Tanztheater am Abendhimmel

19. Juni 2013 - g.grutzeck

Ende Mai 2013 treffen sich die drei Planeten Merkur, Venus und Jupiter zu einem seltenen Schauspiel. Während Jupiter zunehmend in der Abenddämmerung verblasst, steigt Venus von Tag zu Tag höher über den Horizont, und auch der selten sichtbare Merkur gesellt sich zu den beiden. Am 26. Mai bilden die drei Planeten ein enges Dreieck und können zusammen im Gesichtsfeld eines Fernglases (5 Grad) gesehen werden.
Bereits Mitte Mai 2011 begegneten sich diese drei Planeten in ähnlich geringem Abstand; sogar Mars war damals in etwas größerer Entfernung mit von der Partie. Doch das Schauspiel fand nur knapp über dem östlichen Morgenhorizont statt und blieb überwiegend unbeobachtet. Bis zum nächsten Stelldichein von Merkur, Venus und Jupiter müssen wir sogar bis zum Jahr 2048 warten – Ende Mai 2048 findet man die drei in einem Kreis von zwei Grad Durchmesser. Allerdings zusammen mit der Sonne, was eine Beobachtung verhindern wird. Die nächste Möglichkeit findet am 13. Mai 2060 statt; der Abstand der Planeten wird zwar etwas größer sein, dafür stehen sie dann zwei Grad höher über dem Horizont, und etwas tiefer wird man vielleicht auch Saturn finden.

Wer nicht so lange warten mag, der sollte sich daher das Planetentreffen in diesem Jahr nicht entgehen lassen. Die nachfolgenden Abbildungen zeigen die Szenerie ab dem 22. Mai von Tag zu Tag, jeweils um 22 Uhr Sommerzeit, wenn die Sonne etwas über sechs Grad unter den Horizont gesunken ist und die bürgerliche Dämmerung begonnen hat. Die Planeten stehen zu dieser Zeit weniger als eine Handbreit über dem westnordwestlichen Horizont. Man sollte die Beobachtung daher um 21:30 Uhr beginnen (Sonne 3 Grad unter Horizont, Planeten 8 Grad über Horizont) und auf jeden Fall ein Fernglas benutzen. Als hellsten Planeten wird man Venus zuerst sehen und kann sich von ihr aus zu Jupiter und Merkur vortasten.
Während Jupiter bis Ende Mai praktisch unsichtbar wird, vergrößert Merkur seinen Abstand zur Sonne bis zum 12. Juni und wird am 19. Juni auf seinem “Rückweg” noch einmal in zwei Grad Abstand an Venus vorbeiziehen.
Wem ein schönes Foto des Planetentreffens gelingt, kann uns das gerne zur Publikation zusenden unter sven.melchert@vds-astro.de. Und Facebook-Freunde informieren wir regelmäßig unter www.facebook.com/sternfreunde.
Die Abbildungen wurden mit Hilfe der Software Stellarium erzeugt; dieses Programm kann man sich kostenlos unter www.stellarium.org herunterladen.