17. März, Jupiter: Zwei Monde und ein Schatten
Liebe Sternfreunde,
in der Nacht vom 17. auf den 18. März erleben wir ein schönes Schauspiel auf dem Jupiter. Ab 22 Uhr sind sowohl die beiden Monde Io und Kallisto sowie der Schatten von Io auf der Planetenscheibe zu sehen. Die beiden Monde sind zu dieser Zeit schwer zu sehen, das geht nur gut, wenn sie sich am Rand aufhalten. Fotografisch ist die Abbildung weniger problematisch.

Gegen 23 Uhr verlässt Io die Jupiterscheibe und ist dann leicht zu entdecken (linkes Bild). Kurz nach Mitternacht verabschiedet sich Ios Schatten, und dann steht auch Kallisto randnah. Während der ganzen Zeit steht Jupiter hoch am Himmel.
Viel Erfolg!
Euer Uwe Pilz.
12./13. März: Bedeckt der Kleinplanet (5368) Vitigliano einen 7-mag-Stern?
Liebe Sternfreunde,
in der Nacht von 12. auf den 13. März kommt der Kleinplaneten Vitigliano einem 7-mag-Stern sehr nahe. Der Kleinplanet selbst ist schwach, dunkler als 17 mag. Es kann aber sein, dass er für wenige Sekunden den Stern TYC 128141 bedeckt. Dieser steht in der Nähe von Aldebaran. Nach Angaben von Occult Watcher geschieht dies 21.05 Uhr 12. März.

Der prognostizierte Bedeckungsstreifen läuft durch Süddeutschland, in der Zone liegen Trier, Saarbrücken, Mannheim, Würzburg, erlangen und Nürnberg. Darmstadt, Karlsruhe und Regensburg liegen auf der Grenze.
2026 Mar 12 ~20:05 UT: (5368) Vitagliano occults HIP 22990 (7.0 mag)
Wer ein Smart-Teleskop hat, kann sich auf einfache Weise daran versuchen: Einfach die Region mit einer kurzen Belichtungszeit von weniger als 2 Sekunden aufzeichnen und im Nachgang die Einzelbilder ansehen. Vitigliano bewegt sich langsam, so dass er in den gestapelten Bildern als kurzer Strich abgebildet wird: Wenn der Himmel wirklich klar ist. 17 mag sind die Grenze für Smartteleskope mit wenigen Zentimetern Öffnung. Falls die Bedeckung stattfindet, ist sie natürlich einfach zu sehen.
Veiel Glück, euer Uwe Pilz.
7. März: Venus sehr nahe Neptun
Liebe Sternfreunde,
am Abend es 7. März begegnet die gleißend helle Venus dem Planeten Neptun. Auch Saturn ist in der Nähe. Die Venus ist in der Dämmerung leicht zu finden, aber für den Neptun benötigt man wahrscheinlich ein Teleskop, ein Fernglas reicht nicht. Saturn findet man aber mit dem Fernglas.

Mit der Beobachtung beginnen sollte man etwa 40 Minuten nach SOnnenuntergang. Die Venus steht dann samt den beiden anderen Planeten noch einige Grad über dem Horizont. Es ist auch reizvoll, das Ganze zu fotografieren. Mit einem leichten Teleobjektiv kann man irdische Objekte mit einbeziehen. Smart-Teleskope sind auch gut geeignet, weil sie durch die Bildüberlagerung (Stacking) den Einfluss des Dämmerungslichtes dämpfen. Auf diese Weise kann man eine Minute oder länger belichten. Man kann es auch mit dem Spartphoe versuchen, wahrscheinlich ist Neptun dafür aber zu schwach. Saturn wird man finden.
Euer Uwe Pilz.
3. März: Den Verlauf der Ekliptik am Himmel „sehen“
Liebe Sternfreunde, ich freue mich immer, wenn es eine Konstellation aus Mond und Planeten gibt, die den Verlauf der Ekliptik am Himmel anzeigt. Heute, am 3. März ist wieder eine Gelegenheit: 45 Minuten nach Sonnenuntergang ist die helle Venus am Westhimmel unübersehbar. Außerdem zeigt der Dämmerungsschein ungefähr den Stand der Sonne unter dem Horizont an. Den Saturn wird man mit dem freien Auge nicht sehen, auch wenn er in der Karte enthalten ist.
Sehr hell leuchtet der Jupiter in den Zwillinge, während der Vollmond gerade aufgeht. Als weiter Stützpunkte dienen zwei helle Sterne 1. Größe. de sehr nahe an der Ekliptik liegen: Aldebaran im Stier (Teil des Wintersechsecks) und Regulus im Löwen. Beide Sterne können vom Mond bedeckt werden.

In der Karte habe ich das Winterechseck eingezeichnet und auch Orion und den Löwen. Infolge der Projektionsmethode ist der Löwe viel größer, al er am Himmel erscheint. So ist es eben wenn man die gewölbte Himmelskugel auf einen flachen Bildschirm presst.
Auch in den nächsten Tagen kann man die Ekliptik verfolgen. Der Mond geht zwar später auf und ist zur Abenddämmerung noch nicht zu sehen, es bleibt Regulus als Stützpunkt. Als Ausgleich kann man später am Abend noch einmal schauen: Schon vor Mitternacht geht die Jungfrau mit Spica auf, die ebenfalls nahe der Ekliptik liegt und der Mond ist dann auch dabei.
Viel Erfolg,
Euer Uwe Pilz.
Programm der Würzburger Frühjahrstagung am 14. März 2026
Die 49. Würzburger Frühjahrstagung findet wie gewohnt am
Friedrich-Koenig-Gymnasium
Friedrichstraße 22
97082 Würzburg
statt und bietet wie jedes Jahr ein vollgepacktes Programm für alle Astronomieinteressierten. In diesem Jahr ergänzen zwei parallel laufende Workshops das Vortragsprogramm. Der Teilnehmerbeitrag von 10 Euro (VdS-Mitglieder: 7 Euro) kommt vollständig den engagierten Schülern vom Naturwissenschaftlichen Labor am Friedrich-Koenig-Gymnasium zugute, die für den reibungslosen Ablauf der Tagung sorgen.
Eine Anmeldung zur Tagung ist nicht erforderlich. Für Getränke und Verpflegung vor Ort ist gesorgt.
Die Tagung beginnt am Samstag um 10 Uhr und endet gegen 18 Uhr. Das Tagungsprogramm (ohne die Workshops) wird live unter https://youtube.com/live/x2ufR_sAVA0?feature=share übertragen. Für Teilnehmer, die bereits am Freitag eintreffen, ist ab 18:45 Uhr ein Tisch für ein gemütliches Beisammensein im Hofbräu reserviert.
Tagungsprogramm
10:00 – 10:10 Uhr Begrüßung (OStD Marco Korn, Schulleiter FKG, und Dr. Dominik Elsässer, Tagungsleiter, VdS)
10:15 – 11:15 Uhr Das Wetterstein-Millimeter-Teleskop (Matthias Kadler, Universität Würzburg)
11:20 – 11:50 Uhr Xerxes – Wann fand die Seeschlacht von Salamis statt? (Uwe Pilz, Leipzig)
11:55 – 12:10 Uhr Geschichte und Astronomie zum Anfassen (Torsten Eisenschmidt, VdS-Fachgruppe Geschichte der Astronomie)
12:15 – 12:25 Uhr Präsentation in der Aula: Der Jahreskreis (Michael Dejosez)
12:25 – 13:25 Uhr Mittagspause
13:25 – 14:25 Uhr Parallele Workshops: Einführung in die Astrobildbearbeitung mit PixInsight und Einführung in die Planetenbildbearbeitung – bitte unbedingt die Hinweise beachten und vorab die benötigte Software und Übungsdaten herunterladen (Marco Abeßer, Volkssternwarte Würzburg e.V., Florian Bleymann, Rottendorf, P. Christoph Gerhard OSB, Klostersternwarte Abtei Münsterschwarzach)
14:30 – 14:50 Uhr Astronomen aus Altenburg, Astronomen in Altenburg (Frank Vohla, BA veränderliche Sterne e.V.)
14:55 – 15:25 Uhr Fachastronomie mit Smart-Teleskopen (Uwe Pilz, Leipzig)
15:25 – 16:10 Uhr Kaffeepause
16:15 – 16:45 Uhr Algerien und der Krater von Madna (Bernd Gährken)
16:50 – 17:10 Uhr Mondhelligkeiten von schmalen Mondsicheln bis zum Oppositionseffekt (Elmar Schmidt, Arbeitskreis Meteore und SRH University Heidelberg)
17:15 – 17:45 Uhr Geschichte – Menschen – Hintergründe 2026/2027 (Torsten Eisenschmidt, VdS-Fachgruppe Geschichte der Astronomie)
17:45 – 18:00 Uhr Abschlussdiskussion und Ausblick auf 2027, Verabschiedung (Dr. Dominik Elsässer, Tagungsleiter, VdS)
Ab 18:30 Uhr Gemeinsames Abendessen im Hofbräu.
Das Tagungsprogramm steht hier auch als PDF zum Download bereit.
Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in Würzburg!
1./2. März: Transit von Io und ihrem Schatten
Liebe Sternfreunde, in der Nacht vom 1. auf den 2. März erleben wir gegen Mitternacht einen Monddurchgang der Io. Ihr Schatten läuft ihr nach und erscheint gegen 23.40 Uhr auf der Planetenscheibe. Der helle Mond ist dann mitten auf dem Planeten und schwer zu sehen. Das bessert sich, wenn sich Io dem Planetenrand nähert.

Die Abbildung zeigt die Situation gegen 0.50 Uhr am 2. März. Io hat die Jupiterscheibe fast verlassen und steht im Bereich der Randabdunkelung und ist ein leichtes Ziel. Jupiter steht noch hoch im Südwesten.
Viel Erfolg bei der Beobachtung.
Euer Uwe Pilz.
25. Februar: Der Mond bedeckt κ Geminorum
Liebe Sternfreunde, am Freitag bedeckt der zunehmende Mond den recht hellen Stern κ in den Zwillingen, gegen 22.55 Uhr ist es so weit. Unser Trabant nähert sich dem Vollmond und ist recht hell, so dass es keine Sichtung für das freie Auge wird.

Ich empfehle, zumindest ein fernglas zur Hand zu nehmen. Jedes Teleskop zeigt das Geschehen deutlicher. Wie bei allen Sternbedeckungen: Es ist faszinieren, wie der Stern schlagartig verschwindet. Kurz nach Mitternacht taucht der Stern wieder auf. Am beleuchteten Mondrand ist dies aber schlechter zu sehen.
Die Zwillinge stehen um diese Uhrzeit sehr hoch am Himmel, ideale Voraussetzungen für eine Beobachtung.
Euer Uwe Pilz.
Komet 24P/Schaumasse begegnet dem Kugelsternhaufen Messier 15
Liebe Sternfreunde, der Komet Schaumasse durchlief am 8. Januar das Perihel und damit das Helligkeitsmaximum. Obwohl sein Glanz etwas nachgelassen hat, ist er immer noch ein einfaches Ziel am Morgenhimmel: Mit etwa 10 mag ist er auch für kleine Teleskope erreichbar.
In den nächsten Tagen begegnet er dem Kugelsternhaufen Messier 5. Der Abstand beträgt knapp 5 Grad.

Für Fotos sind leichte bis mittlere Teleobjektive am besten geeignet. Smart-Teleskope haben ein Bildfeld von 1-3 Grad, da passt die Szene nicht hinein. Wenn man nur den Kometen aufnehmen möchte, dann sollte die Gesamtbelichtungszeit nicht zu lange sien: Diese Geräte führen immer auf die Sterne nach und nicht auf den Kometen. Bei 15 Minuten Belichtungszeit hält sich die Eigenbewegung aber noch in Grenzen. Um mit solchen Teleskopen auch den Kugelsternhaufen mit im Bild zu haben, kann man den Panorama-Modus benutzen.
Euer Uwe Pilz.
Merkur am Abendhimmel
Liebe Sternfreunde,
wer noch nie den Planeten Merkur gesehen hat, der hat im Februar eine gute Gelegenheit dazu. Der innerste Planet steht hoch am Abendhimmel. Den größten Sonnenabstand weist er am 19.2. auf. Einen Tag früher steht aber der Mond ist in der Nähe und hilft beim Auffinden. Auch die strahlendhelle Venus ist in der Dämmerung gut zu sehen und bietet einen Anhaltspunkt.
Die beiliegende Karte zeigt die Situation am 18. Februar, und zwar 45 Minuten nach Sonnenuntergang. In der halben Stunde danach wird der Himmel zunehmend dunkler, was beim Auffinden des Merkur hilft. Allerdings ist die Venus dann schon untergegangen. Es bleibt aber der Mond.
Ein kleines Fernglas kann zumindest anfangs eine Hilfe sein. Man kann auch den Himmelsausschnitt mit einem Smartphone fotografieren und versuchen, den Merkur zuerst dort zu erkennen – das ist die moderne Form der Aufsuchhilfe.

Die szene lässt sich gut mit einem Fotoapparat ins Bild setzen. Ein leichtes Teleobjektiv bildet die Szene am besten ab. Aber auch das Smartphones oder die Weitwinkelkamera von Smartteleskopen sind geeignet, wenn man Bildausschnitte verwendet. Mit der Belichtungszeit muss man ein wenig experimentieren – der Himmel sollte im Foto leicht aufgehellt sein. Je nach ISO-Einstellung ist das spätestens nach einigen Sekunden Belichtungszeit erreicht.
Diese horizontnahe Lage der Himmelskörper lädt dazu ein, irdische Objekte in das Bild einzubeziehen. Viel Erfolg!
Euer Uwe Pilz.
15. Februar: Kleinplanet Ceres begegnet einem 6-mag-Stern
Liebe Sternfreunde,
am Sonntag abend kommt die Ceres einem 6-mag-Stern in den Fischen nahe. Der minimale Abstand wird gegen 19 Uhr erreicht beträgt knapp 6 Bogenminuten.

Zur Beobachtung genügt ein Fernglas oder ein kleines Teleskop, Ceres ist 9 mag hell. Die Region steht in ausreichender Höhe am Westhimmel. Der Mond stört nicht.
Im Teleskop kann man im Verlauf von ca. einer Stunde die Bewegung des Kleinplaneten vor dem Sternhintergrund gut erkennen. Als Hilfsmitte kann der 10-mag-Stern Stern östlich des hellen TYC 21119 dienen, die Winkelveränderung fällt leichter auf als die reine Lage zu einem hellen Stern. Im Teleskop ist die nahe Galaxie NGC 521 ist unter dunklem Himmel ein leichtes Ziel.

Auch Smartteleskope sind gut für die Beobachtung geeignet. Eine Belichtungszeit von ca. einer Stunde ergibt durch die Eigenbewegung bei der Ceres einen feinen Strich. Die Galaxie sollte auch von mäßig aufgehelltem Stadthimmel erreichbar sein. Dann kann man auch Ausschau halten nach weiteren Galaxien, die Fische sind reich daran.
Euer Uwe Pilz.