3. bis 6. Juni: β Virginis erhält Besuch
Liebe Sternfreunde, bei Eintritt der Dunkelheit steht der 3-mag-stern β Virginis in ausreichender Höhe am Südwesthimmel. In den nächsten Tagen wird der Asteroid (20) Massalia an ihm vorüberziehen.

Massalia ist 11 mag hell und wird in den kommenden Wochen langsam schwächer. Ende März war er 9 mag hell und sogar etwas für das Fernglas. Jetzt ist ein kleines Teleskop nötig. Besonders komfortabel lässt sich der Vorübergang mit einem Smartteleskop festhalten. Der Abstand zwischen β Vir und Massalia beträgt weniger als ein Grad, das passt gut in das Bildfeld dieser kleinen Teleskope. Ca. 3 Stunden Belichtungszeit sind möglich, ehe die Region zu flach am Himmel steht. Der Asteroid wird als feiner Strich im Bildfeld erscheinen.
Euer Uwe Pilz.
Abendsichtbarkeit des Planeten Merkur beginnt
Liebe Sternfreunde, bis ca. zum 20. Juni erleben wir eine schöne Abendsichtbarkeit des Planeten Merkur. 45 Minuten nach Sonnenuntergang sind die hellen Sterne in Fuhrmann und Zwillingen bereits sichtbar. Venus und Jupiter weisen den Weg zum innersten Planeten.

Die Karte zeigt die Situation für den 1. Juni. In den folgenden Tagen bewegt sich Merkur nach links, in die Zwillinge hinein.
Merkur ist ein leichtes Objekt für das freie Auge, wenn man weiß, wohin man schauen muss. Zum Aufsuchen kann ein Fernglas helfen oder auch eine App für das Smartphone. Das Smartphone ist auch ein gutes Mittel, um die Szene zu fotografieren.
Euer Uwe Pilz
29. Mai morgens: δ Cephei im Maximum.
Liebe Sternfreunde,
δ Cephei ist ein besonderer Stern. Seit Ende des 18. Jahrhunderts ist er als Veränderlicher bekannt. Die Variabilität vieler Sterne rührt von Bedeckungen her, an den Sternen selbst ändert sich nichts. Bei δ Cephei ist es anders: Er ist ein sog. Pulsationsveränderlicher, der sich periodisch aufbläht und in sich zusammenfällt. Vor 100 Jahren erkannte Henrietta Swan Leavitt, dass die Pulsationsperiode mit der Leuchtkraft in Verbindung steht. Damit lassen sich solche Sterne, die Cepheiden, für Entfernungsmessungen einsetzen.
Die Helligkeit des Stern schwankt mit einer Periode von 5,4 Tagen um eine Größenklasse, zwischen 3,5m und 4,4m. Der Anstieg ist steil, der Abfall hingegen flach. Es lohnt sich, den Stern im Lauf der gesamten Nacht zu beobachten: Wir sehen fast die gesamte Anstiegsphase. Das Maximum tritt 3.12 Uhr ein. Zu dieser Zeit ist es noch ziemlich dunkel. Vielleicht kann man in der folgenden halben Stunde den Beginn des Helligkeitsabfalles nachweisen.

Visuellen Beobachtern rate ich, zumindest zwei Mal zu beobachten: Gleich nach nach Einbruch am Abend und eben morgens kurz vor Einsetzen der Dämmerung. Als Vergleichssterne können υ und ζ Cephei dienen, sie sind 4,5 und 3,6 mag hell. Ich habe sie in der Karte markiert.
Einfacher geht es mit dem Smart-Teleskop. Die meisten dieser Geräte können automatisch Aufnahmen anfertigen. aller 10 Minuten eine Aufnahme – darauf wird man die Veränderung im Lauf der Nacht gut sehen können.
Euer Uwe Pilz.
21. und 29. Mai: Gegenseitige Bedeckung von Io und Europa
Liebe Sternfreunde, wenn wir von der Erde aus auf die Äquatorebene des Jupiters blicken, dann kommt es zu engen Begegnungen und sogar zu Bedeckungen der Jupitermonde untereinander. Jetzt ist es wieder so weit. Für den deutschen Sprachraum möchte ich auf zwei Ereignisse hinweisen:
21. Mai, 19.00 Uhr: Europa und Io kommen sich zumindest sehr nahe, Io bedeckt die Europa geringfügig. Das Ereignis findet am Taghimmel statt. Mit einem Teleskop lassen sich die Jupitermonde aber wahrscheinlich fotografieren
29. Mai, 0.07 Uhr bis 0.19 Uhr: Io bedeckt die Europa. Leider steht Jupiter dann schon sehr tief, hier in Leipzig hier in Leipzig nur 3 Grad hoch.

Da dies sehr seltene Ereignisse sind, lohnt ein Beobachtungsversuch dennoch.
Euer Uwe Pilz.
18. Mai: Sehr erdnaher Asteroid 2026 JH2
Liebe Sternfreunde, unser Vereinsmitglied Sebastian Schmid hat mich darauf hingewiesen: In der Nacht vom 18. auf den 19. Mai durchläuft der Asteroid 2026 JH den erdnächsten Punkt. Nur knapp 98 Tausend Kilometer! Diesen erdnächsten Punkt durchläuft der ca. 20 Meter kleine Körper gegen 23.43 Uhr – topozentrisch gerechnet für Leipzig. Leider ist der dann schon untergegangen.
Gegen 22 Uhr, in der weit fortgeschrittenen Dämmerung, steht er etwas mehr 10 Grad über dem Südhimmel, die Karte ist für Leipzig, ab 22.00 Uhr, Markierungen für jede Minute,

Die Helligkeit beträgt 13,5 mag, was für Besitzer größerer Instrumente für die visuelle Beobachtung ausreichen könnte. Ich habe schon einige Male solch schnell bewegte Objekte beobachtet. Aufsuchen im engeren Sinn ist schwer: Ehe man ein Okular gewechselt hat, ist das Objekt schon wieder woanders. Ich empfehle, eine Karte für den eigenen Standort zu erstellen (wichtig wegen der großen Parallaxe) und auf den Vorübergang an einem hellen Stern zu warten.
Fotografisch stört die schnelle Bewegung. Ich kenne mich damit nicht so gut aus, vielleicht gelingt es jemandem dennoch, ihn aufzunehmen. Besser sieht die Situation in der Nacht zuvor aus. Der Kleinkörper steht dann im Löwen und bewegt sich in einer halben Stunde ein knappes halbes Grad.

Dafür ist die Helligkeit viel geringer: Gegen 2 Uhr nur 17,5 mag. Um diese Uhrzeit steht die Region 30 Grad hoch am Himmel. Am Abendhimmel kann man es auch versuchen: Die Bewegungsgeschwindigkeit ist geringer, das Objekt steht sehr hoch. Aber die Helligkeit ist eine halbe Größenklasse schwächer.
Die Bahnelemente, so wie sie jetzt (Freitag abend) bekannt sind:
Perihelzeit P.Dist Exz. Neigung Arg.Peri Knotenlä Td Tm Ty q e i w O 23.4041 5 2026 1.01041324 0.5845104 6.024022 185.640573 57.436859
Viel Erfolg, Euer Uwe Pilz.
13. Mai: Venus bei β Tauri
Liebe Sternfreunde, in den nächsten Tage zieht die Venus zwischen den Hörnern des Stiers entlang. Sie bildet eine schöne Konstellation mit den Sternen der Wintermilchstraße.

Die Karte zeigt die Konstellation am 13. Mai. Einfach hinschauen!
Euer Uwe Pilz.
6. bis 8. Mai: Eta-Aquariiden
Liebe Sternfreunde,
ab dem 6. Mai können wir den Sternschnuppenstrom der eta-Aquariiden beobachten. Dies sind Meteore, welche vom bekannten Halleyschen Kometen stammen. Der Ausstrahlungspunkt liegt im Wassermann (daher der Name) und zwar nahe der sog. Wasserschale. Diese Region steht am Morgen kurz vor Beginn der Dämmerung nicht allzuhoch am Südosthimmel.
Der 6. Mai ist die Nacht mit dem rechnerischen Aktivitäts-Maximum. Leider stört der abnehmende Mond. Die Beobachtungen der letzten Jahre legen jedoch nahe, dass es die Aktivität „zweizipfelig“ ist, und wir einen weiteren Höhepunkt am 8. Mai erwarten dürfen. Der Mond stört dann viel weniger und steht nur tief am Himmel.
Die beste Beobachtungszeit für beide Daten ist die Stunde vor Beginn der Dämmerung, das ist 2½ bis 90 Minuten vor Sonnenaufgang. Wir können damit rechnen, etwa 10 Sternschnuppen in dieser Stunde wirklich zu sehen. Am Südhimmel, wo der Radiant hoch am Himmel steht, ist diese Rate viel höher.

Die Aquariiden rufen sehr schnelle Sternschnuppen hervor, welche zu Nachleuchtspuren neigen. Das ist schon etwas Besonderes, wenn man diese grüne Spur hinter dem Meteor beobachten kann, ich freue mich jedes Mal daran.
Euer Uwe Pilz
1. Mai: Ganymeds Schatten in der Wirbelschleppe des Großen Roten Flecks
Liebe Sternfreunde, am Abend des Maifeiertages stehen sowohl die Europa als auch der Schatten von Ganymed vor der Jupiterscheibe. Die beste Beobachtungszeit ist 21.50 Uhr: Europa tritt gerade vor den Planeten und ist gut zu erkennen. Der Schatten wird im Lauf der Nacht des Großen Roten Fleck passieren: Das ist aber schwer beobachtbar. Den Rand des Flecks berührt der Schatten gegen 23 Uhr. Dies findet am Jupiterrand statt. Den Schatten wird man gut erkennen, aber der Fleck selbst ist nahe am Rand ein schwieriges Ziel.
Der Große Rote Fleck weist eine Relativbewegung zur Jupiteratmosphäre auf, die sog. Drift. Dabei entstehen „stromab“ Wirbel, ähnlich denene, welche ein Stock hervorruft, den man in schnell fließendens Waser eitaucht. Diese Wirbel lassen sich bei ruhiger Luft bereits im Vierzöller deutlich erkennen. Und in dieser Wirbelschleppe steht GanymedsSchatten zu Einbruch der Nacht. Der Planet steht hoch am Himmel, ideale Bedingungen.

Viel Erfolg bei der Beobachtung, euer Uwe Pilz.
24. bis 27. April: Kleinplanet (44) Nysa durchquert die Krippe
Liebe Sternfreunde,
vom 24. bis zum 27. Apri streift der Kleinplanet Nysa den nördlichen Teil der Krippe (M 44). Die Positionen im Bild gelten für den Abendhimmel nach Einbruch der Dunkelheit. Die Krippe steht dann im Süden.

Mit einer Helligkeit von etwa 11 mag ist Nysa schon für größere Ferngläser erreichbar und ein leichtes Ziel auf für kleine Teleskope. Besonders reizvoll ist die Beobachtung mit Smartteleskopen: Innerhalb einer Stunde bewegt sich der Kleinplanet so weit, dass er im Bild als kurzer Strich auffällt: Und dies in einer prominenten Umgebung.
Euer Uwe Pilz
18. April – schmale Mondsichel am Abendhimmel
Liebe Sternfreunde, unter den Astronomen gibt es einen kleinen „Wettlauf“ um die Beobachtung von schmalen Mondsicheln. Am 18. April gibt es eine Gelegenheit, sich daran zu beteiligen,. Erforderlich ist neben einem klaren Himmel eine freie Sicht auf den westlichen Himmel.

Bei Einbruch der Dunkelheit steht der Mond noch einige Grad über dem Horizont. Die leichter zu entdeckende Venus kann als Wegweiser dienen.
Euer Uwe Pilz