegen der Absenkung des Mondterrains wäre von dieser Position keine Sternbedeckung zu verfolgen.
Die roten Begrenzungslinien zeigen den Versatz der scheinbaren Sternbahn bei einer Ortsänderung von 500 Metern in nordöstlicher bzw. südwestlicher Richtung senkrecht zur Bewegungsrichtung des Mondschattens.
Die Abbildung 1b zeigt die scheinbare Sternbahn von einer Beobachtungsstation ca. 1.170 Meter südwestlich der vorherigen. Von dieser Stelle kommt es innerhalb von zwei Minuten zu 18 oder sogar mehr Kontakten zwischen Stern und Mondrand (ungefähre Zeiten s. Inset), d. h. der Stern verschwindet 9 Mal nacheinander. Es ist auch erkennbar, warum es sinnvoll ist, soweit von der vorhergesagten Linie auszuweichen, da dann die ersten Kontakte im bequemen Abstand zu den beleuchteten Mondstrukturen stattfinden und so leichter zu beobachten sind.
Aber auch innerhalb des von den roten Grenzlinien gekennzeichneten 1.000 Meter breiten Streifens kommt es zu mehrfachen Bedeckungsereignissen mit jeweils ganz unterschiedlichen Kontaktzeiten.
Einen Einfluss auf die zu beobachtenden Kontakte hat auch die Höhe des Beobachtungsortes, für die die aufzusuchende Beobachtungsposition korrigiert werden muss.
Omega2 Tauri ist ein sehr enger Doppelstern, dessen Verschwinden und Wiedererscheinen am Mondrand jeweils nicht schlagartig erfolgt. Dieses Phänomen ist aber nur bei Aufzeichnungstechniken mit sehr hoher zeitlicher Auflösung feststellbar und visuell nicht erkennbar.

Die scheinbare Sternbahn von Omega 2 Tauri (blau-weiß gestrichelte Linie) bei Beobachtung von der vorhergesagten Grenzlinie, mit 12-facher Mondhöhendehnung, rote Begrenzungslinien bei ± 500 m

Die scheinbare Sternbahn von Omega 2 Tauri bei einer Beobachtung 1.170 Meter südwestlich der vorhergesagten Grenzlinie, 12-fache Mondhöhendehnung, rote Begrenzungslinien bei ± 500 m

Ereignis 2: 17.04.2021

Nur zwei Tage später zieht am späten Abend des 17. April der nördliche Schattenrand des Mondes über Borkum, Edewecht, Nienburg (Weser), Hannover, Lengede, Halberstadt, Halle und Leipzig bis nach Freiberg. Bei einem Beleuchtungsgrad von mittlerweile 26% wird der 7,4 mag helle Stern SAO 77790 gestreift.
Auch in diesem Fall muss man ein ganzes Stück nach Süden ausweichen, damit der Mond mit möglichst vielen unbeleuchteten Strukturen den Stern bedecken kann.
Die Abbildung 2 gibt die ungefähren Kontaktzeiten eines 8-maligen Verschwindens und Wiedererscheinens des Sterns zwischen 22:24 und 22:26 Uhr MESZ wieder.
Die Zeiten gelten für die in der Grafik angegebene geografische Position von von 10° östl. Länge und ändern sich entlang der Streifungslinie.
SAO 77790 ist nicht als Doppelstern bekannt. Nicht selten wurden allerdings bei Sternbedeckungen durch ein zeitversetztes Verschwinden und Wiedererscheinen des Sterns Doppelsterne entdeckt.

Die scheinbare Sternbahn von SAO 77790 bei Beobachtung ca. 1.100 m südwestlich der Grenzlinie, 12-fache Mondhöhendehnung; rote Begrenzungslinien bei ± 500 m

Merkur am Abendhimmel

Im Jahr 2021 taucht Merkur zweimal am Abendhimmel auf. Die erste Gelegenheit ergibt sich gleich nach Mitte Januar. Merkur wird sich dann tief über dem Südwesthorizont zeigen. Je höher der sonnennächste Planet dabei steigt, desto mehr nimmt seine Helligkeit ab. Die beste Beobachtungszeit ist vom 19. bis 27. Januar.

Aufsuchkarte zur Abendsichtbarkeit von Merkur im Januar 2021

Aufsuchkarte zur Abendsichtbarkeit von Merkur im Januar 2021

Bereits vom 9. bis 11. Januar kommt es zu einer Begegnung von Merkur mit Jupiter und Saturn, die man aber nur bei sehr klarem Himmel, freier Sicht zum Südwesthorizont und Fernglas beobachten können wird. Während Jupiter und Saturn zunehmend in der Abenddämmerung verschwinden, schwingt sich Merkur zu einer Abendsichtbarkeit auf. In größter Elongation — dem maximalen Abstand zur Sonne am Himmel — steht Merkur am 24. Januar. Mit dem Aufsuchen kann man aber schon einige Tage vorher beginnen, da Merkur dann noch heller ist. Nach der Elongation nimmt die Helligkeit von Merkur schnell ab, so dass er sich kaum noch am hellen Dämmerungshimmel bemerkbar macht.

Die zweite und beste Abendsichtbarkeit in diesem Jahr findet von Anfang bis Mitte Mai statt.