2. April: Der Ostervollmond

Liebe Sternfreunde,

Ostern ist der Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Dieser Vollmond tritt dieses Jahr am 2. April morgen um 4.12 Uhr ein. Wer zeitig aufsteht, kann den Mond tief am Westhimmel stehend beobachten. Fotos lohnen sich, weil irdische Objekte mit ins Bild genommen werden können.

Die Festlegung des Osterfestes erfolgte im Jahr 325. Seinerzeit hat sich wohl keiner Gedanke darüber gemacht, welche Schwierigkeiten die Festlegung hervorrufen kann. Außer der Berechnung des wahren Frühlingsanfangs und des Zeitpunktes des Vollmondes kommt mir noch etwas anderes in den Sinn: Wann ist Sonntag? In welcher Zeitzone? Oder wahre Ortszeit? Da kann man lange drüber nachdenken.

Die Kirche hat den Kopf aus der Schlinge gezogen und verwendet seit dem Jahr 525 eine Formel, die heute unter dem Namen Gauß’sche Osterformel bekannt ist. Dadurch kann der Fall eintreten, dass kirchlich und astronomisch Ostern an unterschiedlichen Sonntagen stattfinden. Zuletzt der Fall war dies im Jahr 2019.

Euer Uwe Pilz.

29. März: Mond bedeckt Regulus

Liebe Sternfreunde, Mond und Planeten bewegen sich in der Nähe der scheinbaren Sonnenbahn am Himmel, der sog. Ekliptik. Der Name rührt daher, dass dies die Linie ist, auf der Finsternisse stattfinden können. Wenn ein Stern in der Nähe der Ekliptik steht, dann kann er vom Mond und theoretisch auch von Planeten bedeckt werden. Es gibt nur vier Sterne 1. Größenklasse, auf die vom Mond bedeckt werden können: Aldebaran im Stier, Regulus im Löwen, Spica in der Jungfrau und Antares (der „Gegen-Mars“) im Skorpion.

Solche Bedeckungen kommen wegen der Eigentümlichkeiten der Mondbewegungen in Serien vor, die aller 18 Jahre stattfinden. Im Moment erleben wir eine Bedeckungsserie für Regulus im Löwen. Nicht alle Bedeckungen kann man aus dem deutschen Sprachraum sehen, aber am 29. März haben wir Glück: Am 29. März bedeckt zunehmende Mond den Regulus zwischen 20.20 Uhr und 21.30 Uhr Sommerzeit. Die Zeiten hängen etwas vom Standort ab, es kann um wenige Minuten variieren. Mond und Regulus stehen hoch im Südosten.

Obwohl Regulus hell ist, wird er vom fast vollen Mond überstrahlt. Wahrscheinlich ist es schwierig, die Bedeckung mit dem freien Auge zu verfolgen. Das kleinste Fernglas genügt aber als Beobachtungshilfe. Mit einem Teleobjektiv kann die Annäherung des Mondes an den hellen Stern fotografiert und als Serie aufgenommen werden. In etwas geringerer Qualität ist das auch mit dem Smartphone möglich.

Die eigentliche Bedeckung sollte man nicht versuchen zu fotografieren, sondern beobachten. Obwohl ich es schon oft gesehen habe, ist es für mich immer wieder faszinierend, wie ein Stern schlagartig verschwindet. Der dunkle Mondrand geht voran, und so sieht man den Effekt deutlich.

Euer Uwe Pilz.

26. März: Mond bei Kastor, Pollux und Jupiter

Liebe Sternfreunde, am Donnerstag steht der Mond inmitten der Zwillinge. Er überstrahlt zwar viele Sterne, aber nicht den hellen Jupiter, und auch nicht Kastor und Pollux.

Eine schöne Konstellation, die sich auch einfach fotografieren lässt. Ein Smartphone genügt.

Euer Uwe Pilz.

23. März: Zunehmender Mond im Goldenen Tor der Ekliptik

Liebe Sternfreunde, der Mond besucht regelmäßig das Siebengestirn und auch das Regengestirn mit Aldebaran. Alle Sterne dort können prinzipiell vom Mon bedeckt werden, das klappt aber nur von Zeit zu Zeit.

Dieses Mal haben wir eine schöne Konstellation, der Mond steht zwischen den beiden Offenen Sternhaufen. Die noch recht schmale Mondsichel überstrahlt die beiden Sternhaufen nur wenig. Außerdem steht das Szenario bei Eintritt der Nacht hoch am Südwesthimmel.

Das sind ideale Voraussetzungen, um diese Erscheinung zu fotografieren. Am besten geeignet sind leichte Teleobjektive, aber auch Smartphones sind geeignet. Ich empfehle, leicht abzublenden und mit der Belichtungszeit zu experimentieren. Besser als der visuelle Bildeindruck an der Kamera ist die Hstorgrammfunktion geeignet, falls vorhanden.

Smart-Teleskope können benutzt werden, wenn sie eine Weitwinkelkamera haben. Mit der dort verbauten Technik bekommt man klarere Bilder durch die Möglichkeit, Bilder zu stapeln.

Viel Erfolg, euer Uwe Pilz.

17. März, Jupiter: Zwei Monde und ein Schatten

Liebe Sternfreunde,

in der Nacht vom 17. auf den 18. März erleben wir ein schönes Schauspiel auf dem Jupiter. Ab 22 Uhr sind sowohl die beiden Monde Io und Kallisto sowie der Schatten von Io auf der Planetenscheibe zu sehen. Die beiden Monde sind zu dieser Zeit schwer zu sehen, das geht nur gut, wenn sie sich am Rand aufhalten. Fotografisch ist die Abbildung weniger problematisch.

Gegen 23 Uhr verlässt Io die Jupiterscheibe und ist dann leicht zu entdecken (linkes Bild). Kurz nach Mitternacht verabschiedet sich Ios Schatten, und dann steht auch Kallisto randnah. Während der ganzen Zeit steht Jupiter hoch am Himmel.

Viel Erfolg!

Euer Uwe Pilz.

12./13. März: Bedeckt der Kleinplanet (5368) Vitigliano einen 7-mag-Stern?

Liebe Sternfreunde,

in der Nacht von 12. auf den 13. März kommt der Kleinplaneten Vitigliano einem 7-mag-Stern sehr nahe. Der Kleinplanet selbst ist schwach, dunkler  als 17 mag. Es kann aber sein, dass er für wenige Sekunden den Stern TYC 128141 bedeckt. Dieser steht in der Nähe von Aldebaran. Nach Angaben von Occult Watcher geschieht dies  21.05 Uhr 12. März.

Der prognostizierte Bedeckungsstreifen läuft durch Süddeutschland, in der Zone liegen Trier, Saarbrücken, Mannheim, Würzburg, erlangen und Nürnberg. Darmstadt, Karlsruhe und Regensburg liegen auf der Grenze.

 

2026 Mar 12 ~20:05 UT: (5368) Vitagliano occults HIP 22990 (7.0 mag)

 

Wer ein Smart-Teleskop hat, kann sich auf einfache Weise daran versuchen: Einfach die Region mit einer kurzen Belichtungszeit von weniger als 2 Sekunden aufzeichnen und im Nachgang die Einzelbilder ansehen. Vitigliano bewegt sich langsam, so dass er in den gestapelten Bildern als kurzer Strich abgebildet wird: Wenn der Himmel wirklich klar ist. 17 mag sind die Grenze für Smartteleskope mit wenigen Zentimetern Öffnung. Falls die Bedeckung stattfindet, ist sie natürlich einfach zu sehen.

Veiel Glück, euer Uwe Pilz.

7. März: Venus sehr nahe Neptun

Liebe Sternfreunde,

am Abend es 7. März begegnet die gleißend helle Venus dem Planeten Neptun. Auch Saturn ist in der Nähe. Die Venus ist in der Dämmerung leicht zu finden, aber für den Neptun benötigt man wahrscheinlich ein Teleskop, ein Fernglas reicht nicht. Saturn findet man aber mit dem Fernglas.

Mit der Beobachtung beginnen sollte man etwa 40 Minuten nach SOnnenuntergang. Die Venus steht dann samt den beiden anderen Planeten noch einige Grad über dem Horizont. Es ist auch reizvoll, das Ganze zu fotografieren. Mit einem leichten Teleobjektiv kann man irdische Objekte mit einbeziehen. Smart-Teleskope sind auch gut geeignet, weil sie durch die Bildüberlagerung (Stacking) den Einfluss des Dämmerungslichtes dämpfen. Auf diese Weise kann man eine Minute oder länger belichten. Man kann es auch mit dem Spartphoe versuchen, wahrscheinlich ist Neptun dafür aber zu schwach. Saturn wird man finden.

Euer Uwe Pilz.

 

 

3. März: Den Verlauf der Ekliptik am Himmel „sehen“

Liebe Sternfreunde, ich freue mich immer, wenn es eine Konstellation aus Mond und Planeten gibt, die den Verlauf der Ekliptik am Himmel anzeigt. Heute, am 3. März ist wieder eine Gelegenheit: 45 Minuten nach Sonnenuntergang ist die helle Venus am Westhimmel unübersehbar. Außerdem zeigt der Dämmerungsschein ungefähr den Stand der Sonne unter dem Horizont an. Den Saturn wird man mit dem freien Auge nicht sehen, auch wenn er in der Karte enthalten ist.

Sehr hell leuchtet der Jupiter in den Zwillinge, während der Vollmond gerade aufgeht. Als weiter Stützpunkte dienen zwei helle Sterne 1. Größe. de sehr nahe an der Ekliptik liegen: Aldebaran im Stier (Teil des Wintersechsecks) und Regulus im Löwen. Beide Sterne können vom Mond bedeckt werden.

In der Karte habe ich das Winterechseck eingezeichnet und auch Orion und den Löwen. Infolge der Projektionsmethode ist der Löwe viel größer, al er am Himmel erscheint. So ist es eben wenn man die gewölbte Himmelskugel auf einen flachen Bildschirm presst.

Auch in den nächsten Tagen kann man die Ekliptik verfolgen. Der Mond geht zwar später auf und ist zur Abenddämmerung noch nicht zu sehen, es bleibt Regulus als Stützpunkt. Als Ausgleich kann man später am Abend noch einmal schauen: Schon vor Mitternacht geht die Jungfrau mit Spica auf, die ebenfalls nahe der Ekliptik liegt und der Mond ist dann auch dabei.

Viel Erfolg,

Euer Uwe Pilz.

1./2. März: Transit von Io und ihrem Schatten

Liebe Sternfreunde, in der Nacht vom 1. auf den 2. März erleben wir gegen Mitternacht einen Monddurchgang der Io. Ihr Schatten läuft ihr nach und erscheint gegen 23.40 Uhr  auf der Planetenscheibe. Der helle Mond ist dann mitten auf dem Planeten und schwer zu sehen. Das bessert sich, wenn sich Io dem Planetenrand nähert.

Die Abbildung zeigt die Situation gegen 0.50 Uhr am 2. März. Io hat die Jupiterscheibe fast verlassen und steht im Bereich der Randabdunkelung und ist ein leichtes Ziel. Jupiter steht noch hoch im Südwesten.

Viel Erfolg bei der Beobachtung.

Euer Uwe Pilz.

25. Februar: Der Mond bedeckt κ Geminorum

Liebe Sternfreunde, am Freitag bedeckt der zunehmende Mond den recht hellen Stern κ in den Zwillingen, gegen 22.55 Uhr ist es so weit. Unser Trabant nähert sich dem Vollmond und ist recht hell, so dass es keine Sichtung für das freie Auge wird.

Ich empfehle, zumindest ein fernglas zur Hand zu nehmen. Jedes Teleskop zeigt das Geschehen deutlicher. Wie bei allen Sternbedeckungen: Es ist faszinieren, wie der Stern schlagartig verschwindet. Kurz nach Mitternacht taucht der Stern wieder auf. Am beleuchteten Mondrand ist dies aber schlechter zu sehen.

Die Zwillinge stehen um diese Uhrzeit sehr hoch am Himmel, ideale Voraussetzungen für eine Beobachtung.

Euer Uwe Pilz.