29. Mai morgens: δ Cephei im Maximum.
Liebe Sternfreunde,
δ Cephei ist ein besonderer Stern. Seit Ende des 18. Jahrhunderts ist er als Veränderlicher bekannt. Die Variabilität vieler Sterne rührt von Bedeckungen her, an den Sternen selbst ändert sich nichts. Bei δ Cephei ist es anders: Er ist ein sog. Pulsationsveränderlicher, der sich periodisch aufbläht und in sich zusammenfällt. Vor 100 Jahren erkannte Henrietta Swan Leavitt, dass die Pulsationsperiode mit der Leuchtkraft in Verbindung steht. Damit lassen sich solche Sterne, die Cepheiden, für Entfernungsmessungen einsetzen.
Die Helligkeit des Stern schwankt mit einer Periode von 5,4 Tagen um eine Größenklasse, zwischen 3,5m und 4,4m. Der Anstieg ist steil, der Abfall hingegen flach. Es lohnt sich, den Stern im Lauf der gesamten Nacht zu beobachten: Wir sehen fast die gesamte Anstiegsphase. Das Maximum tritt 3.12 Uhr ein. Zu dieser Zeit ist es noch ziemlich dunkel. Vielleicht kann man in der folgenden halben Stunde den Beginn des Helligkeitsabfalles nachweisen.

Visuellen Beobachtern rate ich, zumindest zwei Mal zu beobachten: Gleich nach nach Einbruch am Abend und eben morgens kurz vor Einsetzen der Dämmerung. Als Vergleichssterne können υ und ζ Cephei dienen, sie sind 4,5 und 3,6 mag hell. Ich habe sie in der Karte markiert.
Einfacher geht es mit dem Smart-Teleskop. Die meisten dieser Geräte können automatisch Aufnahmen anfertigen. aller 10 Minuten eine Aufnahme – darauf wird man die Veränderung im Lauf der Nacht gut sehen können.
Euer Uwe Pilz.