Seltenes Himmelsschauspiel: Sonnenfinsternis am 10. Juni 2021

Am Donnerstag, den 10. Juni, zieht der Mond zur Mittagszeit vor der Sonnenscheibe vorbei – es findet eine Sonnenfinsternis statt. Das Ereignis dauert rund zwei Stunden und kann bei klarem Himmel in Deutschland und anderen Ländern gesehen werden. Da Veranstaltungen mit vielen Menschen zurzeit schwierig sind, wird die Finsternis von der Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien und der Vereinigung der Sternfreunde per moderiertem Livestream im Internet übertragen.

Zum ersten Mal seit sechs Jahren ist über Mitteleuropa wieder eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Der Mond wird am 10. Juni in Norddeutschland rund 20 Prozent der Sonnenscheibe bedecken, in Süddeutschland sind es nur sechs Prozent, in Österreich und der Schweiz noch etwas weniger. Der Mondschatten läuft von West nach Ost, daher beginnt die Finsternis in Aachen bereits um 11:21 Uhr, in Braunschweig um 11:30 Uhr und in Frankfurt/Oder erst um 11:40 Uhr. Eine Stunde nach Beginn tritt die maximale Bedeckung ein, eine weitere Stunde später geht die Finsternis zu Ende.

Aufnahme der partiellen Sonnenfinsternis am 20. März 2015. Foto: Sven Melchert.

Beste Bedingungen zur Mittagspause

Das Maximum der Sonnenfinsternis findet im Westen Deutschlands gegen 12:20 und im Osten um 12:40 Uhr statt. So kann jeder während seiner Mittagspause oder in einer Schulpause einen Blick zur Sonne werfen und die „angeknabberte Sonne“ bestaunen. Dazu muss man auf jeden Fall eine sichere Sonnenfinsternisbrille verwenden, denn alle anderen Hilfsmittel dämpfen das Sonnenlicht nicht ausreichend, bleibende Augenschäden wären die Folge. Am besten besorgt man sich schon jetzt eine sogenannte Sonnenfinsternisbrille, die für wenige Euro im Handel erhältlich ist. Es gibt auch einfache und sichere Alternativen, wie die Projektion mit einer Lochkamera auf ein Blatt Papier.

Die partielle Sonnenfinsternis am 10. Juni von Mitteleuropa aus gesehen. Grafik: Vereinigung der Sternfreunde.

Feuerring“ im hohen Norden

Bei dieser Finsternis sind Zuschauer in Mitteleuropa allerdings nur Zaungäste. Von Nordkanada über Grönland, die Arktis bis zum nordöstlichen Teil Asiens verläuft die Zone der zentralen Verfinsterung. Der Neumond überquert die Sonnenscheibe in der Mitte. Manchmal sieht man in einem solchen Fall eine totale Sonnenfinsternis, doch am 10. Juni ist der Mond so weit von der Erde entfernt, dass er die Sonnenscheibe nicht komplett abdeckt. Ein schmaler Lichtring um den dunklen Mond bleibt übrig; Astronomen sprechen von einer „ringförmigen“ Sonnenfinsternis. Für maximal drei Minuten und 51 Sekunden wird der Mond vom nordwestlichen Teil Grönlands aus vollständig vor der Sonne stehen.

Aufnahme der ringförmigen Sonnenfinsternis am 26. Dezember 2019 über dem Oman. Foto: Daniel Fischer.
Globaler Verlauf der Sonnenfinsternis am 10. Juni 2021. Grafik: Vereinigung der Sternfreunde.

Warum sind Sonnenfinsternisse so selten?

Eine Sonnenfinsternis kann nur bei Neumond eintreten, wenn der Mond genau zwischen Sonne und Erde steht. Doch durch die Neigung der Mondbahn zieht er meist weit über- oder unterhalb der Sonne vorbei. Damit der Mond die Sonne trifft, muss er bei Neumond auch die scheinbare Sonnenbahn am Himmel kreuzen. Die Kombination beider Stellungen führt dazu, dass pro Jahr maximal nur zwei bis vier Sonnenfinsternisse irgendwo auf der Erde stattfinden. Die Sonne muss während der Finsternis außerdem über dem lokalen Horizont stehen, und so kommt es, dass von einem Ort aus nur alle paar Jahre eine Sonnenfinsternis zu sehen ist. Die nächste von Mitteleuropa aus sichtbare wird übrigens schon am 25. Oktober 2022 stattfinden.

Oben: bei einer totalen Sonnenfinsternis erreicht der Kernschatten des Mondes die Erdoberfläche. Abseits des Kernschattens ist eine partielle Finsternis zu sehen. Unten: bei einer ringförmigen Finsternis ist der Mond zu weit von der Erde entfernt, sein Kernschatten erreicht die Erdoberfläche nicht. Grafik: Vereinigung der Sternfreunde.

Live dabei mit Bildern aus aller Welt

Sofern es die Einschränkungen der Corona-Pandemie Anfang Juni zulassen und das Wetter einen Blick auf die Sonne erlaubt, werden manche Sternwarten, Planetarien und Science Center zur Beobachtung der Finsternis mit dem Teleskop einladen. Doch man kann die Sonnenfinsternis auch bequem am Bildschirm erleben: Die Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien streamt das Ereignis von 11:15 bis 13:15 Uhr live auf dem Youtube-Kanal der Stiftung Planetarium Berlin, die Vereinigung der Sternfreunde verteilt über Twitter und Facebook unter dem Hashtag #sofi2021 aktuelle Fotos der Sonnenfinsternis. Dabei ist nicht nur die Silhouette des Mondes spannend, vielleicht zeigen sich auf der Sonne auch dunkle Flecken oder gewaltige Eruptionen, die sich in den Stunden der Finsternis verändern.

Informationen für Schulen sind in diesem Informationsblatt zusammengefasst:Herunterladen

Kontakte

Michael Schomann
Vereinigung der Sternfreunde
Telefon: +49 / (0) 151 525 744 01
E-Mail: michael.schomann@sternfreunde.de

Dr. Björn Voss
Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien
Tel.: +49 / (0251) 591 6026
E-Mail: bjoern.voss@gdp-planetarium.org

Dr. Carolin Liefke
Haus der Astronomie
E-Mail: liefke@hda-hd.de

Mondstrukturen bei günstigen Librationswinkeln

Die letzte Marsopposition von 2020 ist vorüber. Venus durchläuft gerade ihre obere Konjunktion und wird erst wieder ab Oktober 2021 in sehr bescheidener Höhe abends über dem Horizont sichtbar sein. Jupiter und Saturn stehen nach wie vor tief in der Ekliptik, lediglich Jupiter quält sich allmählich zu größerer Höhe empor. Insgesamt sind das ungünstige Voraussetzungen für die Planetenbeobachtung und -fotografie, die erst in den kommenden Jahren wieder besser werden.

Trotzdem brauchen die Planetenbeobachter nicht untätig zu sein, denn auch der Mond bietet interessante Beobachtungsmöglichkeiten. Dazu gehört die Erkundung von Mondgegenden, die normalerweise auf der Mondrückseite liegen, wegen der Librationsbewegungen aber hin und wieder am Mondrand sichtbar werden können. So sind ca. 59 % der Mondoberfläche zumindest zeitweise von der Erde aus sichtbar.

Mehr dazu im Beobachtungsprojekt der Fachgruppe Planeten.

Streifende Sternbedeckungen durch den Mond im 2. Quartal 2021

Im 2. Quartal dieses Jahres kommen nur Beobachter in Nord- und Mitteldeutschland in den Genuss der Beobachtung zweier interessanter streifender Bedeckungen von Sternen durch den Mond. Die Landkarte zeigt die Grenzlinien dieser Ereignisse, die der mittlere Mondrand während des Vorbeizuges am Stern beschreibt. Von jedem Punkt in der Nähe dieser Linien ist zum richtigen Zeitpunkt das oft mehrfache Verschwinden und Wiederauftauchen des Sterns bereits in einem kleinen bis mittleren Fernrohr zu verfolgen. Beide Streifungen finden am unbeleuchteten Nordrand des Mondes in ausreichendem Abstand zum hellen Mondterminator statt und sind daher relativ leicht zu beobachten. In beiden Fällen ist der Mond zunehmend, weshalb die Beobachtungen in der ersten Nachthälfte bequem zu verfolgen sind.
Grundlage der hier veröffentlichten Profildaten sind Laser-Messungen des amerikanischen Lunar Reconaissance Orbiters, die in ein dichtes Netz von librationsabhängigen Profilwerten umgerechnet wurden.
Um streifende Sternbedeckungen erfolgreich beobachten zu können, werden eine ganze Reihe präziser Informationen benötigt. Die europäische Sektion der International Occultation Timing Association (IOTA/ES) stellt diese Daten zur Verfügung. Kernstück ist die Software ‚GRAZPREP‘ des Autors, die sowohl eine komplette und stets aktualisierte Auflistung aller interessanten Ereignisse als auch für jedes Ereignis die genauen Koordinaten der Grenzlinien und viele weitere Informationen liefert. Darüber hinaus kann von jedem Standort aus das Profil des Mondes und die zu erwartende Sternbahn grafisch in verschiedensten Vergrößerungen dargestellt werden, um so den besten Beobachtungsstandort auswählen zu können. Letzterer muss auch unter Berücksichtigung der Höhe optimiert werden, weil diese einen Einfluss auf den Blickwinkel zum Mond hat. Hierzu können höhenkorrigierte Grenzlinien automatisch in eine Google Earth-Karte übertragen werden, mit der es dann einfach ist, die besten Beobachtungsstationen festzulegen.
Die Software kann kostenlos unter www.grazprep.com heruntergeladen und installiert werden (Password: IOTA/ES). Zusätzlich benötigte Vorhersagedateien sind dort ebenfalls herunterzuladen oder sind direkt vom Autor (e_riedel@msn.com) oder über die IOTA/ES (www.iota-es.de) zu beziehen. Weiterführende Informationen, z. B. über die Meldung der Bedeckungszeiten, sind dort ebenfalls erhältlich. Die VdS-Fachgruppe Sternbedeckungen informiert ferner über Beobachtungs- und Aufzeichnungstechniken dieser eindrucksvollen Ereignisse.

Text und Abbildungen: Eberhard Riedel

Karte mit den Grenzlinien der beiden vorgestellten Streifungsereignisse

Ereignis 1: 15.04.2021

Am späten Abend des 15. April findet das beste Ereignis des Quartals statt. Ab 22:50 Uhr MESZ wird der 4,9 mag helle Stern Omega2 Tauri auf einer Linie von Nordhorn über Rheine, Gütersloh, Bad Driburg, Erfurt und Blankenhain bis nach Falkenstein/Vogtland streifend bedeckt. Der nur zu 11% beleuchtete Mond steht jedoch in den östlichen Landesteilen nur noch 7 Grad über dem Horizont, was dort die Beobachtung etwas erschwert.
Die Abbildung 1a zeigt die scheinbare Sternbahn (blau-weiß-gestrichelte Linie mit Minutenangaben) für die geografische Länge 10° Ost, wie sie bei einer Beobachtung von der vorhergesagten Grenzlinie verläuft. Das Mondrandprofil ist 12-fach überhöht dargestellt, weshalb auch die Krümmung der scheinbaren Sternbahn grafisch erforderlich ist. Die engste Annäherung zum mittleren Mondrand (weiß gepunktete Linie) findet in nur geringer Entfernung zum Terminator statt. Wegen der Absenkung des Mondterrains wäre von dieser Position keine Sternbedeckung zu verfolgen.
Die roten Begrenzungslinien zeigen den Versatz der scheinbaren Sternbahn bei einer Ortsänderung von 500 Metern in nordöstlicher bzw. südwestlicher Richtung senkrecht zur Bewegungsrichtung des Mondschattens.
Die Abbildung 1b zeigt die scheinbare Sternbahn von einer Beobachtungsstation ca. 1.170 Meter südwestlich der vorherigen. Von dieser Stelle kommt es innerhalb von zwei Minuten zu 18 oder sogar mehr Kontakten zwischen Stern und Mondrand (ungefähre Zeiten s. Inset), d. h. der Stern verschwindet 9 Mal nacheinander. Es ist auch erkennbar, warum es sinnvoll ist, soweit von der vorhergesagten Linie auszuweichen, da dann die ersten Kontakte im bequemen Abstand zu den beleuchteten Mondstrukturen stattfinden und so leichter zu beobachten sind.
Aber auch innerhalb des von den roten Grenzlinien gekennzeichneten 1.000 Meter breiten Streifens kommt es zu mehrfachen Bedeckungsereignissen mit jeweils ganz unterschiedlichen Kontaktzeiten.
Einen Einfluss auf die zu beobachtenden Kontakte hat auch die Höhe des Beobachtungsortes, für die die aufzusuchende Beobachtungsposition korrigiert werden muss.
Omega2 Tauri ist ein sehr enger Doppelstern, dessen Verschwinden und Wiedererscheinen am Mondrand jeweils nicht schlagartig erfolgt. Dieses Phänomen ist aber nur bei Aufzeichnungstechniken mit sehr hoher zeitlicher Auflösung feststellbar und visuell nicht erkennbar.

Die scheinbare Sternbahn von Omega 2 Tauri (blau-weiß gestrichelte Linie) bei Beobachtung von der vorhergesagten Grenzlinie, mit 12-facher Mondhöhendehnung, rote Begrenzungslinien bei ± 500 m

Die scheinbare Sternbahn von Omega 2 Tauri bei einer Beobachtung 1.170 Meter südwestlich der vorhergesagten Grenzlinie, 12-fache Mondhöhendehnung, rote Begrenzungslinien bei ± 500 m

Ereignis 2: 17.04.2021

Nur zwei Tage später zieht am späten Abend des 17. April der nördliche Schattenrand des Mondes über Borkum, Edewecht, Nienburg (Weser), Hannover, Lengede, Halberstadt, Halle und Leipzig bis nach Freiberg. Bei einem Beleuchtungsgrad von mittlerweile 26% wird der 7,4 mag helle Stern SAO 77790 gestreift.
Auch in diesem Fall muss man ein ganzes Stück nach Süden ausweichen, damit der Mond mit möglichst vielen unbeleuchteten Strukturen den Stern bedecken kann.
Die Abbildung 2 gibt die ungefähren Kontaktzeiten eines 8-maligen Verschwindens und Wiedererscheinens des Sterns zwischen 22:24 und 22:26 Uhr MESZ wieder.
Die Zeiten gelten für die in der Grafik angegebene geografische Position von von 10° östl. Länge und ändern sich entlang der Streifungslinie.
SAO 77790 ist nicht als Doppelstern bekannt. Nicht selten wurden allerdings bei Sternbedeckungen durch ein zeitversetztes Verschwinden und Wiedererscheinen des Sterns Doppelsterne entdeckt.

Die scheinbare Sternbahn von SAO 77790 bei Beobachtung ca. 1.100 m südwestlich der Grenzlinie, 12-fache Mondhöhendehnung; rote Begrenzungslinien bei ± 500 m

Merkur am Abendhimmel

Im Jahr 2021 taucht Merkur zweimal am Abendhimmel auf. Die erste Gelegenheit ergibt sich gleich nach Mitte Januar. Merkur wird sich dann tief über dem Südwesthorizont zeigen. Je höher der sonnennächste Planet dabei steigt, desto mehr nimmt seine Helligkeit ab. Die beste Beobachtungszeit ist vom 19. bis 27. Januar.

Aufsuchkarte zur Abendsichtbarkeit von Merkur im Januar 2021

Aufsuchkarte zur Abendsichtbarkeit von Merkur im Januar 2021

Bereits vom 9. bis 11. Januar kommt es zu einer Begegnung von Merkur mit Jupiter und Saturn, die man aber nur bei sehr klarem Himmel, freier Sicht zum Südwesthorizont und Fernglas beobachten können wird. Während Jupiter und Saturn zunehmend in der Abenddämmerung verschwinden, schwingt sich Merkur zu einer Abendsichtbarkeit auf. In größter Elongation — dem maximalen Abstand zur Sonne am Himmel — steht Merkur am 24. Januar. Mit dem Aufsuchen kann man aber schon einige Tage vorher beginnen, da Merkur dann noch heller ist. Nach der Elongation nimmt die Helligkeit von Merkur schnell ab, so dass er sich kaum noch am hellen Dämmerungshimmel bemerkbar macht.

Die zweite und beste Abendsichtbarkeit in diesem Jahr findet von Anfang bis Mitte Mai statt.

Jupiter begegnet Saturn – enge Konjunktion am 21. Dezember 2020

Aufsuchkarte für Jupiter und Saturn am Abendhimmel des 21. Dezember 2020

Himmelsanblick am Abend des 21. Dezember 2020. Im Süden steht der zunehmende Halbmond, über dem Südwesthorizont leuchtet das enge Paar von Jupiter und Saturn

Jupiter und Saturn sind die zwei größten Planeten des Sonnensystems. Im Weltraum trennen sie durchschnittlich 660 Millionen Kilometer. Doch von der Erde aus gesehen können sich die beiden Gasriesen sehr nahe kommen. Dann überholt der schnellere Jupiter den ferneren Saturn auf der Innenbahn, was etwa alle 20 Jahre der Fall ist. Das diesjährige Überholmanöver ist etwas Besonderes: die beiden Planeten werden fast zu einem gemeinsamen Lichtpunkt verschmelzen.

Unter einer Konjunktion verstehen Astronomen die Begegnung von beweglichen Himmelskörpern wie dem Mond oder Planeten. Da sie mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten über den irdischen Himmel ziehen, kommt es mehrmals im Jahr zum Treffen von zwei oder mehr Teilnehmern. Eine Konjunktion von Jupiter und Saturn ist selten, sie findet nur alle 20 Jahre statt und wird „große Konjunktion“ genannt. Zum letzten Mal haben sich die beiden am 31. Mai 2000 einander angenähert, standen aber zu nah an der Sonne, um am Nachthimmel sichtbar zu sein. Am 24. Juli 1981 waren die Verhältnisse günstiger, Jupiter und Saturn tauchten am späten Abendhimmel auf, waren aber mehr als ein Grad voneinander entfernt.

Jupiter und Saturn am 21. Dezember 2020 im Teleskop

Anblick von Jupiter und Saturn am 21. Dezember im Teleskop. Neben Jupiter sind die vier galileischen Monde zu sehen, rechts neben Saturn dessen hellster Mond Titan

In diesem Jahr sind Jupiter und Saturn bequem am Abendhimmel zu beobachten und kommen sich dabei bis auf ein Fünftel des Vollmonddurchmessers (6 Bogenminuten) nahe. Eine ähnlich enge große Konjunktion wird erst wieder am 15. März 2080 stattfinden, dann allerdings in der bereits hellen Morgendämmerung. Kurz: Die Konjunktion von Jupiter und Saturn am 21. Dezember 2020 ist die beste, die uns das Universum für lange Zeit zu bieten hat.

Derzeit stehen Jupiter und Saturn am abendlichen Südwesthimmel. Am 17. Dezember wird der zunehmende Mond an ihnen vorbeiziehen. Zur Beobachtung benötigt man kein Teleskop, Jupiter ist heller als die hellsten Sterne, Saturn ein wenig schwächer, beiden sind auf den ersten Blick zu erkennen. Der hellere Jupiter steht dabei links unterhalb des schwächeren Ringplaneten, am 21. Dezember wird man sie mit bloßem Auge kaum trennen können (Abb. 1).

Im Fernglas kann man neben Jupiter einige seiner vier großen Monde sehen. Für den Ring von Saturn wird dann aber doch ein Fernrohr mit mindestens 30-facher Vergrößerung benötigt, ein gutes Spektiv zur Naturbeobachtung leistet das bereits (Abb. 2).

Mit jedem Tag wird der Abstand zwischen Jupiter und Saturn bis zum 21.12. kleiner und nimmt anschließend wieder zu. Wer Pech mit dem Wetter hat, kann es auch am 20. oder 22. Dezember versuchen, dann ist die Distanz nicht viel größer als am 21.


Abstand zwischen Jupiter und Saturn:
14.12.2020: 49‘
15.12.2020 : 43‘
16.12.2020 : 36‘
17.12.2020 : 29‘
18.12.2020 : 22‘
19.12.2020 : 15‘
20.12.2020 : 10‘
21.12.2020 : 6‘
22.12.2020 : 9‘
23.12.2020 : 14‘
24.12.2020 : 21‘
25.12.2020 : 27‘
26.12.2020 : 34‘

Livestreams im Internet:

Sternschnuppen aus den Zwillingen – die Geminiden kommen

Aufsuchkarte des Radiants der Geminiden

Die Sternschnuppen der Geminiden scheinen dem Sternbild Zwillinge zu entspringen. Ihr Ausstrahlungspunkt wird „Radiant“ genannt – zu sehen sind sie aber in weiten Teilen des Nachthimmels

Sie wurden nach dem Sternbild Zwillinge benannt: Die „Geminiden“ sorgen Mitte Dezember für einen schönes Sternschnuppenschauspiel. Mit bis zu 150 Meteoren pro Stunde gelten die Geminiden als reichster Strom des Jahres. In diesem Jahr ist am 14. Dezember Neumond, so dass kein Mondlicht den Nachthimmel aufhellt.

Das Maximum der Geminiden fällt in die Nacht von Sonntag, den 13., auf Montag, den 14. Dezember. Die Zwillinge gehen bereits in den Abendstunden am Osthimmel auf, daher ist die ganze Nacht über mit Sternschnuppen zu rechnen. Wer die Zwillinge nicht kennt: sie stehen genau links oberhalb vom Orion. Besonders hell sind ihre zwei Hauptsterne Kastor und Pollux, ein aus der griechischen Mythologie bekanntes Zwillingspaar. Der scheinbare Ausstrahlungspunkt der Sternschnuppen (Fachsprache: der Radiant) liegt knapp über Kastor, dem oberen der beiden Zwillingssterne. Das ist aber nur ein perspektivischer Effekt wie bei einer Autofahrt durch einen Schneeschauer.

Der Grund für das vermehrte Auftreten der Sternschnuppen ist das Durchqueren der Erde einer kosmischen Staubwolke, die vermutlich vom Kleinplaneten „Phaethon“ hinterlassen wurde – möglicherweise ist dieser Asteroid zerbrochen und hat Trümmerteile auf seiner Bahn hinterlassen, die beim Eindringen in die Erdatmosphäre als Sternschnuppen verglühen.

Im Gegensatz zu den bekannten Perseiden-Sternschnuppen im Sommer muss man bei den Geminiden nicht bis nach Mitternacht warten, um die meisten zu sehen. Sobald es dunkel wird, kann man neugierig nach ihnen Ausschau halten. Ein freier Blick nach Osten ist dann von Vorteil, im Laufe der Nacht stehen die Zwillinge hoch im Süden, am Montagmorgen streben sie im Nordwesten ihrem Untergang entgegen.

Beobachtungstipps zur Langen Nacht der Planeten am 24. Oktober 2020

„Die lange Nacht der Planeten“ lautet das Motto zum Astronomietag am 24. Oktober. Und tatsächlich sind Venus, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun am Nachthimmel vertreten. Nur Merkur versteckt sich nah bei der Sonne. Hier einige Beobachtungstipps. was uns der Himmel an diesem Tag alles bietet.

Venus am Taghimmel
Sehr klaren Himmel und freien Blick nach Süden vorausgesetzt, kann man ab den späteren Vormittagsstunden nach Venus Ausschau halten. Venus kulminiert gegen 11 Uhr und zeigt im Teleskop ein rund 14 Bogensekunden kleines Scheibchen.

Die Sonne
Für die Sonnenbeobachtung gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen: nur mit sicherem Sonnenfilter, Herschelkeil oder Spezialteleskop beobachten. Derzeit ist auf der Sonne im Südwesten ein Fleck zu sehen, der Satellit SDO zeigt die aktuelle Position. Wer über ein H-alpha-Teleskop verfügt, kann einige Protuberanzen entdecken.

Dann heißt es: warten, bis es dunkel wird. Die Sonne geht um 18:15 Uhr unter, ab 18:30 Uhr kann man Jupiter und anschließend Saturn ins Visier nehmen.

Jupiter
Schon recht tief über dem südwestlichen Abendhorizont, wird man an diesem Abend neben Jupiter dessen vier größten Monde sehen. Von links nach rechts sind das Ganymed, Io, (Jupiter), Europa und Kallisto.

Saturn
Nicht weit von Jupiter entfernt steht Saturn. Den berühmten Ring sollte man trotz des tiefen Stands gut erkennen können, und bei ruhiger Luft auch den Schattenwurf des Planeten auf dem Ring. Der hellste Saturnmond Titan steht (im nicht umkehrenden Fernrohr) links unterhalb von Saturn.

Mond und Sternbedeckung
Während Jupiter und Saturn langsam unter gehen, steigt der Mond im Südosten immer höher. Es ist ein Tag nach dem ersten Viertel, am Terminator finden sich viele eindrucksvolle Krater mit ihren Schatten. Kurz nach 21:30 Uhr bedeckt der Mond mit seiner dunklen Seiten einen Stern der Helligkeit 7,2 mag — das ist auch in einem kleinen Teleskop gut zu verfolgen. Herausforderung: das Verschwinden des Sterns genau beobachten und die exakte Zeit notieren, denn diese ist je nach Beobachtungsort unterschiedlich.

Neptun
Um 22:30 Uhr wird Neptun seine höchste Stellung im Süden einnehmen, der blasse Planet kulminiert. Er steht nicht weit vom Stern phi Aquarii (Wassermann) mit 4,2 mag entfernt. Neptuns hellsten Mond Titan mit 13,5 mag zu sehen oder zu fotografieren ist eine Challenge für die Profis unter den Amateuren.

Mars mit Monden
Eine noch größere Herausforderung ist die Beobachtung der Marsmonde Phobos (10,8 mag) und Deimos (11,9 mag). Gegen 23 Uhr stehen beide in günstiger Elongation — die Planetenfotografen unter uns können einen Versuch wagen. Ansonsten ist Mars zehn Tage nach seiner diesjährigen Opposition natürlich selbst einen Blick wert — mit dem bloßem Auge als hellster „Stern“ am Himmel und im Teleskop mit zarten Oberflächenstrukturen.

Uranus
Gegen 1:30 Uhr erreicht Uranus seine Kulmination. Mit 5,7 mag ist er ein Fernglasobjekt, seine Monde mit 14-15 mag wieder etwas für Spezialisten.

Mira
Zwischen die Planetenparade schiebt sich ein Stern: Mira, der langperiodische Veränderliche im Walfisch erreicht in diesen Tagen seine maximale Helligkeit. Mit 3,5 bis 3 mag ist Mira leicht zu erkennen.
Da Mars, Uranus und Mira nicht weit voneiander entfernt stehen, kann man sie in einer Übersichtsaufnahme zusammen fotografieren. Am besten mit einem Normal- oder leichten Weitwinkelobjektiv. Mars stellt man dazu auf halber Höhe in den rechten Teil des Bildfeldes und belichtet dann mit 1000 ISO oder mehr einige Sekunden lang (Kamera auf einem Stativ). Wer später das Bild genau anschaut, entdeckt vielleicht den Kleinplaneten mit der Nummer 8 namens Flora, denn Flora wird Anfang November in einer besonders günstigen Opposition stehen und ist am 24.10. bereits 8,1 mag hell.

Zurück zur Normalzeit
Wer es tatsächlich bis 3 Uhr Sommerzeit aushält, darf dann an der Uhr drehen und sie auf 2 Uhr Mitteleuropäische Zeit zurückstellen. Diese Nacht ist daher gefühlt eine Stunde länger, tatsächlich natürlich nicht.

Abschied im Morgengrauen
Die lange Nacht der Planeten bietet in den Morgenstunden ein letztes Highlight: Venus geht strahlend hell über dem Osthorizont auf. Spätestens dann hat der heutige Spaß mit den Sternen ein Ende und wir Hobbyastronomen dürfen verdient in die Federn sinken.

Wir wünschen allen klaren Himmel und viel Erfolg!
Bilder und Beobachtungserlebnisse teilen wir gerne auf Facebook und auf Twitter. Wer einen Beobachtungsbericht für das VdS-Journal schreiben möchte, schickt ihn bitte an die Geschäftsstelle: service@vds-astro.de.

Earth Night am 17.09.2020

Wenigstens eine dunkle Nacht pro Jahr„: Das ist das Motto der Earth Night. Am 17. September (Neumond) sollen Menschen ab 22 Uhr das Licht reduzieren oder abschalten. So erhoffen es sich die „Paten der Nacht“, die Initiatoren dieser bundesweiten Aktion. Die Vereinigung der Sternfreunde ist bereits seit langem aktiv, um über Lichtverschmutzung aufzuklären, und unterstützt daher diese Aktion.

Sprecher Manuel Philipp: „Die Earth Night will auf die exzessive Nutzung von nächtlichem Kunstlicht und seinen Folgen für Mensch, Umwelt und Natur aufmerksam machen. Sinnlos leuchtendes sowie fehlgelenktes Licht ist pure Energieverschwendung und schadet dem Klima. Das ist bekannt. Doch kaum bekannt ist, was Licht sonst noch alles anrichtet: Es lässt den Sternenhimmel verblassen und macht den Schlaf weniger erholsam. Es irritiert Pflanzen und lenkt Vögel auf ihre Zugrouten fehl. Es tötet im Sommer zahlreiche Insekten, die dann als Bestäuber sowie vielen Tieren als Nahrungsquelle fehlen. Die Earth Night soll sensibilisieren und einen verantwortungsvolleren Umgang mit der Ressource Licht bewirken.“

Umweltschutz habe zumeist etwas mit Verzicht zu tun. „Nicht so beim Licht. Viel kann davon nachts ohne Sorge reduziert oder gar komplett abgeschaltet werden. Denn die meisten Menschen schlafen zu dieser Zeit.“ Kaum ein Umweltproblem unserer Zeit können mit so einfachen Mitteln so schnell und mit sofortiger Wirkung eingedämmt werden, wie das der Lichtverschmutzung.

Das Gute: Jeder könne mitmachen bei der Aktion. Gemeinden und Städte bezüglich der Beleuchtung von Straßen und Gebäuden sowie Gewerbetreibende beim Werbe- und Schaufensterlicht. Und wer kein Außenlicht hat, schließe einfach Jalousien oder Vorhänge an den Fenstern. Auch das mache die Nacht dunkler.

Unterstützt wird die Aktion u.a. von der Vereinigung der Sternfreunde e.V., dem Bund Naturschutz, dem LBV und DAV, der Deutschen Umwelthilfe sowie von Ranga Yogeshwar. Und auch in Österreich sind bereits erste Unterstützer aktiv.

Umfangreiche Informationen zur Lichtverschmutzung bietet die Fachgruppe Dark Sky der VdS unter www.lichtverschmutzung.de

Alle Infos, inklusive Tipps zur Aktion unter www.earth-night.info

Ein Astronomiekurs in Zeiten von Corona

Hubert Hermelingmeier und Arnold Hoppe

Die Corona-Krise im Frühjahr 2020 ist uns allen noch im Bewusstsein. Schulen und Betriebe wurden geschlossen und öffentliche Veranstaltungen abgesagt, um den Kontakt der Menschen untereinander als Schutzmaßnahme zu reduzieren. Dies betraf auch Sternwarten, Planetarien und Volkshochschulen. Einige Volkshochschulen haben relativ schnell reagiert und auf die zentrale vhs.cloud für Online-Kurse zurückgegriffen.

Im Rahmen unserer astronomischen Vereinsarbeit haben wir seit vielen Jahren Kontakt zur VHS Reckenberg-Ems, die im Verbund mit Rheda-Wiedenbrück, Rietberg, Langenberg und Herzebrock-Clarholz im südlichen Kreis Gütersloh Bildungsangebote realisiert. Die Astronomiekurse, die wir dort anbieten, haben immer einen hohen Praxisbezug. Auch im April 2020 waren natürlich Astronomiekurse geplant, die aber, wie alle anderen Veranstaltungen auch, zunächst abgesagt wurden.

Wenige Tage vor dem eigentlichen Termin wurden wir jedoch von der Volkshochschule angesprochen, ob wir in der Lage wären, den Kurs auch online durchzuführen. Das war für uns ein gänzlich neuer Ansatz, mit dem wir uns zunächst beschäftigen mussten.

Die Aufgabe reizte uns. Etwas Erfahrungen in dieser Arbeitsweise hatten wir in den Wochen zuvor bereits durch unsere berufliche Tätigkeit im Homeoffice gemacht. Entsprechende Absprachen mit der VHS waren schnell getroffen und so stand der Entschluss fest, einen praxisorientierten Astronomiekurs für Anfänger und für mäßig Fortgeschrittene online anzubieten.

Wir wollten weder das Rad neu erfinden noch die Teilnehmer lediglich mit einem trockenen Vortrag langweilen. Stattdessen hatten wir uns vorgenommen, unser Publikum auch online aktiv einzubinden, genauso, wie wir es auch sonst in unseren Kursen handhaben. Onlinevorträge gibt es bereits zuhauf, außerdem hatte die VdS in Kooperation mit dem Haus der Astronomie in Heidelberg mit der Reihe „Faszination Astronomie“ bereits damit begonnen, ein Online-Programm zu etablieren. Unser Kurs soll dazu eher eine aktive Ergänzung bieten.

Die Volkshochschule hatte zwischenzeitig die Cloudtechnologie für das Anmeldeverfahren und die Übertragungstechnik bereitgestellt und begann mit der Werbung für unseren Astronomie-Kurs.

Im Zentrum des Online-Workshops stand das Planetariums-Programm Stellarium [2] (Abbildung 1) Der Kurs war zeitlich so gelegt, dass er zum Sonnenuntergang und mit der Beobachtung des fast vollen Mondes begann. Glücklicherweise war das Wetter gut, so dass die Teilnehmer ihren Laptop oder das Smartphone mit ans Fenster oder auf die Terrasse mitnehmen konnten. Damit waren sie in der Lage, unsere Beschreibungen direkt und mit dem bloßen Auge oder einem Feldstecher zu verfolgen. Wer hatte, konnte auch ein Teleskop dazu nehmen. In den nächsten Minuten brach zudem die Dämmerung herein, so dass alles gleichzeitig sowohl in Stellarium als auch in der Natur zu beobachten war. Danach haben wir uns der strahlenden Venus zugewandt, die in den Tagen zuvor die Plejaden besucht hatte. Auch hier waren unsere Beschreibungen entsprechend gegliedert, so dass die Feldstecher-Beobachter die Venus und die Plejaden vor Augen hatten, die Teleskopbeobachter aber eben auch die Halbvenus erkennen konnten. Um den Anblick zu verdeutlichen, hatten wir unsere Zeichnungen mitgebracht und in die Kamera gehalten (Abbildung 2). Hier die Details anhand des Bleistifts (spiegelbildlich) zu zeigen, erforderte unsere besondere Konzentration. Im weiteren Verlauf dieses praktischen Onlinekurses suchten wir dann weitere Sternhaufen und Nebel auf, welche mit dem Feldstecher erreichbar sind, und erläuterten deren Eigenschaften. Die Beschreibungen wurden immer wieder durch praktische Tipps ergänzt, zum Beispiel, wie das Auffinden der Beobachtungsobjekte durch Starhopping gelingen kann. Uns ist es sogar gelungen, praktische Experimente wie die Kreiselbewegungen (Präzession) der Erdachse oder auch unser Szintillationsexperiment [3] einzubauen. Dafür musste allerdings die Laptopkamera entsprechend umgestellt werden.

Über den Chat wurden etliche Fragen gestellt, denn einige der zehn Besucher brachten sich auch aktiv ein. Die ungewohnten Rahmenbedingungen und die gleichzeitige Beachtung des Chats forderten unsere volle Konzentration.

Fazit: Die äußerst positiven Rückmeldungen einzelner Teilnehmer bewiesen, dass das Experiment eines Online-Praxisworkshops durchaus gelungen war, auch wenn wir kleine technische Probleme mit der Handhabung des Videosystems hatten. Mit dem Admin an unserer Seite hat es dann wirklich gut funktioniert.

Literaturhinweise und Weblinks (Stand April 2020)

Die Sommernächte der Sternschnuppen

Am Vormittag des 12. August wird der Sternschnuppenstrom der Perseiden seinen Höhepunkt erreichen. Astronomen rechnen mit bis zu 100 Meteoren pro Stunde. In der Nacht vom 11. auf den 12. August geht der Mond kurz nach Mitternacht auf, so dass die späten Abendstunden nicht vom Mondlicht aufgehellt werden. Dann lohnt es sich, nach den Perseiden Ausschau zu halten. Man blickt dazu in Richtung Osten, dort geht das Sternbild Perseus auf, nach dem diese Sternschnuppen benannt wurden.

Die Perseiden scheinen dem Sternbild Perseus entspringen. Solch einen „Radianten“ oder Ausstrahlungspunkt hat jeder Sternschnuppenstrom, denn die Erde fliegt auf ihrer Bahn um die Sonne dann durch eine Wolke kleiner Kometentrümmerteilchen. Im Falle der Perseiden trägt der verursachende Komet die Bezeichnung 109P/Swift-Tuttle. Dieser Komet wurde am 19. Juli 1862 von Lewis Swift und Horace Tuttle unabhängig voneinander entdeckt. Für einen Umlauf um die Sonne benötigt er rund 133 Jahre. Im Jahr 1992 konnte die Wiederkehr des Kometen beobachten werden, seine nächste Sichtbarkeit wird erst für das Jahr 2126 erwartet.

Das Sternbild Perseus ist ein klassisches Herbst- und Wintersternbild. Mitte August geht der Perseus und mit ihm der Ausstrahlungspunkt der Perseiden am Abendhimmel auf und steigt dann immer höher. Die meisten Sternschnuppen sieht man daher in den späten Abendstunden und – noch besser – frühen Morgenstunden, da unser Blick dann genau in Richtung des „Schneegestöbers“ der Sternschnuppen geht. Leider steigt nach Mitternacht auch der abnehmende Halbmond immer höher, die schwachen Sternschnuppen wird man daher nicht sehen können. Aber die Perseiden zeigen oft recht helle Meteore, die man auch bei Mondlicht sieht.

Das Auftreten der Perseiden ist nicht auf eine Nacht beschränkt, man kann auch in den Tagen vor und nach dem Maximum am 12. August sein Glück versuchen.